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KBV-Vorstand: Abklärungspauschale ist "neues Geld"

02.11.2017 - Die vor einem halben Jahr eingeführte Abklärungspauschale in der Notfallversorgung wird aus Sicht des stellvertretenden KBV-Vorstandsvorsitzenden Dr. Stephan Hofmeister „nach wie vor nicht richtig verstanden“. Dabei sei diese Pauschale „neues Geld für eine Leistung, die erbracht wird“, sagte Hofmeister in einem Interview mit KV-on.

Die ersten Zahlen belegten jedoch, dass diese Pauschale bei weniger als ein Prozent der Fälle abgerechnet werde, fügte der KBV-Vorstand hinzu. Dies zeige, dass offenbar alle anderen Patienten so schwer krank zu sein scheinen, dass sie in den Notaufnahmen weiterbehandelt werden müssten. Dagegen sprächen jedoch zahlreiche Statistiken. Insofern sei die Aufregung „ein Sturm im Wasserglas“.

Sowohl nach den bundesweiten Abrechnungsdaten, als auch nach nationalen und internationalen Studien benötigen etwa zehn Prozent der Patienten, die eine Notfallambulanz im Krankenhaus aufsuchen, keine dringliche Diagnostik und Therapie.

Nachts beträgt die Pauschale 8,42 Euro

Für solche Fälle können Bereitschaftsdienst- und Notfallärzte seit 1. April die Abklärungspauschale abrechnen, wenn sie die Patienten nicht selbst behandeln, sondern an einen niedergelassenen Arzt weiterleiten. Die Pauschale beträgt tagsüber 4,74 Euro und nachts 8,42 Euro.

Verzahnung von Bereitschafts- und Notfalldienst

Hofmeister sprach sich in dem Interview erneut für eine Verzahnung von Bereitschafts- und Notfalldienst aus. Grund sei, dass die Dienste von den Bürgern so in Anspruch genommen würden, dass sie ungesteuert auftauchten, erläuterte er. Die knappen Ressourcen an Fachleuten müssten da eingesetzt werden, wo sie am nötigsten gebraucht würden.

Abklärungspauschale

Dazu wurden folgende GOP zum 1. April 2017 in den EBM aufgenommen:

  • GOP 01205: berechnungsfähig am Tag (Tag = 7-19 Uhr; ohne Wochenenden, Feiertage & 24./31.12); Bewertung: 4,74 Euro (45 Punkte); einmal im Behandlungsfall
  • GOP 01207: berechnungsfähig in der Nacht (Nacht = 19-7 Uhr; ganztägig an Wochenenden, Feiertagen & 24./31.12); Bewertung 8,42 Euro (80 Punkte); einmal im Behandlungsfall

Ausnahmeregelung: Bei Patienten mit anderen Erkrankungen, die ebenfalls eine besonders aufwändige Versorgung benötigen, können die GOP 01223 und 01224 im Einzelfall berechnet werden. Dafür ist eine ausführliche schriftliche Begründung erforderlich.

Abrechnungshinweise zur Abklärungspauschale

Die Abklärungspauschale kann abgerechnet werden, wenn ein Patient in die reguläre vertragsärztliche Versorgung weitergeleitet werden kann, weil er kein Notfall ist. Damit wird die Abklärung der Behandlungsnotwendigkeit und Koordination der weiteren Behandlung vergütet.

Die Ausschlüsse sind die gleichen wie bei den bestehenden Notfallpauschalen (GOP 01210, 01212, 01214 und 01216 und 01218). Zudem dürfen neben der Abklärungspauschale nicht die EBM-Kapitel 33, 34 und 35 (bildgebende Diagnostik) abgerechnet werden.

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