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Praxisnachrichten

Ärzte können Symptomkontrolle bei Palliativpatienten verordnen

30.11.2017 - Vertragsärzte können jetzt eine neue Leistung im Rahmen der häuslichen Krankenpflege verordnen: die Symptomkontrolle bei Palliativpatienten. Damit soll die pflegerische Versorgung sterbender Menschen in ihrer häuslichen Umgebung verbessert werden.

Mithilfe der Symptomkontrolle sollen Krankheitszeichen und mögliche Begleiterscheinungen möglichst schnell erkannt, erfasst und behandelt werden. Im Vordergrund stehen die Verbesserung der Symptomatik und Lebensqualität von Palliativpatienten. Dass Vertragsärzte die Symptomkontrolle verordnen dürfen, hatte der Gemeinsame Bundesausschuss im März beschlossen. Der Beschluss ist am 25. November in Kraft getreten.

Kontrolle auch von Wunden

Eine Symptomkontrolle soll insbesondere bei Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen, pulmonalen oder kardialen Symptomen und Obstipation sowie bei exulzerierenden Wunden durchgeführt werden. Zudem gehört die Krisenintervention dazu, zum Beispiel bei Krampfanfällen, Blutungen oder akuten Angstzuständen.

Nur für sterbende Patienten

Die neue Leistung ist für Patienten verordnungsfähig, die an einer unheilbaren, so weit fortgeschrittenen Erkrankung leiden, dass nach Einschätzung des behandelnden Arztes die Lebenserwartung auf einige Tage, Wochen oder Monate begrenzt ist. Bei Kindern und Jugendlichen ist die Leistung auch bei länger prognostizierter Lebenserwartung verordnungsfähig.

Nicht verordnungsfähig ist die Leistung, wenn der Patient bereits im Rahmen der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) behandelt wird.

Verordnung für jeweils 14 Tage

Die Verordnungsdauer beträgt für die Erst- und Folgeverordnung jeweils bis zu 14 Tage. Die Häufigkeit der Maßnahme richtet sich nach dem individuellen Bedarf. Das heißt, es gibt keine Beschränkung hinsichtlich der Anzahl der täglichen Pflegeeinsätze.

Die Verordnung erfolgt auf Formular 12 (Verordnung häuslicher Krankenpflege). Ärzte tragen in das Formular die Leistungsziffer Nr. 24a oder „Symptomkontrolle bei Palliativpatienten“ ein. Unabhängig davon sind alle notwendigen behandlungspflegerischen Maßnahmen wie gewohnt anzugeben.

Gesetzlicher Hintergrund

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 16. März beschlossen, die Symptomkontrolle bei Palliativpatienten als neue Leistung in die Richtlinie zur häuslichen Krankenpflege aufzunehmen. Damit hat er eine Vorgabe des Gesetzgebers aus dem Hospiz- und Palliativgesetz umgesetzt. Ziel ist es, den Hospiz- und Palliativgedanken stärker in der Regelversorgung zu verankern und die ambulante Palliativversorgung weiter zu stärken. Der Beschluss des G-BA ist am 25. November in Kraft getreten.

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