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Praxisnachrichten

Honorarumsätze für 2015 leicht gestiegen

19.10.2017 - Die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten konnten im Jahr 2015 im Vergleich zu 2014 leichte Honorarzuwächse verzeichnen. Auch im vierten Quartal 2015 ergeben sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum positive Werte. Das sind die Ergebnisse des jetzt erschienenen Honorarberichts der KBV.

Der durchschnittliche Honorarumsatz je Arzt und Psychotherapeut aus vertragsärztlicher Tätigkeit erhöhte sich dem Bericht zufolge im Jahr 2015 im Vergleich zu 2014 um 2.576 Euro auf 211.892 Euro. Das entspricht einer Steigerung um 1,2 Prozent. Der Honorarumsatz je Behandlungsfall stieg im Durchschnitt um 1,48 Euro auf 63,63 Euro (+2,4 Prozent). Entsprechende Zuwächse registrieren 14 der 17 Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen).

Gassen: Jede zehnte Leistung weiterhin unbezahlt

Die Honorarzuwächse seien zwar erfreulich, dennoch würde jede zehnte Leistung der 165.000 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten nach wie vor nicht vergütet, betonte KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen. Zudem sei durch die steigenden Betriebskosten das Einkommen vieler Ärzte trotz Umsatzsteigerungen gesunken.

Honorarumsätze für Haus- und Fachärzte

Der durchschnittliche Honorarumsatz je Arzt erhöhte sich im hausärztlichen Versorgungsbereich im Berichtsjahr 2015 in fast allen KV-Bereichen: Er stieg gegenüber dem Vorjahr im Durchschnitt um 3.193 Euro auf 212.801 Euro (+1,5 Prozent). Der Honorarumsatz je Behandlungsfall erhöhte sich im Durchschnitt um 0,85 Euro auf 62,80 Euro (+1,4 Prozent).

Im fachärztlichen Versorgungsbereich entwickelte sich der durchschnittliche Honorarumsatz je Arzt dagegen regional sehr unterschiedlich: Die Veränderungsraten liegen zwischen minus 1,5 Prozent in Bayern und plus 2,8 Prozent in Thüringen. Im Bundesdurchschnitt zeigte sich ein Plus von 0,8 Prozent. Damit erhöhte sich der Honorarumsatz je Arzt um 1.619 Euro auf 202.876 Euro.

Die größten Zuwächse beim Honorarumsatz erzielten im fachärztlichen Bereich Fachärzte für Humangenetik (+10,5 Prozent), Fachärzte für Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen (+6,3 Prozent), Fachärzte für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (+5,9 Prozent), Fachärzte für Augenheilkunde (+4,8 Prozent) und Fachärzte für Psychiatrie (+4,7 Prozent). Bei den ärztlichen und psychologischen Psychotherapeuten beläuft sich das Plus auf 3,2 Prozent.

Die höchsten Rückgänge beim durchschnittlichen Honorarumsatz je Arzt verzeichneten Fachärzte für Innere Medizin mit Schwerpunkt Angiologie (-4,4 Prozent) sowie mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie (-3,6 Prozent).

Zahlen des vierten Quartals

Dem Honorarbericht zufolge hat sich im vierten Quartal 2015 der Honorarumsatz je Arzt und Psychotherapeut im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2,0 Prozent leicht erhöht. Etwas stärker gestiegen ist der Honorarumsatz je Behandlungsfall mit 2,9 Prozent.

Das Honorarumsatzvolumen der Hausärzte stieg dabei um 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Je Arzt wurde ein Plus von 1,1 Prozent erzielt. Die Vergütung je Behandlungsfall stieg um 2,3 Prozent.

Das Honorarumsatzvolumen der Fachärzte erhöhte sich im selben Zeitraum um 4,4 Prozent. Je Arzt wurde ein Plus von 2,5 Prozent, je Behandlungsfall von 3,5 Prozent erzielt. Die größten Zuwächse beim Umsatz konnten Humangenetiker (+10,8 Prozent) sowie ärztliche und psychologische Psychotherapeuten (+10,5 Prozent) verbuchen.

Honorarumsatz aus vertragsärztlicher Tätigkeit

Der Honorarumsatz wird häufig mit dem Einkommen der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten verwechselt. Der Honorarumsatz ist die Zahlung an den Arzt oder Psychotherapeuten für die Versorgung von gesetzlich versicherten Patienten. Der Umsatz ist nicht mit dem Nettoeinkommen gleichzusetzen.

Das Nettoeinkommen, also das Geld, das der Arzt / Psychotherapeut für seine Arbeit bekommt, beträgt durchschnittlich nur 23,5 Prozent des Honorarumsatzes. Aus den anderen 76,5 Prozent des Honorarumsatzes finanziert er

  • Praxiskosten, zum Beispiel für Personal, Miete, Energie und Versicherungen, medizinische Geräte. Diese Betriebsausgaben sind je nach Fachgruppe unterschiedlich hoch. Sie betragen im Durchschnitt über alle Gruppen 51,6 Prozent des Honorarumsatzes.
  • Steuerzahlungen (14,9 Prozent)
  • berufsständische Altersversorgung (7,1 Prozent)
  • Aufwendungen für Kranken- und Pflegeversicherungen (2,8 Prozent)

Erst nach Abzug aller Kosten erhält man das Nettoeinkommen, das dem Arzt persönlich zur Verfügung steht.

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