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Welt-Sepsis-Tag: KBV bietet Informationen für Ärzte und Patienten

07.09.2017 - Weltweit sterben jährlich etwa sechs Millionen Menschen an einer Sepsis – die meisten Fälle davon wären vermeidbar. Zum Welt-Sepsis-Tag am 13. September stellt die KBV Informationen für Ärzte und Patienten bereit, um stärker für die Infektionskrankheit zu sensibilisieren.

Die Weltgesundheitsorganisation fordert ihre Mitgliedsstaaten in diesem Jahr erneut auf, Maßnahmen zur Bekämpfung der Sepsis zu ergreifen. In einer Resolution hebt sie hervor, wie wichtig Aufklärung, Hygienemaßnahmen und Schutzimpfungen sowie eine schnelle Diagnose im Ernstfall seien. Bei der Sepsis handelt es sich um die häufigste Todesursache bei Infektionskrankheiten weltweit.

Patienteninformation zur Auslage im Wartezimmer

Um das Wissen in der Bevölkerung zu erhöhen und die Menschen für die Gefahren dieser nur wenig bekannten Krankheit zu sensibilisieren, hat die KBV eine Patienteninformation erstellt. Auf einer Seite werden Ursachen und Symptome leicht verständlich zusammengefasst. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass Impfungen gegen Grippe und Pneumokokken schützen können.

Ärzte können das Infoblatt kostenlos herunterladen, ausdrucken und im Wartezimmer auslegen. Dass Informationen wichtig sind, zeigt auch eine Studie der Sepsis Stiftung: Demnach kennt weniger als die Hälfte der deutschen Bevölkerung das Wort „Sepsis“, noch weniger kennen die ersten Symptome.

Auf einer neuen Themenseite im Internet stellt die KBV außerdem Informationen für Ärzte bereit, die helfen sollen, eine Sepsis frühzeitig zu erkennen. „Ein Problem ist, dass die Symptome oft nicht eindeutig sind“, erläutert Professor Dr. Konrad Reinhart, Seniorprofessor am Universitätsklinikum Jena und seit Jahren im Kampf gegen Sepsis aktiv, den PraxisNachrichten.

„Um Sepsis frühzeitig zu erkennen, ist es notwendig, die oft unspezifischen Frühzeichen zu kennen und bis zum Beweis des Gegenteils davon auszugehen, dass eine Infektion beziehungsweise eine Sepsis vorliegen könnte“, betont der Experte. Reinhart ist Vorsitzender der Global Sepsis Alliance und der Sepsis Stiftung, die sich für Forschung und Aufklärung einsetzen.

Unspezifische Symptome erkennen

Viel häufiger als Wundinfektionen lösen innere Infektionen wie Lungenentzündungen, Harnwegsentzündungen oder Entzündungen des Bauchraums eine Sepsis aus. Die Symptome können denen einer Influenza ähneln – beispielsweise hohes Fieber und (Muskel-)Schmerzen. Weitere Anzeichen sind plötzliche Verwirrtheit, Schläfrigkeit oder Unruhe, verfärbte oder fleckige Haut, schneller Herzschlag, niedriger Blutdruck, schnelle, schwere Atmung oder Luftnot.

Das können niedergelassene Ärzte tun

Ärzte sollten bei bestimmten Warnsymptomen alarmiert sein und an eine Sepsis denken. Patienten mit Verdacht auf eine Sepsis müssten sofort in ein Krankenhaus eingewiesen werden, sagt Reinhart. „Es zählt jede Minute.“

Eine wichtige Aufgabe der Vertragsärzte sieht der Experte ferner darin, die Patienten über Schutzimpfungen zu informieren. Dadurch ließen sich bestimmte Infektionskrankheiten, die zu einer Sepsis führen können, vorbeugen. Eine wichtige Rolle bei der Sepsis-Prävention spielen Grippeschutz- und Pneumokokken-Impfungen nicht nur für Kleinkinder sondern für alle Menschen über sechzig Jahre und Patienten mit Risikofaktoren. Dazu zählen unter anderem Menschen ohne Milz – sie haben ein stark erhöhtes Infektions- und Sepsisrisiko. Bei ihnen sind entsprechende Schutzimpfungen deshalb besonders wichtig.

Die KBV unterstützt Praxen bei der Information ihrer Patienten mit einem speziellen Flyer mit großer Impf-Übersicht: „Klein und gemein – Gib‘ Viren und Bakterien keine Chance!“. Dieser kann kostenlos per E-Mail an versand@kbv.de bestellt werden.

Sepsis in Deutschland

Die Sepsis Stiftung schätzt, dass von den jährlich insgesamt 70.000 Sepsis-Todesfällen etwa 15.000 bis 20.000 vermeidbar wären. In Deutschland ist die Sepsis-Sterblichkeit auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamtes in den vergangenen Jahren insgesamt zwar leicht gesunken – von etwa 27 Prozent im Jahr 2007 auf 24,3 Prozent im Jahr 2013. Beim septischen Schock ist die Sterblichkeit mit fast 60 Prozent jedoch unverändert hoch.

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