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Praxisnachrichten

Fahrten zu stationsersetzenden Eingriffen klarer geregelt

11.01.2018 - Ärzte können Krankenfahrten und Krankentransporte zu „stationsersetzenden“ Eingriffen verordnen, wenn eine medizinisch gebotene stationäre Behandlung aus besonderen Gründen ambulant durchgeführt wird. Das wurde jetzt in der Krankentransport-Richtlinie klargestellt.

Ob eine ambulante Operation ein „stationsersetzender“ Eingriff ist und Vertragsärzte deshalb eine Krankenfahrt oder einen Krankentransport dorthin verordnen können, führt oft zu Nachfragen und Unsicherheiten in der Praxis.

Das Bundessozialgericht hat 2016 entschieden, dass es bei der Verordnung darauf ankommt, dass eine an sich medizinisch gebotene voll- oder teilstationäre Behandlung aus besonderen Gründen ambulant durchgeführt wird. Besondere Gründe liegen insbesondere vor, wenn Versicherte im Rahmen ihrer Patientenautonomie entscheiden, sich ambulant behandeln zu lassen, statt voll- oder teilstationäre Krankenhausbehandlung in Anspruch zu nehmen.

Daraufhin hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Krankentransport-Richtlinie angepasst. Die Anpassung trat am 23. Dezember in Kraft.

Regelungen gelten auch für Psychotherapeuten

Die Regelungen der Krankentransport-Richtlinie gelten auch für Psychologische Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten. Diese dürfen seit Juni 2017 Verordnungen für eine Krankenbeförderung ausstellen.

Regressen vorbeugen

Die Klarstellung in der Richtlinie ist auch deshalb wichtig, um möglichen Fehlentscheidungen vorzubeugen, die Regresse der Krankenkassen nach sich ziehen können. Denn Krankenfahrten zu einer vor- oder nachstationären Behandlung und zu einer ambulanten Operation im Krankenhaus oder in der Vertragsarztpraxis bedürfen keiner Vorabgenehmigung durch die Krankenkasse des Patienten. Damit besteht allerdings das Risiko, dass die Krankenkassen im Rahmen von Einzelfallprüfungen die Verordnungsentscheidung der Ärzte oder Psychotherapeuten überprüfen.

Fahrten zur Geriatrischen Institutsambulanz

Der G-BA hat in der Richtlinie zudem klargestellt, dass Fahrten zur Versorgung in einer Geriatrischen Institutsambulanz gleichzusetzen sind mit Fahrten zu einer ambulanten Behandlung in der Praxis. Damit ist auch hier in Ausnahmefällen die Verordnung einer Krankenbeförderung möglich.

Praxisinformation aktualisiert

Die KBV hat ihre Praxisinformation „Krankentransporte und Krankenfahrten – Was Sie bei der Verordnung beachten sollten" (PDF, 320 KB) an den aktuellen Stand angepasst.

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