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Praxisnachrichten

Ernährungstherapie ab 2018 verordnungsfähig - Formular 18 gilt

21.12.2017 - Ab 1. Januar 2018 können spezialisierte Ärzte erstmals Ernährungstherapie als Heilmittel für Patienten mit einer seltenen angeborenen Stoffwechselerkrankung oder Mukoviszidose verordnen. Sie nutzen dafür das Verordnungsformular 18, das bisher nur für Ergotherapie gilt.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte im März die Heilmittel-Richtlinie angepasst, die zum 1. Januar 2018 in Kraft tritt.

Verordnung auf Formular 18

Für die Verordnung von Ernährungstherapie können spezialisierte Vertragsärzte das Formular 18 nutzen, auf dem bisher Ergotherapie verordnet wird. Inhaltlich wird das Formular nicht verändert. Lediglich der Formulartitel wird um den Begriff „Ernährungstherapie“ ergänzt. Erweitert wurden aber die Erläuterungen zum Vordruck, um die Anforderungen für die Verordnung von Ernährungstherapie zu verdeutlichen.

Praxen erhalten die Vordrucke entweder über ihre Kassenärztliche Vereinigung oder direkt bei der Druckerei. Es gilt keine Stichtagsregelung, so dass die alten Formulare zunächst aufgebraucht werden können. Das Formular ist aber auch wie gewohnt in den Praxisverwaltungssystemen hinterlegt.

Aufnahme in den Heilmittelkatalog

Mit der Aufnahme der Ernährungstherapie in den Heilmittelkatalog dürfen insbesondere Diätassistenten, Oecotrophologen und Ernährungswissenschaftler die Behandlung künftig zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung durchführen, wenn sie dafür von den Krankenkassen zugelassen sind. Bislang erfolgt die Therapie vor allem in spezialisierten Zentren.

Verordnen dürfen grundsätzlich Vertragsärzte, die auf die Behandlung von seltenen angeborenen Stoffwechselerkrankungen oder Mukoviszidose spezialisiert sind. Das ist in der Regel derjenige Arzt, der die krankheitsspezifische Behandlung schwerpunktmäßig durchführt. Nur in Ausnahmefällen kann eine Folgeverordnung auch von nicht-spezialisierten Vertragsärzten in Abstimmung mit dem Spezialisten ausgestellt werden.

Krankheitsspezifische Diäten und Ernährungspläne

Von der neuen Regelung profitieren Patienten, die an einer seltenen angeborenen Stoffwechselerkrankungen wie Phenylketonurie, Harnstoffzyklusdefekte, Formen der Glykogenose oder an Mukoviszidose leiden. Dabei muss die Ernährungstherapie als alternativlose medizinische Maßnahme gelten, ohne die Tod oder schwere Behinderung droht. In Deutschland betrifft dies nach Schätzungen des G-BA insgesamt etwa 23.000 Patienten.

Die Ernährungstherapie ist Teil des ärztlichen Behandlungsplans und umfasst insbesondere die Beratung zur Auswahl und Zubereitung natürlicher Nahrungsmittel. In Absprache mit dem Vertragsarzt erstellt der Ernährungstherapeut krankheitsspezifische Diäten und Ernährungspläne. Ziele sind eine altersgemäße, körperliche und geistige Entwicklung, das Erreichen eines stabilen Ernährungszustandes, die Verhütung von Krankheitsfolgen und eine verbesserte Lebenserwartung.

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