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Praxisnachrichten

Postoperative Wundinfektionen vermeiden: Dokumentation gestartet

11.01.2018 - Operativ tätige Vertragsärzte, die bestimmte Eingriffe durchführen, werden ab dem ersten Quartal 2018 aufgefordert, Auskunft zu ihrem internen Hygienemanagement zu geben. Für diese sogenannte Einrichtungsbefragung steht ab sofort ein Webportal im Sicheren Netz der KVen zur Verfügung. Die KBV hat in einer Praxisinformation die wichtigsten Punkte zusammengefasst.

Die jährlich stattfindende Befragung ist Teil des 2017 gestarteten Verfahrens zur sektorenübergreifenden Qualitätssicherung (sQS) „Vermeidung nosokomialer Infektionen: Postoperative Wundinfektionen“ in Praxen und Kliniken. Ziel ist die Vermeidung von Wundinfektionen nach chirurgischen Eingriffen.

Vertragsärzte werden von ihrer KV angeschrieben

Vertragsärzte beziehungsweise Betriebsstätten, für die ab 2018 die Dokumentationspflicht zum Hygiene- und Infektionsmanagement startet, werden von ihrer Kassenärztlichen Vereinigung (KV) angeschrieben. In das QS-Verfahren einbezogen sind operativ tätige Ärzte der Fachgruppen Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie, Gynäkologie und Urologie, die Tracer-Eingriffe – das heißt vordefinierte Eingriffe und Operationen – durchführen.

Abgabe der Dokumentation bis 30. April 2018

Die Ärzte haben die Möglichkeit, über eine kostenfreie Software zu dokumentieren: Nahezu alle KVen stellen im Sicheren Netz (SNK) ein Webportal „Einrichtungsbefragung zur Praxishygiene“ zur Verfügung, in dem die Ärzte für ihre Betriebsstätten dokumentieren können. Die Befragung bezieht sich auf das Jahr 2017. Abgabefrist für die ausgefüllte Einrichtungsbefragung ist für das erste Jahr der 30. April 2018, ab 2019 ist die Abgabefrist jeweils der 28. Februar.

KBV unterstützt Ärzte mit Infos

Die KBV erläutert in einer Praxisinformation (PDF, 120 KB) die Details der Einrichtungsbefragung für Vertragsärzte. Zudem stellt sie im Internet eine Ausfüllhilfe mit Erläuterungen und Musterdokumenten zur Einrichtungsbefragung zur Verfügung. Auf der Internetseite finden Ärzte zudem zahlreiche weitere Informationen wie FAQ und das Modul „Mein Praxischeck – Prävention Wundinfektionen“.

Online-Fortbildung im SNK

Darüber hinaus bietet die KBV in ihrem Fortbildungsportal im SNK kostenfrei eine zertifizierte Fortbildung zur Antibiotikaresistenzlage und -therapie an. Die Teilnahme an einer solchen Fortbildung ist eine Vorgabe aus der Einrichtungsbefragung.

Hinweis zum sQS-Verfahren

Seit Januar 2017 werden im Krankenhaus postoperative Wundinfektionen erfasst, die zu einer stationären Aufnahme geführt haben. Diese Daten sollen mit Sozialdaten, die bei den Krankenkassen vorliegen, verknüpft werden. Damit wird es möglich sein, einen Bezug zwischen der stationär behandlungsbedürftigen postoperativen Wundinfektion und dem initialen Eingriff (ambulant oder stationär) herzustellen. Die ab 2018 jährlich stattfindende Einrichtungsbefragung zum Hygiene- und Infektionsmanagement im stationären und im ambulanten Bereich ist eine weitere Maßnahme zur sektorenübergreifenden Qualitätssicherung.

Sektorenübergreifende Qualitätssicherung

Viele medizinische Leistungen werden heute sowohl im ambulanten als auch im stationären Sektor durchgeführt. Auch werden Patienten im Verlauf einer Behandlung häufig in beiden Sektoren versorgt. Der Gesetzgeber hat deshalb den Gemeinsamen Bundesausschuss - das oberste Beschlussgremium von Ärzten und Krankenkassen - verpflichtet, Verfahren zur sektorenübergreifenden Qualitätssicherung zu entwickeln.

Diese Qualitätssicherung betrifft sowohl Leistungen, die in Praxen und Krankenhäusern angeboten werden, als auch Behandlungsabläufe über die Sektorengrenzen hinweg. Das Ziel ist die gleich hohe Qualität in beiden Versorgungsbereichen.

Mit den postoperativen Wundinfektionen liegt das zweite Verfahren vor, das erste zu PCI und Koronarangiographie läuft seit Januar 2016.

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