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Kriedel: Nicht unter Druck setzen lassen - Kosten werden erstattet

03.08.2017 - Praxen sollen sich bei der Anbindung an die Telematikinfrastruktur nicht unter Druck setzen lassen. Es würden alle notwendigen Kosten erstattet, betonte KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel in einem aktuellen KV-on-Video.

Die KBV und die Kassenärztlichen Vereinigungen hätten den Ärzten und Psychotherapeuten immer gesagt, „sie sollen abwarten, sie sollen prüfen, welche Ausstattung sie brauchen“, sagte Kriedel. Es sei dann wenig erfreulich, „wenn es einzelne Anbieter gibt, die in gewisser Weise die Angst schüren und sagen: Wenn Ihr Ärzte jetzt nicht bestellt, dann besteht die Gefahr, dass Ihr auf Kosten sitzen bleibt“. Diese Aussage sei nicht richtig, betonte das Vorstandsmitglied.

Finanzierungsvereinbarung deckt Kosten

Kriedel wies darauf hin, dass nach der Finanzierungsvereinbarung, die die KBV mit den Krankenkassen abgeschlossen hat, den Ärzten und Psychotherapeuten alle notwendigen Kosten erstattet würden. So gibt es eine Erstausstattungspauschale, die die Ausgaben für einen Konnektor und je nach Praxisgröße für ein oder mehrere stationäre Kartenterminals abdeckt.

Dass die Erstattungsbeträge für den Konnektor von Quartal zu Quartal um zehn Prozent sinken, wüssten alle Anbieter, unterstrich Kriedel. Die KBV gehe deshalb davon aus, dass die Industrie den Ärzten auch entsprechende Angebote unterbreiten würde.

Aktuell gibt es einen Anbieter, der im Herbst die ersten Geräte ausliefern will. Zwei weitere Hersteller wollen Kriedel zufolge Anfang nächsten Jahres Konnektoren auf den Markt bringen.

Vorsicht bei Vertragsabschluss

Kriedel wies Praxisinhaber nochmals darauf hin, keinen Vertrag zu unterschreiben, der nicht vorsehe, dass die Preise gelten, die laut Finanzierungsvereinbarung für das Lieferquartal vereinbart sind. „Dann könnte die Gefahr bestehen, dass man auf Kosten sitzen bleibt.“

Ihre Checkliste: 5 Schritte zur Telematikinfrastruktur

Hinweis: Erster Ansprechpartner für die Installation sollte Ihr IT-Dienstleister sein. Dieser kann sehr gut beurteilen, wann für Sie und Ihre Praxis ein guter Zeitpunkt für einen Anschluss an die Telematikinfrastruktur ist.

1. Zeitpunkt für Einstieg festlegen

Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Warten Sie ab, bis alle Produkte, die Sie benötigen, von der gematik zugelassen und verfügbar sind. Fragen Sie außerdem bei Ihrem PVS-Hersteller nach, ab wann er das Software-Update bereitstellen kann. Das Update ist für den Anschluss an die Telematikinfrastruktur (TI) erforderlich; ebenso wie ein Internetanschluss.

2. Angebot einholen

Holen Sie sich ein oder mehrere Angebote für die Erstausstattung und den laufenden Betrieb ein, die Sie in Ruhe prüfen. Beachten Sie Folgendes:

  • Sind die Kosten mit der Erstausstattungspauschale gedeckt? Bedenken Sie, dass sich die Höhe der Pauschale danach richtet, wann Sie das erste Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) durchgeführt haben und nicht danach, wann Sie die Technik bestellt haben. Lassen Sie sich deshalb schon im Vertrag zusichern, in welchem Quartal die Geräte installiert werden.
  • Ist ein kostenloses Update für die qualifizierte elektronische Signatur (QES) des Konnektors enthalten?
  • Ist bei einem Defekt ein zeitnaher Austausch der Geräte (Konnektor, Kartenterminal, Praxisausweis) festgelegt?
  • Prüfen Sie die Vertragslaufzeit. Verträge über mehrere Jahre schränken Optionen für einen Wechsel auf bessere Komponenten oder günstigere Betriebskosten stark ein.

3. Praxisausweis bestellen

Für die Anmeldung in der TI benötigen Sie einen Praxisausweis (SMC-B-Karte). Bestellen Sie den Ausweis (ein Ausweis pro Praxis) rechtzeitig bei einem zertifizierten Kartenhersteller, damit er mit der PIN zur Installation des TI-Anschlusses vorliegt.

4. Termin für Installation vereinbaren

Vereinbaren Sie einen Termin für die Installation des Konnektors. Halten Sie für die Installation die Administrator-Passwörter für die Praxis-IT, die Passwörter für Internet und Internet-Router sowie die PIN für den Praxisausweis bereit. Nach dem Anschluss können Sie das VSDM, also den Abgleich der Versichertendaten auf der elektronischen Gesundheitskarte durchführen.

5. Finanzierungpauschalen erhalten

Das Geld für die Erstausstattung und den laufenden Betrieb erhalten Sie über Ihre Kassenärztliche Vereinigung. Diese wird Sie auch über das konkrete Verfahren informieren.

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