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Praxisnachrichten

KBV und Marburger Bund entwickeln Konzept zur Notfallversorgung

21.09.2017 - Zur Reform der Notfallversorgung haben die KBV und der Marburger Bund ein gemeinsames Konzept aus ärztlicher Sicht entwickelt. Kernpunkte sind koordiniertes Vorgehen, bessere Zusammenarbeit und mehr Integration.

„Wir wollen das Thema ärztlich entscheiden“, betonte KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen. Schließlich kümmerten sich die Niedergelassenen gemeinsam mit ihren Kollegen in den Krankenhäusern um die Patienten.

„Die Ärzte in den Notaufnahmen der Krankenhäusern sollen entlastet werden, damit sie sich wieder um die Patienten kümmern können, die auf die Hilfe des Krankenhauses tatsächlich angewiesen sind“, sagte der Vorsitzende des Marburger Bundes (MB), Rudolf Henke, und betonte zugleich, dass er froh sei, dass es möglich war, gemeinsam mit den Vertragsärzten ein Konzept dafür zu entwickeln. Für die Patienten, die ambulant bleiben können, solle die Versorgung durch eine klare Strukturierung verbessert werden.

Ohne Umwege zur passenden Versorgung

Dem Konzept zufolge sollen Notfallpatienten künftig durch eine standardisierte Ersteinschätzung, die an allen Anlaufstellen der Notfallversorgung gleich ist, ohne Umwege in die für sie passende Versorgungsebene geleitet werden. Dazu sollen gemeinsame medizinische Anlaufstellen eingerichtet und telefonische Serviceangebote weiter ausgebaut werden. Nach den Vorstellungen von KBV und MB bedeutet das auch, dass die bundesweite Bereitschaftsdienstnummer 116117 rund um die Uhr erreichbar sein soll und die bisherigen Notrufnummern des Rettungsdienstes sowie des ärztlichen Bereitschaftsdienstes der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) stärker vernetzt werden.

Die Ersteinschätzung soll den Plänen entsprechend nach einem EDV-gestützten Schema erfolgen und in eine klare Empfehlung der geeigneten Versorgungs- und Fachebene münden. Wichtige Kriterien seien Dringlichkeit, medizinische Notwendigkeit und Schwere der Erkrankung. Dabei müssten wirtschaftliche Interessen ebenso in den Hintergrund treten wie Wünsche einzelner Patienten.

Integration vorantreiben

Mit ihrem Konzept wollen KBV und MB die Integration von ambulanter und stationärer Notfallversorgung stärker vorantreiben. Dies werde die Durchlässigkeit zwischen den Bereichen weiter fördern. Dabei komme gemeinsamen Schnittstellen wie zum Beispiel dem Datentransfer bei der Befunddokumentation, eine entscheidende Rolle zu. Kooperationen zwischen KV-Bereitschaftspraxis und Krankenhäusern etwa im Bereich des Labors oder der Röntgendiagnostik sollten zur Regel werden. Zudem sei ein wesentlicher Faktor die Einbeziehung des Rettungsdienstes.

Darüber hinaus müssen die Kenntnisse der Bevölkerung zum Verhalten im akuten Erkrankungsfall und damit um die Notfallstrukturen weiter verbessert werden. Neben medizinischem Wissen gehe es um die Frage „Wo wende ich mich am besten hin?“. Dazu sieht das Konzept breit angelegte Aufklärungskampagnen vor.

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