Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sie befinden sich:

 

Praxisnachrichten

Mammographie-Screening: Neuer Flyer soll Frauen Entscheidung erleichtern

16.11.2017 - Frauen erhalten zusammen mit der Einladung zur Früherkennungsuntersuchung auf Brustkrebs jetzt einen neuen Flyer. Mit der Entscheidungshilfe sollen sie besser abwägen können, ob sie am Mammographie-Screening-Programm teilnehmen möchten oder nicht.

Das Programm zur Früherkennung von Brustkrebs richtet sich an Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren. Sie haben alle zwei Jahre Anspruch auf eine Mammographie und werden schriftlich zur Teilnahme eingeladen.

Dem aktuellen Einladungsschreiben liegt nunmehr ein neues Dokument bei, das den Frauen bei einer fundierten Entscheidung für oder gegen die Teilnahme helfen soll. Das bisherige Merkblatt wurde dazu inhaltlich und grafisch weiterentwickelt: Wie bisher gibt es allgemeine Informationen zum Programm sowie Zahlen und Fakten zum Nutzen der Untersuchung, neu hinzugekommen ist eine Checkliste.

Checkliste soll bei Entscheidungsfindung helfen

Sie enthält insgesamt vier Fragen mit Antwortmöglichkeiten zum Ankreuzen, zum Beispiel was erwartet werden kann, wenn eine Frau 20 Jahre regelmäßig am Screening-Programm teilnimmt. Unter der Frage wird zu den drei Punkten Heilungschancen, Risiko von Überdiagnosen und Strahlendosis ausgeführt. Frauen können die einzelnen Inhalte für ihre Entscheidung gewichten: „Spricht für beziehungsweise gegen die Teilnahme“, „Ich bin mir unsicher“ oder auch „Spielt für meine Entscheidung keine Rolle”.

Dabei werden die Frauen ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sie noch offene Fragen mit ihrem Frauenarzt oder ihrem Hausarzt besprechen können. Möglich ist auch ein Aufklärungsgespräch mit einem Arzt des Mammographie-Programms; darauf haben Frauen seit einem Jahr Anspruch (die PraxisNachrichten berichteten).

Vorgabe des Gesetzgebers

Die Neuerungen bei der Information der anspruchsberechtigten Frauen gehen zurück auf das Krebsfrüherkennungs- und -registergesetz und das Patientenrechtegesetz. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat daraufhin die Krebsfrüherkennungs-Richtlinie geändert und das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen beauftragt, zunächst das bestehende Merkblatt zu überarbeiten und darauf aufsetzend den neuen Flyer zu entwickeln.

Kooperationsgemeinschaft Mammographie informiert

Die Kooperationsgemeinschaft Mammographie stellt in verschiedenen Infomaterialien und auf ihrer Website das Screening-Programm vor und gibt Tipps zur Entscheidungsfindung.

Daneben gibt es noch einen Fachservice – unter anderem mit Informationen zu rechtlichen Grundlagen, Zertifizierungen und Fortbildungen sowie einen Expertenblog.

Anspruch auf Aufklärungsgespräch

Im Programm zur Früherkennung von Brustkrebs haben Frauen Anspruch auf ein ärztliches Aufklärungsgespräch vor der Mammographie. Der Arzt soll die Frau – sofern von ihr gewünscht – über Hintergründe, Ziele, Inhalte und Vorgehensweise des Früherkennungsprogramms informieren.

Dafür gibt es seit dem 1. Oktober 2016 die Gebührenordnungsposition 01751 im EBM. Die Leistung können der Programmverantwortliche Arzt sowie von ihm beauftragte Ärzte des Mammographie-Screening-Programms abrechnen.

Bevor die Röntgenaufnahmen erstellt werden, muss geprüft werden, ob die ärztliche Aufklärung erfolgte oder die Frau darauf verzichtet hat. Im Falle eines Verzichts muss die Frau eine Erklärung unterschreiben und zum Termin mitbringen. Diese Verzichtserklärung ist dem Einladungsschreiben beigefügt.

Termine für das ärztliche Aufklärungsgespräch können direkt mit der Zentralen Stelle vereinbart werden, die die Einladung und Termine der Untersuchung koordiniert.

Mehr zum Thema

zu den PraxisNachrichten