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Praxisnachrichten

Ambulantes und belegärztliches Operieren: Zi befragt Praxen

10.08.2017 - Die Bewertung ambulanter und belegärztlicher Operationen im EBM steht auf dem Prüfstand. Ziel ist eine sach- und leistungsgerechte Vergütung. Dafür führt das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung eine Befragung unter Vertragsärzten durch. Die KBV ruft gemeinsam mit den beteiligten Berufsverbänden zur Teilnahme auf.

Bei der Befragung geht es um die Operations- und Anästhesiezeiten. Erfasst werden sollen außerdem die Kosten für das Personal und die Infrastruktur in den Praxen.

ZiPP erfasst erste Daten

Die Befragung erfolgt in zwei Stufen: Erste Daten will das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) mit dem Zi-Praxis-Panel (ZiPP) erfassen, das kürzlich gestartet ist. Mit dem ZiPP untersucht das Institut jährlich im Auftrag von KBV und Kassenärztlichen Vereinigungen die Wirtschaftslage und die Versorgungsstrukturen in den Praxen (die PraxisNachrichten berichteten). In der zweiten Stufe werden ausschließlich Ärzte befragt, die ambulant operieren.

Teilnehmer für zweite Befragung gesucht

In den ZiPP-Unterlagen, die alle Praxen kürzlich erhalten haben, können Ärzte ankreuzen, ob sie bei der zweiten Befragung mitmachen würden. Sie ermöglichen dem Zi damit, die beim ZiPP angegebenen Daten zu Praxisstrukturen und Praxiskosten sowie die ebenfalls im Rahmen von ZiPP übermittelten KV-Abrechnungsdaten für die Auswahl einer Stichprobe zu nutzen.

„Um eine geeignete Stichprobe für die zweite Befragung zu bilden, ist es wichtig, dass möglichst alle ambulanten und belegärztlichen Operateure oder Anästhesisten ihre Teilnahmebereitschaft erklären“, erläutert Zi-Fachbereichsleiter Markus Leibner und ergänzt: „Es sollen möglichst alle im EBM-Anhang 2 abgebildeten OPS-Codes ausgewertet werden können.“

Die ausgewählten Praxen werden Anfang 2018 erneut angeschrieben. In einem aufwändigen Prozess ermitteln die Wissenschaftler des Zi dann für jede teilnehmende Praxis, welche Operationen erfasst werden sollen.

Dabei geht es sowohl um die Messung von Prozesszeiten („Schnitt-Naht-Zeiten“) als auch um Kosten für Personal und Infrastruktur. Wer ist beispielsweise zu welchem Zeitpunkt bei einer bestimmten Operation anwesend? Ein Schwerpunkt liegt dabei auch auf den perioperativen Prozessen vor und nach der eigentlichen Operation.

Anerkennungspauschale und individuelles Feedback

Für die Teilnahme an der Befragung erhalten die Teilnehmer eine Anerkennungspauschale in Höhe von 250 Euro sowie ein individuelles Feedback beziehungsweise Benchmarking für ihre Praxis vom Zi.

Damit können sie zum Beispiel vergleichen, wie viel Zeit eine bestimmte Operation in ihrer Praxis in Anspruch nimmt und dies mit ihren ärztlichen Kollegen vergleichen.

Das Zi-Praxis-Panel

Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) führt das Praxis-Panel jährlich im Auftrag der KBV und der Kassenärztlichen Vereinigungen durch. Es untersucht damit die Wirtschaftslage und die Versorgungsstrukturen in den Praxen niedergelassener Ärzte und Psychotherapeuten. In die Analyse fließen Daten zur kassen- und privatärztlichen Tätigkeit ein.

Damit stehen wichtige Daten für die Beurteilung der wirtschaftlichen Lage von Arztpraxen bereit. Die Krankenkassen sind gesetzlich verpflichtet, die Entwicklung der Betriebs- und Investitionskosten bei der jährlichen Anpassung des Orientierungswertes und damit der Preise ärztlicher und psychotherapeutischer Leistungen zu berücksichtigen.

Je mehr Ärzte und Psychotherapeuten sich an der Umfrage zu den Betriebs- und Investitionskosten in ihrer Praxis beteiligen, desto aussagekräftiger ist die Datengrundlage. Für die hohe Validität der erhobenen Daten spricht auch, dass die Angaben der Ärzte und Psychotherapeuten von einem Steuerberater testiert werden müssen.

OPS

Der Operationen- und Prozedurenschlüssel (OPS) ist die amtliche Klassifikation zum Verschlüsseln von Operationen, Prozeduren und allgemein medizinischen Maßnahmen im stationären Bereich und beim ambulanten Operieren.

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