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Praxisnachrichten

RKI aktualisiert Datenbank zu Antibiotikaresistenzen

31.08.2017 - Das Robert Koch-Institut hat die interaktive Datenbank „Antibiotika-Resistenz-Surveillance“ aktualisiert. Damit stehen Daten zu den Resistenzen für die wichtigsten bakteriellen Erreger auch für 2016 zur Verfügung.

Die „Antibiotika-Resistenz-Surveillance“ (ARS) ist ein System, in das Daten aus der Routinediagnostik von mikrobiologischen Laboratorien eingehen. Ziel ist es nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI), Referenzdaten zu Antibiotikaresistenzen im stationären und ambulanten Bereich bereitzustellen.

Die interaktive Datenbank bietet umfangreiche Möglichkeiten, Resistenzberichte für die wichtigsten bakteriellen Erreger zu generieren. Nutzer können neben Erreger- und Antibiotikakombinationen auch weitere Parameter wie Versorgungsbereich oder Region auswählen und auswerten.

Aussage zur Resistenzsituation

Aus den Daten kann dem RKI zufolge jedoch nur eine Aussage zur Resistenzsituation getroffen werden und keine Aussage zur Häufigkeit bestimmter Infektionen im klinischen Alltag. Das Institut weist darauf hin, dass in Deutschland noch für fast alle Infektionen Antibiotika zur Verfügung stehen.

Flächendeckende Überwachung der Antibiotikaresistenz

Die Entstehung und Ausbreitung von Resistenzen gegen Antibiotika ist weltweit zu einem gravierenden Problem geworden, wodurch die Behandlung von bakteriellen Infektionskrankheiten zunehmend erschwert wird. Als Reaktion darauf hat das Bundesgesundheitsministerium die Deutsche Antibiotika Resistenzstrategie (DART) entwickelt.

Eine zentrale Stellung nehmen dabei Surveillance-Systeme zur Resistenz und zum Verbrauch von Antibiotika ein. Mit ARS wurde die Infrastruktur für eine flächendeckende Erfassung der Antibiotikaresistenz etabliert. Projektteilnehmer sind Laboratorien, die Proben aus medizinischen Versorgungseinrichtungen und Arztpraxen mikrobiologisch untersuchen.

Modellprojekt RESIST von KBV und Ersatzkassen

Auch die KBV engagiert sich im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen. Gemeinsam mit dem Verband der Ersatzkassen e. V. hat sie das Modellprojekt „RESISTenzvermeidung durch adäquaten Antibiotikaeinsatz bei akuten Atemwegsinfektionen" ins Leben gerufen, welches kürzlich in den Praxen gestartet ist. Ziel ist es, Ärzte und Patienten noch stärker zu einem sensiblen Umgang mit Antibiotika zu motivieren, um so die Zahl unnötiger Verordnungen weiter zu verringern.

RESIST setzt dabei auf Aufklärung und auf die Arzt-Patienten-Kommunikation. Neben verschiedenen Infomaterialien gibt es auch eine spezielle Online-Fortbildung für die an dem Modellvorhaben teilnehmenden Ärzte. Bislang haben rund 600 Ärzte diese abgeschlossen, um das Konzept in den Praxisalltag zu integrieren – im Herbst werden es etwa 3.000 sein.

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