Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sie befinden sich:

 

Praxisnachrichten

Verdacht auf Kindesmissbrauch: Hotline für Ärzte rund um die Uhr

09.11.2017 - Bei Verdacht auf Kindesmissbrauch können sich Ärzte und Psychotherapeuten jetzt rund um die Uhr an eine medizinische Hotline wenden. Dort sind seit Juli dieses Jahres geschulte Fachleute zu erreichen, die zur Rechtslage sowie zu Hilfen vor Ort Auskunft geben. Das Angebot steht bundesweit kostenfrei zur Verfügung.

Die medizinische Kinderschutzhotline 0800 19 210 00 ist ein vom Bundesfamilienministerium gefördertes telefonisches Beratungsangebot für Ärzte, Therapeuten, Pflegende und Angehörige anderer Heilberufe.

Bei Verdacht auf Misshandlung, Vernachlässigung oder sexuellen Missbrauch von Kindern beraten dort Ärzte sowie eine Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin mit speziellem Hintergrundwissen unter anderem zu Fragen der sicheren Diagnostik, zu gesetzlichen Vorgaben in Bezug auf die Schweigepflicht und ärztliches Handeln.

Abschätzung der Gefährdung

Die Fachleute an der Hotline würden zudem darüber informieren, welche Schritte in einem Kinderschutzfall eingeleitet werden könnten oder müssten, erläuterte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut Andreas Witt, der für die Qualitätssicherung zuständige Koordinator. Auch böten sie Hilfestellung bei der Abschätzung der Gefährdung des Kindes und bei der Vorbereitung von Gesprächen. Den Beratern stehe rund um die Uhr ein fachärztlicher Hintergrunddienst zur Verfügung.

Hotline ergänzt bestehende Hilfen

Die Kinderschutzhotline wird vom Universitätsklinikum Ulm zusammen mit den Berliner DRK-Kliniken Westend betrieben. Das zunächst dreijährige Projekt soll die bestehenden Hilfen ergänzen, nicht ersetzen. Die Hotline richtet sich ausschließlich an Ärzte, Psychotherapeuten und andere Heilberufe.

Die KBV engagiert sich seit langem bei der Prävention von sexueller Gewalt gegen Kinder. Dazu hatte die Ärztevertretung bereits vor zwei Jahren mit dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet.

Mehr zum Thema

zu den PraxisNachrichten