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Grundlage für Notfalldatenmanagement fristgerecht geschaffen

21.12.2017 - Die ärztliche Vergütung für das Anlegen, Aktualisieren und Löschen eines Notfalldatensatzes auf der elektronischen Gesundheitskarte steht fest. KBV und GKV-Spitzenverband haben am Dienstag im Erweiterten Bewertungsausschuss einen entsprechenden Beschluss gefasst.

Das Notfalldatenmanagement (NFDM) ist eine der ersten medizinischen Anwendungen, die der Gesetzgeber in der Telematikinfrastruktur (TI) vorgesehen hat. Dabei geht es darum, für den Notfall wichtige Daten des Patienten auf der elektronischen Gesundheitskarte abzuspeichern.

Die dafür jetzt festgelegten Gebührenordnungspositionen (GOP) gelten ab dem 1. Januar 2018. Zunächst ist jedoch die Industrie gefragt: Die Hersteller müssen die notwenige Technik für das NFDM entwickeln, testen und den Praxen zur Verfügung stellen. So sind entsprechende Updates für den Konnektor und das Praxisverwaltungssystem notwendig.

Das sind die neuen Leistungen

Voraussetzung für die Abrechnung der neuen GOP ist, dass die Praxen an die TI angeschlossen sind und über die notwendige Technik für das NFDM verfügen.

Das Anlegen eines Notfalldatensatzes wird in Form einer Einzelleistung mit 80 Punkten (GOP 01640/8,52 Euro) vergütet. Darüber hinaus erhalten die Praxen insbesondere für das Aktualisieren des Notfalldatensatzes einen Aufschlag auf die Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschalen in Höhe von vier Punkten (GOP 01641/0,43 Euro). Dieser pauschale Zuschlag erfolgt im Sinne einer Mischkalkulation in jedem Behandlungsfall, unabhängig davon, ob eine Aktualisierung in dem jeweiligen Quartal bei einem Patienten durchgeführt wurde. Für das Löschen eines Notfalldatensatzes kann der Arzt einen Punkt abrechnen (GOP 01642/0,11 Euro).

Die neuen GOP werden für die nächsten drei Jahre extrabudgetär vergütet.

Pauschalen für technische Ausstattung

Die Vergütung der technischen Komponenten für das NFDM regelt die Vereinbarung zur TI-Finanzierung zwischen GKV-Spitzenverband und KBV.

Praxen erhalten demnach eine Pauschale in Höhe von 530 Euro für die notwendigen technischen Updates für das NFDM. Die im Rahmen der TI gezahlte Betriebskostenpauschale erhöht sich um 4,50 Euro je Quartal. Für weitere stationäre Kartenterminals in den Sprechzimmern wird eine Pauschale von 435 Euro je Kartenterminal gezahlt. Hier richtet sich der Anspruch nach der Zahl der Betriebsstättenfälle der Praxis.

Alle weiteren Pauschalen für die technische Erstausstattung zur TI-Anbindung und die Finanzierung des laufenden Betriebs bleiben bestehen.

Vorgabe des Gesetzgebers

Mit den neuen GOP und der TI-Finanzierungsvereinbarung hat die Gemeinsame Selbstverwaltung fristgerecht entsprechende Vorgaben des E-Health-Gesetzes umgesetzt. Demnach müssen bis zum 31. Dezember 2017 die Voraussetzungen dafür geschaffen sein, den Notfalldatensatz auf die elektronische Gesundheitskarte schreiben zu können.

Den Startschuss für die Industrie hat die gematik am 15. Dezember mit einem Gesellschafterbeschluss gegeben. Damit steht fest, welche Voraussetzungen die technischen Komponenten für das NFDM erfüllen müssen und wie die Zulassung und Erprobung („Feldtests“) erfolgen. Die gematik begleitet den gesamten Prozess mit einer wissenschaftlichen Evaluation.

Überblick zum NFDM

Beim Notfalldatenmanagement (NFDM) geht es darum, Medikation, Diagnosen und Informationen, die bei einem Notfall für die behandelnden Ärzte wichtig sein können, übersichtlich in einem Datensatz darzustellen. Auch Kontaktinformationen für den Notfall können darin hinterlegt werden. Arzt und Versicherter müssen sich darüber einig sein, dass ein solcher Datensatz angelegt werden soll. Dieser wird dann vom Arzt erstellt, elektronisch signiert und auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) gespeichert.

Technische Voraussetzungen: Was Praxen benötigen

Um das NFDM abrechnen zu können, benötigen Vertragsärzte folgende über die Anbindung an die Telematikinfrastruktur hinausgehenden Komponenten und Dienste:

  • Konnektor-Modul NFDM
  • Eventuell zusätzliches Kartenterminal im Sprechzimmer
  • eHBA (Arztausweis mit elektronisch auslesbarer Signatur) (für die elektronische Signatur des NFDM)
  • Praxisverwaltungssystem-Update für NFDM

Neue GOP im Überblick: Vergütung für das Anlegen, Aktualisieren und Löschen des Notfalldatensatzes

Die Gebührenordnungspositionen (GOP) wurden im Erweiterten Bewertungsausschuss festgelegt.

Voraussetzung für die Abrechnung: Anschluss an die Telematikinfrastruktur und technische Voraussetzungen für die Anwendung NFDM (s. vorheriger Punkt).

GOP Bewertung Hinweise
GOP 01640 –
Anlage des Notfalldatensatzes
80 Punkte/
8,52 Euro
  • Kann nur berechnet werden, wenn auf der eGK noch kein Notfalldatensatz mit medizinisch relevanten Informationen vorhanden ist und notfallrelevante Informationen existieren (Diagnose, Befunde, Medikation u. ä.)
  • Einmal im Krankheitsfall
GOP 01641 –
Überprüfung und Aktualisierung des Notfalldatensatzes
4 Punkte/
0,43 Euro
  • Zuschlag zu allen Versicherten-, Grund- und Konsiliarpauschalen mit persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt
  • Einmal im Behandlungsfall
  • Wird von KV automatisch hinzugefügt
GOP 01642 –
Löschen des Notfalldatensatzes
1 Punkt/
0,11 Euro
  • Einmal im Behandlungsfall
  • Auf Wunsch des Patienten

 

Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses (PDF, 700 KB)

Vergütung für die Technik

Die Details haben KBV und GKV-Spitzenverband in der TI-Finanzierungsvereinbarung geregelt.

Die Praxen haben Anspruch auf die Erstattung der Kosten ab dem Zeitpunkt, zu dem sie die benötigten Komponenten für das NFDM vorhalten – anders als beim Versichertenstammdatenmanagement (VSDM), bei dem der Anspruch ab der ersten Durchführung entsteht.

Komponente Pauschale
NFDM-Updates für Konnektor 530 Euro einmalig
Zusätzliches Kartenterminal

435 Euro je Kartenterminal

Anspruch: ein zusätzliches Terminal je angefangene 625 Betriebsstättenfälle

Zuschlag Betriebskosten auf die bereits im Rahmen der TI-Erstausstattung gezahlten Betriebskosten 4,50 Euro je Quartal

eHBA

(Finanzierung wurde bereits im Rahmen der TI-Erstausstattung geregelt)

11,63 Euro je Quartal

Hinweis: Die bisherigen Pauschalen für die technische Erstausstattung zur Anbindung an die Telematikinfrastruktur und die Finanzierung des laufenden Betriebs bleiben bestehen.

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