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Aktueller "Klartext": Big Data aus ethischer Sicht

14.12.2017 - Die Datensouveränität des einzelnen Patienten muss aus Sicht des Deutschen Ethikrates auch in der digitalen Welt gewährleistet sein. Es gehe um die sinnvolle Nutzung von Big Data im Gesundheitswesen unter Wahrung der Persönlichkeitsinteressen, betont der Vorsitzende des Gremiums, Professor Peter Dabrock, im aktuellen KBV-Magazin „Klartext“.

„Ein Zurück in eine Vor-Big-Data-Zeit ist nicht realistisch“, fügte er hinzu. „Wenn wir die Vorteile von Big Data nutzen wollen, dann müssen wir uns eingestehen, dass wir mit dem gut bewährten Paradigma der informationellen Selbstbestimmung und der alten Datenschutzprinzipien nicht mehr einfach fortfahren können.“

Der Ethikrat schlage deshalb vor, vom „Datenschutz“ auf ein neues Konzept der „Datensouveränität“ umzusteigen, sagt Dabrock in einem Interview mit dem gesundheitspolitischen Magazin „Klartext“ der KBV. „Wir nennen das ‚informationelle Freiheitsbestimmung‘“.

Ethikrat greift KBV-Vorschlag auf

Nötig seien dafür neue technische Möglichkeiten, die es dem Einzelnen erlauben, in den Verwertungsprozess seiner persönlichen und vor allem gesundheitsbezogenen Daten jederzeit eingreifen zu können, hebt Dabrock hervor. Die Bürger sollten außerdem die Möglichkeit haben, „sich proaktiv als ‚Datenspender‘ zur Verfügung zu stellen“.

Dies hat der Ethikrat in seiner Ende November veröffentlichten Stellungnahme zum Thema „Big Data und Gesundheit“ ausgeführt und damit einen Vorschlag der KBV aufgegriffen. Danach soll es Bürgern ermöglicht werden, Gesundheitsdaten auf freiwilliger Basis zu spenden und beispielsweise für die Forschung zur Verfügung zu stellen. Dies müsse allerdings unter Wahrung eines strengen und effektiven Datenschutzes mit konkreter Zweckbindung der Daten geschehen.

Bürokratieabbau und Entbudgetierung

Weitere Themen in der jüngsten Ausgabe des „Klartext“ sind unter anderem die Arzt-Patienten-Kommunikation, Bürokratie in der Arztpraxis, Vorschläge der KBV zur Ablösung der Budgets in der vertragsärztlichen Vergütung, die Reform der Notfallversorgung sowie die Diskussion um die Psychotherapeuten-Ausbildung.

Das gesundheitspolitische Magazin der KBV erscheint viermal im Jahr. Es kann kostenlos über die Website der KBV abonniert werden. Dort ist es auch als PDF und als ePaper verfügbar.

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