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Praxisnachrichten

Hofmeister: Rolle der Hausärzte in Palliativversorgung wird gestärkt

17.08.2017 - Die ambulante Palliativversorgung ist ein Schwerpunkt der hausärztlichen Versorgung. Daran wird sich ab Oktober nichts ändern. Dies erklärte der stellvertretende KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Stephan Hofmeister gegenüber den PraxisNachrichten.

Er wies damit die Kritik des Deutschen Hausärzteverbandes zurück, der Ausbau der Palliativversorgung zum 1. Oktober würde eine „systematische Ausgrenzung“ der Hausärzte aus der palliativmedizinischen Versorgung bedeuten.

Mehr Behandlungsmöglichkeiten

Das Gegenteil sei der Fall, stellte Hofmeister klar. Mit der Aufnahme neuer palliativmedizinischer Leistungen in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) würden die Behandlungsmöglichkeiten erweitert und Leistungen, die Hausärzte oftmals bereits schon jetzt für ihre Patienten erbringen, endlich bezahlt. Dazu zählten zum Beispiel die Koordinierung der Versorgung und die telefonische Erreichbarkeit außerhalb der Sprechzeiten.

Zusätzliches Geld

Für die neuen Leistungen gibt es zusätzliches Geld. Die Vergütung erfolgt extrabudgetär. Der Vorwurf des Hausärzteverbandes, den Hausärzten werde Geld entzogen, sei schlichtweg falsch, sagte Hofmeister.

Bestehende Regelungen bleiben unberührt

Er wies zudem darauf hin, dass alle regionalen Regelungen zur Palliativversorgung bestehen bleiben. Zudem könnten Hausärzte auch weiterhin die palliativmedizinischen Leistungen in den haus- und kinderärztlichen EBM-Kapiteln abrechnen, wenn sie die neuen Leistungen, die teilweise an zusätzliche Qualitätsanforderungen geknüpft sind, nicht anbieten wollen. „Das Versorgungsangebot wird also nicht eingeschränkt, sondern ausgebaut“, unterstrich Hofmeister.

Der Hausärzteverband hatte am Dienstag in einem offenen Brief die Qualitätsvorgaben, die an einige Leistungen geknüpft sind, als „realitätsfern“ bemängelt. Mit den getroffenen Regelungen würde den Hausärzten Honorar für Leistungen entzogen, die seit jeher zu ihren genuinen Aufgaben gehörten, hieß es. Außerdem würde den Patienten die notwendige und bewährte Betreuung durch ihren Hausarzt erschwert.

Neues Angebot ergänzt Palliativversorgung

Der Ausbau der Palliativversorgung durch niedergelassene Haus- und Fachärzte geht auf das Hospiz- und Palliativgesetz zurück, das als neues Angebot die besonders qualifizierte und koordinierte palliativmedizinische Versorgung vorsieht. Sie soll die allgemeine Palliativversorgung, die vorrangig durch Hausärzte erfolgt, weiter ausbauen und so die Lücke zur spezialisierten Palliativversorgung (SAPV) schließen. Dadurch soll es Patienten ermöglicht werden, in ihrem selbst gewählten Umfeld zu sterben.

Die KBV und der GKV-Spitzenverband hatten dazu Näheres in einer Vereinbarung (Anlage 30 zum Bundesmantelvertrag Ärzte) geregelt und die Vergütung festgelegt. Dabei wurden auch Qualitätskriterien vereinbart, die für einige der neuen Leistungen gelten (die PraxisNachrichten berichteten).

Diese sehen unter anderem vor, dass Ärzte, die diese Leistungen abrechnen wollen, mindestens 15 Palliativpatienten innerhalb der vergangenen drei Jahre betreut haben müssen. Alternativ wird als Qualifikationsnachweis eine mindestens zweiwöchige Hospitation in einer Einrichtung der Palliativversorgung oder einem SAPV-Team anerkannt.

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