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Praxisnachrichten

Mit qualifizierter Ersteinschätzung zur richtigen Notfallversorgung

07.09.2017 - Durch eine qualifizierte Ersteinschätzung sollen Patienten im Notfall schneller zur richtigen medizinischen Hilfe kommen. Ein entsprechendes Konzept wurde jetzt im Auftrag des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung erarbeitet.

Nach dem vom Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen (aQua) entwickelten Konzept sollen Patienten, wenn sie in der Notaufnahme eines Krankenhauses erscheinen, anhand einer standardisierten Ersteinschätzung von hierfür qualifizierten Pflegekräften beurteilt werden.

Dieses System ermöglicht eine zuverlässige Einordnung, bei der insbesondere schwere Erkrankungen und Verletzungen sicher erkannt oder ausgeschlossen werden können. Im Anschluss bleiben die Patienten entweder im Krankenhaus oder werden ambulant versorgt. Dem Krankenhauspersonal bleiben dadurch mehr Kapazitäten, sich um schwere Fälle zu kümmern. Idealerweise wenden sich die Patienten bereits bevor sie sich auf den Weg machen telefonisch an die bundesweit geltende Nummer für den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.

Dringlichkeit und Versorgungssetting

Etwa 30 Prozent aller Patienten, die in einer Krankenhaus-Notaufnahme behandelt werden, könnten besser ambulant versorgt werden. Zi-Geschäftsführer Dr. Dominik von Stillfried: „Das Konzept ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer systematischen Einschätzung, die sowohl Aussagen zur Dringlichkeit als auch zum geeigneten Versorgungssetting ermöglicht“.

Kooperation von Bereitschafts- und Rettungsdienst

„Das Gutachten des aQua zeigt, wie wichtig es ist, dass der ärztliche Bereitschaftsdienst, die Notaufnahmen am Krankenhaus und der Rettungsdienst mehr miteinander kooperieren“, sagte der stellvertretende KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Stephan Hofmeister. „Wo immer möglich, sollte der Versicherte bereits am Telefon eine Erstberatung bekommen.“ Allerdings sei dafür eine gesetzliche Grundlage notwendig, „dass wir den Bereitschaftsdienst rund um die Uhr anbieten können“, fügte Hofmeister hinzu. Dann könne sichergestellt werden, dass die 116117 und die Bereitschaftspraxen zu jeder Zeit für Patienten erreichbar seien.

Bessere Koordinierung der Behandlung

„Die Ersteinschätzung ermöglicht eine bessere Koordinierung der Behandlung und kürzere Wartezeiten für Patienten“, hob KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen hervor. Das Gutachten zeige aber auch, dass die bestehenden Ersteinschätzungsverfahren dafür noch weiterentwickelt und evaluiert werden müssen. Der KBV-Chef zeigt sich offen für Verhandlungen: „Wir sind bereit, diese Maßnahmen in Kooperation mit den Krankenhäusern und den Rettungsleitstellen umzusetzen“.

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