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Praxisnachrichten

Zahl der behandelten Patienten mit rheumatoider Arthritis steigt

23.11.2017 - Die rheumatoide Arthritis erlangt zunehmende Bedeutung in der ambulanten Versorgung. Eine Analyse der Wissenschaftler des Versorgungsatlas ergab, dass die Anzahl der behandelten Patienten in den Arztpraxen zwischen 2009 und 2015 kontinuierlich gestiegen ist.

Während 2009 insgesamt 0,87 Prozent (526.211) der gesetzlich Krankenversicherten aufgrund dieser Erkrankung die vertragsärztliche Versorgung in Anspruch nahmen, waren es sechs Jahre später 1,08 Prozent (666.220), wie Dr. Annika Steffen vom Versorgungsatlas des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung erläuterte. Weiterhin kamen die Wissenschaftler zu der Erkenntnis, dass die Erkrankung in der Bevölkerung häufiger vorkomme als bislang angenommen.

Während auf Basis älterer Studien von einer Erkrankungshäufigkeit von 0,8 bis 0,9 Prozent ausgegangen wurde, deutet die aktuelle Untersuchung darauf hin, dass etwa 1,2 Prozent der Bevölkerung an einer rheumatoiden Arthritis leidet. Frauen sind dabei etwa 2,5-mal häufiger betroffen als Männer.

Schubweiser Verlauf

Zwar ist die rheumatoide Arthritis als chronische Erkrankung unheilbar, sie kann jedoch mit längeren Phasen niedriger Krankheitsaktivität und im Idealfall mit einer Remission einhergehen. Deshalb ist davon auszugehen, dass nicht jeder betroffene Patient jedes Jahr die vertragsärztliche Versorgung in gleichem Ausmaß in Anspruch nimmt. Um die tatsächliche Erkrankungshäufigkeit in der Bevölkerung zu schätzen, bezogen die Wissenschaftler des Versorgungsatlas daher den gesamten Zeitraum von 2009 bis 2015 ein.

Regionale Unterschiede

Die Wissenschaftler beobachteten zudem Unterschiede in der Erkrankungshäufigkeit und der Neuerkrankungsrate zwischen den Regionen Deutschlands. Im Allgemeinen erkrankten im Norden mehr Menschen an rheumatoider Arthritis als im Süden, wobei die Stadtstaaten Hamburg und Bremen etwas geringere Erkrankungszahlen als die umliegenden Flächenländer aufwiesen. Die Ursachen der regionalen Unterschiede sind unklar, könnten aber durch unterschiedlich stark vorkommende Risikofaktoren wie beispielsweise das Rauchen bedingt sein.

Folgende Studie untersucht medikamentöse Versorgung

Grundlage für die Analyse bildeten die bundesweiten, vertragsärztlichen Abrechnungsdaten der Jahre 2009 bis 2015. Die untersuchten Daten umfassen alle gesetzlich krankenversicherten Patienten, die in dem Untersuchungszeitraum mindestens einen Arztkontakt hatten und repräsentieren somit etwa 85 Prozent der Bevölkerung.

In einer nachfolgenden Studie wollen die Wissenschaftler des Versorgungsatlas die medikamentöse Versorgung von Patienten mit rheumatoider Arthritis untersuchen und hinsichtlich regionaler Unterschiede beleuchten.

Versorgungsatlas

Der Versorgungsatlas ist eine Einrichtung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi). Er wurde institutionalisiert als öffentlich zugängliche Informationsquelle mit Studien zur medizinischen Versorgung in Deutschland. Schwerpunkt der Studien sind regionale Unterschiede in der Versorgung sowie deren unterschiedliche Strukturen und Abläufe.

Die Analysen sollen Anhaltspunkte liefern, wie die Versorgung verbessert werden kann. In Foren kann jeder Beitrag öffentlich diskutiert werden. Die Analysen der Wissenschaftler des Versorgungsatlas basieren auf den bundesweiten Abrechnungsdaten der vertragsärztlichen Versorgung in Deutschland.

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