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Praxisnachrichten

Digitalisierung: Apps und Algorithmen können Ärzte nicht ersetzen

23.11.2017 - Digitale Techniken können den Arzt-Patienten-Kontakt aus Sicht von KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel nicht ersetzen. Apps und Algorithmen würden unterstützen und helfen, sagte Kriedel am Dienstag auf der Veranstaltung „Kontroverse Mittagspause“.

Zu dem moderierten Streitgespräch unter dem Motto „Dr. Algorithmus: Arzt unseres Vertrauens?“ hatte die KBV eingeladen. Gast auf dem Podium war neben Kriedel der Vorsitzende der Expertengruppe „Intelligente Gesundheitsnetze“ des Digital-Gipfels der Bundesregierung, Prof. Dr. Klaus Juffernbruch.

Grundsätzlich einig waren sich die Gesprächspartner hinsichtlich der Bedeutung des Arzt-Patienten-Kontakts. Zudem forderten beide, dass die digitalen Techniken qualitätsgesichert sein müssen.

Ärzte hätten mehr Zeit für die Patienten

Unterschiedliche Ansichten gab es hinsichtlich des Zeitfensters, in dem digitale Techniken etabliert werden sollen. In Deutschland neige man dazu, „erstmal zu verhindern“, kritisierte Juffernbruch. Dabei wäre es angesichts der herrschenden Ärzteknappheit positiv, wenn durch den Einsatz von intelligenten Algorithmen effizienter gearbeitet werden könnte, betonte der Mediziner und Informatiker. Die gewonnene Zeit könne der Arzt dann „für die Behandlung von mehr Patienten oder auch für mehr menschliche Zuneigung verwenden“.

Zudem wird nach Ansicht von Juffernbruch zu vieles nur aus Ärztesicht gesehen. Es müsse öfter die Patientensicht eingenommen werden.

Endverantwortung muss der Arzt haben

Für Kriedel geht es neben der schnellen Einführung der digitalen Techniken vor allem um Verlässlichkeit. „Wir sind verpflichtet, uns an gewisse Normen zu halten“, betonte er. Der Nutzennachweis sei notwendig. Zudem stellten sich Haftungsfragen. Die Ärzte seien nicht innovationsfeindlich, aber digitale Techniken können immer nur unterstützen und beschleunigen, fügte der KBV-Vorstand hinzu. Die Endverantwortung müsse der Arzt haben.

Die „Kontroverse Mittagspause“ ist eine Veranstaltungsreihe, zu der die KBV zweimal im Jahr Politiker und Vertreter der Gesundheitsbranche einlädt.

  • Dr. Thomas Kriedel: Ärzte sind nicht innovationsfeindlich - es geht letztlich darum, dass Patienten sichere Behandlungen und Medikamente erhalten. Foto: Kahl/KBV

    Dr. Thomas Kriedel: Ärzte sind nicht innovationsfeindlich - es geht letztlich darum, dass Patienten sichere Behandlungen und Medikamente erhalten. Foto: Kahl/KBV

  • Prof. Dr. Klaus Juffernbruch: "Ärzte sollen digitale Kriterien festlegen - damit nicht die Industrie Algorithmen einseitig definiert." Foto: Kahl/KBV

    Prof. Dr. Klaus Juffernbruch: "Ärzte sollen digitale Kriterien festlegen - damit nicht die Industrie Algorithmen einseitig definiert." Foto: Kahl/KBV

  • "Es gibt kaum jemanden, der sich nicht vom Thema KI faszinieren lässt“, so Moderator Philipp Grätzel von Grätz. Foto: Kahl/KBV

    "Es gibt kaum jemanden, der sich nicht vom Thema KI faszinieren lässt“, so Moderator Philipp Grätzel von Grätz. Foto: Kahl/KBV

  • Dr. Thomas Kriedel: "KI und Apps unterstützen den Arzt höchstens, ersetzen ihn aber nicht." Foto: Kahl/KBV

    Dr. Thomas Kriedel: "KI und Apps unterstützen den Arzt höchstens, ersetzen ihn aber nicht." Foto: Kahl/KBV

  • Gut besucht: die Kontroverse Mittagspause bei der KBV. Foto: Kahl/KBV

    Gut besucht: die Kontroverse Mittagspause bei der KBV. Foto: Kahl/KBV

  • Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV, sprach das Grußwort zur Eröffnung der Veranstaltung. Foto: Kahl/KBV

    Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV, sprach das Grußwort zur Eröffnung der Veranstaltung. Foto: Kahl/KBV

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