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Elektronischer Arztbrief: Vergütung bleibt bestehen

21.12.2017 - Zur Übermittlung elektronischer Arztbriefe in der vertragsärztlichen Versorgung ist die KBV-Richtlinie angepasst worden. Unter anderem wurden die Regelungen zur Vergütung neu verortet. Vergütet werden die eArztbriefe ab 1. Januar 2018 jedoch wie bisher, wenn die Voraussetzungen erfüllt werden.

Die Regelungen zur Vergütung finden sich nun übergangsweise in einer Anlage zum Bundesmantelvertrag (TI-Finanzierungsvereinbarung). Darauf hatten sich KBV und GKV-Spitzenverband geeinigt.

Die Übergangsregelung war unter anderem notwendig geworden, weil die speziellen Dienste zur Übermittlung der eArztbriefe in der Telematikinfrastruktur noch nicht wie ursprünglich geplant zur Verfügung stehen. Durch das Anpassen der Richtlinie sowie der Einführung einer Vergütungsvereinbarung  soll eine Unterbrechung der Übermittlung und Abrechnung elektronischer Briefe in den vertragsärztlichen Praxen vermieden werden.

Die Vergütungsvereinbarung endet spätestens am 30. Juni 2019 oder sobald die speziellen Dienste zur Verfügung stehen. In diesem Zusammenhang wird auch die Richtlinie entsprechend angepasst. Bei Nichtbeanstandung des Bundesgesundheitsministeriums treten die neuen Regelungen am 1. Januar 2018 in Kraft.

Sichere Übertragung vorausgesetzt

Auch ab dem 1. Januar 2018 zahlen die Krankenkassen weiterhin insgesamt 55 Cent für jeden elektronisch übermittelten Brief, wenn der Papierversand entfällt und die Übertragung entsprechend der Richtlinie erfolgt. Unter anderem müssen die Ärzte die Briefe mit dem Heilberufsausweis qualifiziert elektronisch signieren.

Details zum Versand elektronischer Briefe

Die Richtlinie Elektronischer Brief sieht vor, dass Ärzte und Psychotherapeuten zum Versand und Empfang der eArztbriefe ein virtuelles privates Netzwerk (VPN) verwenden. Ein solches Netzwerk ist zum Beispiel das Sichere Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen. Zudem muss ein Praxisverwaltungssystem verwendet werden, das durch die KBV für den eArztbrief zertifiziert ist.

Besondere Sicherheitsanforderungen werden auch an den Kommunikationsdienst zur Übermittlung der Briefe gestellt. Er muss unter anderem eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Nachricht sowie die eindeutige Identifizierung von Absender und Empfänger gewährleisten.

Da sowohl Sender als auch Empfänger in die technische Infrastruktur investieren müssen, um Arztbriefe elektronisch übermitteln zu können, wird die Vergütung aufgeteilt: 28 Cent erhalten Ärzte für den Versand eines eArztbriefes (GOP 86900), 27 Cent für den Empfang (GOP 86901).

Der elektronische Versand von Arztbriefen ersetzt den Versand mit Post- und Kurierdiensten.

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