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Erste Stufe der Laborreform kommt zum 1. April 2018

07.12.2017 - Die Verhandlungen zur Laborreform zwischen KBV und GKV-Spitzenverband sind abgeschlossen. Die neuen Vergütungsregelungen treten zum 1. April 2018 in Kraft. Haus- und Fachärzte haben sich zudem über die zukünftige Finanzierung der Laboruntersuchungen verständigt.

Ziel der Reform ist es, die überproportional wachsenden Ausgaben im Labor in den Griff zu bekommen. Nach Berechnungen der KBV steigen diese jedes Jahr um rund fünf Prozent und damit deutlich stärker als die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung. Dies führt dazu, dass immer mehr Geld in Laboruntersuchungen fließt, was für andere ärztliche Leistungen fehlt.

Basis für die jetzt beschlossenen Maßnahmen bildet das Konzept zur Weiterentwicklung der Vergütung von Laboruntersuchungen, das die Vertreterversammlung der KBV vor einem Jahr verabschiedet hat.

Neue Nachschussregelung für Haus- und Fachärzte

Die Höhe der Nachschusssumme wird insgesamt sinken. Denn aus dem Grundbetrag „Labor“ werden ab April 2018 nur noch der Wirtschaftlichkeitsbonus und die auf Muster 10 veranlassten Laboruntersuchungen vergütet. Alle andere Leistungen, zum Beispiel Untersuchungen im organisierten Notfalldienst oder in Laborgemeinschaften, werden in den jeweiligen Versorgungsbereich überführt.

Zudem ist mit den jetzt gefassten Beschlüssen sichergestellt, dass künftig der Nachschussbetrag zum Grundbetrag „Labor“ dem jeweiligen Vergütungsanteil der Haus- beziehungsweise Fachärzte am Grundbetrag „Labor“ entspricht. Bisher wurde nach dem sogenannten regionalen Trennungsfaktor aus den „Versorgungsbereichstöpfen“ nachfinanziert.

Mindestquote von 89 Prozent

Eine weitere Änderung betrifft die Mindestquote für die Vergütung veranlasster Laboruntersuchungen. Sie wird von 91,58 auf 89 Prozent abgesenkt. Damit sollen Laborärzte im Durchschnitt laboratoriumsmedizinische Leistungen zu mindestens 89 Prozent honoriert bekommen.

Individuelle Maßnahmen zur Mengensteuerung

Individuelle Maßnahmen zur Mengensteuerung sollen ab April kommenden Jahres dazu beitragen, die hohe Dynamik im Labor zu begrenzen. Die Kassenärztlichen Vereinigungen haben dann die Möglichkeit, in regionalen Regelungen zur Vergütung ein individuelles „Budget“ für Laborärzte festzulegen. Innerhalb des Budgets wird zu 100 Prozent, über das zugeteilte Budget hinaus wird mit mindestens 35 Prozent vergütet.

Wirtschaftlichkeitsbonus neu geregelt

Um den Anreiz für eine wirtschaftliche Veranlassung von Laboruntersuchungen zu erhöhen, wird der Wirtschaftlichkeitsbonus neu ausgerichtet. Dabei werden die durchschnittlichen Laborkosten eines Arztes je Behandlungsfall (individueller Fallwert) mit den Kosten seiner Arztgruppe verglichen.

Ärzte, die Laboruntersuchungen wirtschaftlich veranlassen und erbringen, können einen höheren Bonus erhalten als bisher. Dazu wird auch die Regelung der Kennnummern angepasst, die künftig nur noch bestimmte laboratoriumsmedizinische Untersuchungen von der Anrechnung auf die Kosten befreien.

Weitergehende Überprüfung der Laboruntersuchungen vereinbart

Die jetzt beschlossenen Maßnahmen sind aus Sicht der KBV nur ein erster Schritt in einer nachhaltigen Laborreform. Im Hinblick auf die steigenden Kosten des Laborbereichs wurde eine weitergehende Überprüfung der Laboruntersuchungen in den Protokollnotizen zum Beschluss vereinbart.

Auslöser für die Laborreform waren die steigenden Nachschussbeträge, die regelmäßig anfallen, weil das Geld im Labortopf (Grundbetrag „Labor“) nicht ausreicht. Nach der jetzigen Regelung kommen Haus- und Fachärzte dafür nach dem Trennungsfaktor fast in gleicher Höhe auf. Das Bundesgesundheitsministerium hatte die KBV aufgefordert zu prüfen, ob der hausärztliche Versorgungsbereich durch diese Regelung ungerechtfertigt belastet sein könnte.

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