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Erste Komponenten zur Anbindung an die TI zugelassen

16.11.2017 - Für die Anbindung der Praxen an die Telematikinfrastruktur sind jetzt die ersten Komponenten zugelassen worden. Eine Übersicht auf der KBV-Website informiert über den aktuellen Stand. Die Zulassung für den Praxisausweis für den vertragsärztlichen Bereich wird in Kürze erwartet.

KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel zeigte sich erfreut, dass es nun losgeht. Mit der Zulassung der ersten Geräte könne die Anbindung der Arzt- und Psychotherapeutenpraxen an die Telematikinfrastruktur (TI) demnächst beginnen. Er gehe davon aus, dass weitere Anbieter für die technischen Geräte folgten. Ärzte und Psychotherapeuten sollten deshalb genau prüfen, wann für ihre Praxis der richtige Zeitpunkt für den Anschluss sei.

Anschluss an die TI bis Ende 2018

Nach der vom Gesetzgeber beschlossenen Fristverlängerung sollen alle Praxen bis Ende 2018 mit der neuen Technik ausgestattet sein. Ab 1. Januar 2019 ist das Versichertenstammdatenmanagement Pflicht. Für den Anschluss an die Telematikinfrastruktur benötigen Praxen einen Konnektor, ein E-Health-Kartenterminal, einen VPN-Zugangsdienst und einen Praxisausweis. Außerdem muss das Praxisverwaltungssystem angepasst werden.

Erster Konnektor auf dem Markt

Bei denen von der Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH (gematik) zugelassenen Komponenten handelt es sich um einen Konnektor („KoCoBox MED+“ des Unternehmens KoCo Connector), ein E-Health-Kartenterminal („ORGA 6141 online“ des Unternehmens Ingenico Healthcare) und einen VPN-Zugangsdienst (CompuGroup Medical Deutschland).

Praxisausweis kurz vor der Zulassung

Auch für den Praxisausweis, die sogenannte SMC-B, gibt es einen ersten von der gematik zugelassenen Anbieter – die Bundesdruckerei. Den Ausweis benötigen Praxen zur Registrierung als medizinische Einrichtung, damit der Konnektor eine Verbindung zur TI aufbauen kann.

Bei dieser Komponente ist neben der gematik-Zulassung zusätzlich eine Zulassung für die einzelnen Sektoren notwendig. Die Bundesdruckerei hat eine solche für den zahnärztlichen Bereich erhalten; für den vertragsärztlichen Bereich wird dies in Kürze erwartet. Sobald die Zulassung vorliegt, können Arzt- und Psychotherapeutenpraxen einen Praxisausweis beantragen.

Weitere Anbieter Anfang 2018 erwartet

Die aktuell erteilten Zulassungen der Komponenten stellen erst den Anfang dar. Weitere Anbieter von zum Beispiel Konnektoren und Praxisausweisen werden voraussichtlich im Frühjahr 2018 auf den Markt kommen. Auch beim Praxisausweis werden weitere Anbieter erwartet.

Für Ärzte und Psychotherapeuten steht auf der Website der gematik eine Übersicht der bereits zugelassenen Komponenten bereit.

Die KBV stellt zahlreiche Informationen für niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten zur Telematikinfrastruktur zur Verfügung:
Themenseite Telematikinfrastruktur

Auf einen Blick: Das sollten Praxen wissen

Angesichts der ersten zugelassenen Komponenten zur Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI), hier ein Überblick, was Praxen jetzt wissen und beachten sollten:

  • Die Frist für das erste Versichertenstammdatenmanagement wurde vom Gesetzgeber auf den 1. Januar 2019 verschoben. Das betrifft auch die Sanktionen. Das heißt: Praxen müssen bis Ende 2018 an die TI angeschlossen sein, um spätestens ab 1. Januar 2019 die Versichertendaten auf der elektronischen Gesundheitskarte online prüfen und aktualisieren zu können.
  • Praxen sollten das Preis-Leistungs-Verhältnis des Anbieters insofern prüfen, ob das Angebot zu den Pauschalen passt, welche die Praxen von den Krankenkassen erstattet bekommen.
  • In der ersten Jahreshälfte 2018 werden weitere Zulassungen für Komponenten-Anbieter erwartet, sodass mehr Auswahl besteht, was sich auch im Preis niederschlagen dürfte.
  • Die Auslieferung des Praxisausweises wird ab Bestellung voraussichtlich etwa zwei Wochen dauern. Erst wenn der Ausweis da ist, sollten Praxen einen Installationstermin vereinbaren.
  • Für den Anschluss an die TI ist auch eine Anpassung des Praxisverwaltungssystems (PVS) notwendig. Praxen sollten sich zunächst bei ihrem PVS-Hersteller erkundigen, ob dies für das eigene System bereits verfügbar ist.

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