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Praxisnachrichten

Investitionsstau - Ärzte beklagen unsichere Honorarentwicklung

31.08.2017 - In vielen deutschen Arztpraxen gibt es einen Investitionsstau. Allein für Medizingeräte, IT und EDV sehen Vertragsärzte in diesem Jahr einen Investitionsbedarf von durchschnittlich 15.000 Euro pro Praxis. Das ergab eine Umfrage des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung und der Universität Bayreuth.

Bei der Befragung von knapp 900 Ärzten aus 26 Fachgebieten wurde deutlich, dass niedergelassene Mediziner erheblich weniger investieren als nach Einschätzung der Praxisinhaber notwendig wäre.

Ursache: Unsichere Wirtschaftslage

Die Ursachen für das zurückhaltende Investitionsverhalten der Ärzte sind der Umfrage zufolge vielfältig. Allein 60 Prozent der Befragten gaben an, dass sie die Honorarentwicklung als zu unsicher ansehen. Zu den Investitionsbremsen zählen zudem jährlich variierende Steuerzahlungen. Hinzu kommen Sorgen vor Wettbewerbsnachteilen und unsichere Praxisnachfolgen.

Besorgniserregender Trend

Der Geschäftsführer des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi), Dr. Dominik von Stillfried, bezeichnete die Entwicklung als „besorgniserregend“. Die Ergebnisse der Umfrage würden auch durch die Daten der aktuellen Kostenstrukturanalyse des Statistischen Bundesamtes bestätigt, betonte der Zi-Chef und fügte hinzu: „Gesetzgeber und Kassen haben es in der Hand, den niedergelassenen Ärzten wieder Investitionsperspektiven zu vermitteln.“

Je nach Praxis und fachlichem Zuschnitt liegt der Investitionsbedarf der Umfrage zufolge teilweise noch deutlich über dem Durchschnitt. So gaben internistisch tätige Arztpraxen an, 27.500 Euro an offenen Investitionen bei Medizingeräten und 10.000 Euro bei der IT und EDV zu haben. Auch in Praxiseinrichtungen werde eher zurückhaltend investiert.

Insgesamt konnten 37 Prozent der befragten Vertragsärzte in den vergangenen drei Jahren Investitionsvorhaben nicht umsetzen. Knapp 44 Prozent glauben, dass sie anstehende Anschaffungen auch künftig nicht realisieren können.

Gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Produktionswirtschaft und Industriebetriebslehre der Universität Bayreuth will das Zi die Determinanten des Investitionsverhaltens in Arztpraxen noch weiter analysieren, um wirksame Investitionsanreize zu identifizieren.

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