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Praxisnachrichten

Vergütung für Screening auf Bauchaortenaneurysmen beschlossen

23.11.2017 - Die Vergütungsregelung für das Ultraschallscreening zur Früherkennung von Bauchaortenaneurysmen steht. Damit kann das Screening zum 1. Januar 2018 starten. Anspruch auf die Untersuchung haben gesetzlich krankenversicherte Männer ab 65 Jahren.

Zur Abrechnung des Ultraschallscreenings auf Bauchaortenaneurysmen werden zum 1. Januar zwei neue Gebührenordnungspositionen (GOP) in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) aufgenommen. Das haben KBV und GKV-Spitzenverband im Bewertungsausschuss beschlossen.

Extrabudgetäre Vergütung für neue GOP

Die ärztliche Aufklärung zum Screening und die Ausgabe der Versicherteninformation an den Patienten werden mit 6,07 Euro vergütet, die Abrechnung der Leistung erfolgt mit der GOP 01747 (57 Punkte). Für die sonographische Untersuchung der Bauchaorta ist die GOP 01748 berechnungsfähig. Die Untersuchung wird mit 15,77 Euro (148 Punkte) honoriert. Die Vergütung beider Leistungen erfolgt extrabudgetär.

Um während der Früherkennungsuntersuchung bei Bedarf weitere Organe des Abdomens sonographisch untersuchen zu können, ist es möglich, die GOP 01748 neben der GOP 33042 (Sonographie Abdomen, 157 Punkte, 16,73 Euro) zu berechnen. Da sich die Leistungsinhalte überschneiden, wird in diesen Fällen die GOP 33042 nicht in voller Höhe honoriert (80 Punkte statt 157 Punkte). In der Summe resultieren damit 228 Punkte.

Haus- und Fachärzte führen Screening durch

Hausärzte, Urologen, Internisten mit und ohne Schwerpunkt, Chirurgen und Radiologen dürfen das Screening durchführen. Für die sonographische Untersuchung der Bauchaorta benötigen sie eine Genehmigung ihrer Kassenärztlichen Vereinigung nach der Ultraschallvereinbarung.

Auch Ärzte der oben genannten Fachgruppen, die keine Genehmigung für die Bauchaorta-Sonographie haben, können das Aufklärungsgespräch durchführen. Es kann beispielsweise während des „Check-up 35“ erfolgen. In diesem Fall werden die Gesundheitsuntersuchung (GOP 01732) und die Beratung separat abgerechnet.

Untersuchung erfolgt einmal

Der Gemeinsame Bundesausschuss hatte vor gut einem Jahr die Richtlinie Ultraschallscreening auf Bauchaortenaneurysmen beschlossen, im Juni dieses Jahres war sie in Kraft getreten. Danach haben Männer im Alter ab 65 Jahren einmal im Leben Anspruch auf die neue Früherkennungsuntersuchung.

Männer sind wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge wesentlich häufiger von einem Bauchaortenaneurysma betroffen als Frauen. Liegt diese Erkrankung bei vier bis acht Prozent der Männer über 65 Jahre vor, sind es bei den Frauen nur 0,5 bis 1,5 Prozent.

Auf einen Blick: Die neuen GOP

GOP Bewertung Leistung
01747 57 Punkte/6,07 Euro Aufklärung und Ausgabe der Versicherteninfo zum Screening der Bauchaorta
01748 148 Punkte/15,77 Euro Sonographische Untersuchung der Bauchaorta
Fakultativ: Beratung zu Therapiemöglichkeiten bei auffälligem Befund

Für die Abrechnung der sonographischen Untersuchung (GOP 01748) benötigen die Ärzte eine Genehmigung ihrer Kassenärztlichen Vereinigung.

Die Vergütung der GOP 01747 und der GOP 01748 erfolgt extrabudgetär.

Hinweis: Im Rahmen der Früherkennungsuntersuchung von Bauchaortenaneurysmen können bei Bedarf auch weitere Organe des Abdomens sonographisch untersucht werden. In diesen Fällen kann die GOP 01748 neben der GOP 33042 (Sonographie Abdomen) berechnet werden. Aufgrund sich überschneidender Leistungsinhalte wird jedoch ein Abschlag von 77 Punkten auf die GOP 33042 vorgenommen. Sie ist demnach mit 80 Punkten bewertet. Der Arzt kennzeichnet diese Fälle mit einem zusätzlichen „A“ (33042A). Damit reduziert sich die Prüfzeit für die Leistung von neun auf fünf Minuten.

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