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Praxisnachrichten

Im Überblick: Neuerungen und Änderungen 2018

11.01.2018 - Mit dem neuen Jahr gehen auch einige Veränderungen für niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten einher. Wesentliche Neuerungen hat die KBV zusammengestellt. Dabei handelt es sich um eine Auswahl.

Abrechnung und Honorar

Orientierungswert um 1,18 Prozent gestiegen

Der Orientierungswert für ärztliche und psychotherapeutische Leistungen ist zum 1. Januar um 1,18 Prozent gestiegen. Er liegt derzeit bei 10,6543 Cent (vorher: 10,53 Cent). Die Anhebung bedeutet einen Honorarzuwachs von bundesweit circa 438 Millionen Euro.

Hinzu kommen rund 80 Millionen Euro, die die Krankenkassen mehr bereitstellen müssen, um den steigenden Behandlungsbedarf aufgrund zunehmender Krankheiten und einer immer älter werdenden Bevölkerung zu decken. Der Bewertungsausschuss hat dazu im Sommer vergangenen Jahres für jeden KV-Bereich regionale Veränderungsraten für die Morbidität und für die Demografie festgelegt. Bei den Raten handelt es sich um Empfehlungen. Sie bilden die Grundlage für die regionalen Honorarverhandlungen.

PraxisNachrichten vom 21.09.2017
Themenseite Honorarverhandlungen

Erste Stufe der Laborreform kommt zum 1. April

Nach Abschluss der Verhandlungen zwischen KBV und GKV-Spitzenverband startet im April die erste Stufe der Laborreform. Ziel ist es, die überproportional wachsenden Ausgaben im Laborbereich in den Griff zu bekommen.

Eine Änderung betrifft die Mindestquote für die Vergütung veranlasster Laboruntersuchungen. Sie wird von 91,58 auf 89 Prozent abgesenkt. Hinzu kommen individuelle Maßnahmen zur Mengensteuerung, die die Kassenärztlichen Vereinigungen einführen können. Um den Anreiz für eine wirtschaftliche Veranlassung von Laboruntersuchungen zu erhöhen, wird zudem der Wirtschaftlichkeitsbonus neu ausgerichtet.

Wesentlicher Teil der Reform ist die neue Finanzierungssystematik für Laborleistungen. Aus dem Grundbetrag „Labor“, der mit Geldern aus dem haus- und fachärztlichen Honorartopf gespeist wird, werden ab April nur noch der Wirtschaftlichkeitsbonus und die auf Muster 10 veranlassten Laboruntersuchungen vergütet. Alle anderen Positionen, zum Beispiel Untersuchungen im organisierten Notfalldienst oder in Laborgemeinschaften, werden in den jeweiligen Grundbetrag überführt. Damit sollen die Kosten für Laborleistungen gerechter auf Haus- und Fachärzte verteilt werden.

Mit dem verringerten Grundbetrag „Labor“ wird zudem der Nachschussbetrag sinken. Dieser wird immer dann fällig, wenn der Grundbetrag nicht ausreicht, um alle angeforderten Laborleistungen zu mindestens 89 Prozent zu vergüten.

In der zweiten Stufe der Laborreform wird es auch darum gehen festzulegen, was eine gute Laborversorgung qualitativ ausmacht. Ziel ist es, dass Laborleistungen künftig extrabudgetär vergütet werden. Im Zusammenhang mit der Laborreform wurden auch die Kostennachweise für Laborgemeinschaften zum 1. Januar 2018 abgeschafft.

PraxisNachrichten vom 07.12.2017 (Laborreform)
PraxisNachrichten vom 14.12.2017 (Kostennachweise)

Neue Leistung: Botoxbehandlung bei Blasenfunktionsstörung

Die Botoxbehandlung bei bestimmten Blasenfunktionsstörungen gehört seit Januar zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung. Urologen und Gynäkologen können die neuen Gebührenordnungspositionen für die Behandlung und die Nachbeobachtung abrechnen, die Vergütung erfolgt extrabudgetär. Voraussetzung für die Abrechnung der Botoxbehandlung ist eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung.

PraxisNachrichten vom 21.12.2017

Leistungen zur Hörgeräteversorgung neu bewertet

Ärzte erhalten seit Jahresbeginn eine höhere Vergütung für bestimmte Leistungen zur Hörgeräteversorgung. Der Bewertungsausschuss hat die GOP 09372 / 20372, GOP 09373 / 20373 und GOP 09374 / 20374 in den EBM-Kapiteln Hals-Nasen-Ohrenheilkunde sowie Phoniatrie und Pädaudiologie angepasst und sie entfristet. So erhalten Ärzte für die erste Nachuntersuchung 55,72 Euro und damit 13,50 Euro mehr als in der Vergangenheit.

Hintergrund ist, dass HNO-Ärzte, Pädaudiologen und Phoniater seit Februar 2017 den Freiburger Einsilbertest auch mit Störgeräuschen einsetzen können, um den Erfolg der Hörgeräteversorgung zu überprüfen. Dadurch sind die Diagnostik der Hörgeräteverordnung, die erste Nachuntersuchung sowie die Nachsorge nach der Verordnung von Hörgeräten umfassender und zeitaufwendiger geworden.

Neben der Verordnung und Nachsorge im Rahmen der Hörgeräteversorgung wurden auch die folgenden Leistungen entfristet und stehen den Fachgebieten Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und Phoniatrie/Pädaudiologie nun dauerhaft zur Verfügung: Therapie des Nasenblutens, Diagnostik des Tinnitus sowie postoperative Behandlung nach chronischer Sinusitis und nach Tympanoplastik des Typs II bis V.

PraxisNachrichten vom 11.01.2018
Online-Version des EBM

Prostataoperation mit Thulium-Laserresektion ab April Kassenleistung

Die Thulium-Laserresektion wird zum 1. April als weitere Methode zur Behandlung des obstruktiven benignen Prostatasyndroms in den Anhang 2 des EBM aufgenommen. Sie kann dann alternativ zur transurethralen Resektion der Prostata, zur Holmium-Laserresektion und zur Holmium-Laserenukleation eingesetzt werden. Ärzte benötigen eine Genehmigung ihrer Kassenärztlichen Vereinigung.

Die Abrechnung erfolgt über die bereits bestehenden GOP für die Holmium-Laserverfahren: Für den laserendoskopischen urologischen Eingriff (OP-Kategorie RW3) mit einer Schnitt-Naht-Zeit bis 45 Minuten Dauer rechnen Ärzte die GOP 36289 ab. Zudem gibt es einen Zuschlag je weitere 15 Minuten Schnitt-Naht-Zeit (GOP 36290).

Die Vergütung der Leistungen erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung und damit extrabudgetär zu festen Preisen.

PraxisNachrichten vom 11.01.2018
Online-Version des EBM

Tumorgenetik: Neue EBM-Leistung - Nachweis der T790M-EGFR-Mutation

Zu Jahresbeginn wurde als sogenannte Companion Diagnostic der Nachweis der T790M-EGFR-Mutation vor der Gabe von Osimertinib (Tagrisso®) in den Abschnitt 19.4.4 EBM (In-vitro-Diagnostik tumorgenetischer Veränderungen zur Indikationsstellung einer pharmakologischen Therapie) aufgenommen.

Der Nachweis ist laut Fachinformation des Arzneimittels Tagrisso® eine zwingend erforderliche Leistung vor Verordnung bei erwachsenen Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem nicht kleinzelligem Lungenkarzinom. Die Fachinformation sieht in diesem Fall auch die Möglichkeit der Bestimmung im Plasma vor.

Die Untersuchung wird abgebildet durch die indikationsbezogene GOP 19460 (Nachweis der T790M-EGFR-Mutation in freien Nukleinsäuren). Die Vergütung erfolgt wie für alle Leistungen des Abschnitts 19.4.4 extrabudgetär.

In den Bestimmungen zum Abschnitt 19.4 EBM (In-vitro-Diagnostik tumorgenetischer Veränderungen) wurde die GOP 19460 als weitere Ausnahme aufgenommen. In Nummer 1 Satz 2 heißt es dort jetzt: Analysen freier Nukleinsäuren im Plasma sowie Genexpressionsanalysen mit Ausnahme der Untersuchungen nach den GOP 19435 und 19460 sind nicht berechnungsfähig.

In den Bestimmungen zum Abschnitt 19.4.3 EBM (Indikationsbezogene Diagnostik hämatologischer Neoplasien) sind besondere Anforderungen an die Veranlassung zur Diagnostik hämatologischer Neoplasien abgebildet. Die Auflistung der Fachärzte, die die Leistungen abrechnen können, wurde um Kinder- und Jugendmediziner mit Schwerpunkt Kinder-Hämatologie und Kinder-Onkologie ergänzt.

Online-Version des EBM

Humangenetische Beurteilung: GOP 11235 und 11236 weiterhin ohne QS-Vereinbarung

Für die Abrechnung der GOP 11235 (Zuschlag zur GOP 11233 für komplexe genetisch bedingte manifeste Erkrankungen) und GOP 11236 (Zuschlag zur GOP 11233 für Fehlbildungssyndrome bis zum vollendeten 18. Lebensjahr) benötigen Ärzte eine Genehmigung ihrer Kassenärztlichen Vereinigung. Da die Verhandlungen zu einer Qualitätssicherungsvereinbarung noch nicht abgeschlossen sind, können Ärzte bis Jahresende weiterhin beide Gebührenordnungspositionen ohne Genehmigung abrechnen.

Online-Version des EBM

Neue GOP für die HLA- und HPA-Antikörperdiagnostik

Seit dem 1. Januar wird die HLA-Antikörperdiagnostik in der Systematik der HLA-Antigendiagnostik als transplantationsvorbereitende Untersuchung im EBM-Abschnitt 32.3.15.1 und als allgemeine immungenetische Untersuchung im Abschnitt 32.3.15.2 abgebildet. Die bisherige GOP 32530 zum Nachweis von zytotoxischen Allo-Antikörpern wurde gestrichen und als GOP 32915 (Abschnitt 32.3.15.1) und GOP 32939 (Abschnitt 32.3.15.2) fortgeführt.

Darüber hinaus gibt es neue Leistungen zur weiteren Spezifizierung von Antikörpern gegen HLA-Antigene der Klassen I und II. Sie stehen jeweils in den Abschnitten 32.3.15.1 und 32.3.15.2 und berücksichtigen neue technische Verfahren in diesem Bereich.

Die Untersuchungen zum Nachweis und zur Spezifizierung von Allo-Antikörpern gegen HPA-Antigene wurden mit den GOP 32948 und 32949 neu in den EBM-Abschnitt 32.3.15.2 aufgenommen. Bisher konnten niedergelassene Ärzte diese Leistungen nicht abrechnen. Mit diesen Anpassungen wird insbesondere den Anforderungen einer Versorgung mit histokompatiblen Blutprodukten im vertragsärztlichen Bereich Rechnung getragen. Die Vergütung erfolgt extrabudgetär.

PraxisNachrichten vom 28.09.2017

iFOBT: Keine PFG bei GOP 01738

Der Bewertungsausschuss hat klargestellt, dass die GOP 01738 (Hämoglobin im Stuhl, immunologisch) nicht zur fachärztlichen Grundversorgung gehört. Ärzte erhalten deshalb keine Pauschale für die fachärztliche Grundversorgung (PFG), wenn sie im Behandlungsfall die quantitative immunologische Bestimmung von occultem Blut im Stuhl (iFOBT) im Rahmen der Darmkrebsfrüherkennung abrechnen. Diese Regelung gilt ab April.

Hintergrund ist, dass die Durchführung laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen des Abschnitts 32.3 EBM und entsprechender Untersuchungen im Abschnitt 1.7 EBM generell nicht zur Grundversorgung zählen und deshalb von der Berechnungsfähigkeit der PFG ausgeschlossen sind. Dazu gehören auch Früherkennungsuntersuchungen.

Online-Version des EBM

Übersicht weiterer EBM-Detailänderungen

Im EBM wurden einige weitere Details zum 1. Januar 2018 angepasst:

Medikationsplan

Bei der Vergütung des Medikationsplans gibt es eine Neuerung: Fachärzte können seit 1. Januar die GOP 01630 auch dann abrechnen, wenn sie für einen Patienten in einem der drei Vorquartale bereits den Zuschlag zur Grundpauschale für den Medikationsplan erhalten haben (setzt KV automatisch zu). Bislang war das ausgeschlossen.

Die GOP 01630 erhalten Fachärzte für onkologische Patienten, Schmerzpatienten sowie Patienten mit einer Organtransplantation, wenn sie die fachgruppenspezifische Zusatzpauschale Onkologie, die GOP 30700 beziehungsweise die fachgruppenspezifische Zusatzpauschale für die Behandlung eines Transplantatträgers abrechnen.

Beispiel: Ein Gastroenterologe rechnet für einen Patienten seit Januar 2018 die fachgruppenspezifische Zusatzpauschale Onkologie ab. Infolge der Krebserkrankung benötigt der Patient nunmehr drei oder mehr Medikamente, weshalb der Arzt einen Medikationsplan ausstellt. Seit Januar darf er dafür die GOP 01630 abrechnen, obwohl er in den Vorquartalen für diesen Patienten gegebenenfalls den Zuschlag zur Grundpauschale (GOP 13397) erhalten hat. Der Zuschlag ist dann in den drei Quartalen, die der Berechnung der Einzelleistung (GOP 01630) folgen nicht berechnungsfähig. Anschließend erhält der Facharzt wieder den Zuschlag pauschal für die Erstellung und Aktualisierung eines Medikationsplans zu seiner Grundpauschale.

Beschluss des BA vom 19.12.2017 (PDF, 1 MB)
Themenseite Medikationsplan mit Informationen zur Vergütung

Versandpauschale eArztbrief: Abrechnungsausschluss

Jetzt steht es auch im EBM: Der elektronische Versand von Arztbriefen ersetzt den Versand mit Post- und Kurierdiensten. Das heißt: Werden die GOP 86900 (Versenden eines elektronischen Briefes) und 86901 (Empfangen eines elektronischen Briefes) berechnet, können für denselben Brief an denselben Adressaten nicht die Kostenpauschalen für Portokosten abgerechnet werden (GOP 40120 bis 40126). Dieser Abrechnungsausschluss, der bislang nur in der entsprechenden Richtlinie stand (Richtlinie Elektronischer Brief), wurde jetzt zur Klarstellung auch in den EBM aufgenommen.

Beschluss des BA vom 19.12.2017 (PDF, 1 MB)
Themenseite eArztbrief

Herzschrittmacherkontrolle: Übergangsregelung für Genehmigung verlängert

Bei Leistungen zur Herzschrittmacherkontrolle wurde erneut die Übergangsregelung verlängert, da die Beratungen zu den erforderlichen Qualitätssicherungsvereinbarungen noch andauern. Ärzte können die Leistungen demnach noch bis zum 30. Juni 2018 (vorher: 31. Dezember 2017) ohne eine entsprechende Genehmigung ihrer Kassenärztlichen Vereinigung abrechnen. Dies gilt für die folgenden Gebührenordnungspositionen: 04413, 04415, 13573 und 13575 sowie 04414, 04416, 13574 und 13576.

Beschluss des BA vom 19.12.2017 (PDF, 720 KB)

Neuropsychologie: Protokollnotiz zur Klarstellung

Um neuropsychologische Leistungen des Abschnitts 30.11 EBM abrechnen zu können, brauchen Ärzte keine Genehmigung zur Abrechnung von Gebührenordnungspositionen der Abschnitte 35.1 (nicht antragspflichtige Leistungen), 35.2 (antragspflichtige Leistungen) und 35.3 (psychodiagnostische Testverfahren). Das hat der Bewertungsausschuss jetzt in einer Protokollnotiz klargestellt.

Beschluss des BA vom 19.12.2017 (PDF, 1 MB)

Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie: Anpassung an ICD-10-GM 2018

Die bei den GOP 14313 (Zusatzpauschale kontinuierliche Mitbetreuung in häuslicher Umgebung) und 14314 (Zusatzpauschale kontinuierliche Mitbetreuung in beschützenden Einrichtungen oder Heimen) im Abschnitt 14.3 EBM (Diagnostische und therapeutische GOP) hinterlegten ICD-10-Kodes wurden an die aktuelle Version der ICD-10-GM für 2018 angepasst. Diese enthält eine weitere Unterteilung der ICD-10-Kodes. Die Differenzierungen der ICD-Kodes F50.0 sowie F98.4 wurden in den Anmerkungen der beiden GOP entsprechend umgesetzt.

Beschluss des BA vom 19.12.2017 (PDF, 1 MB)

Online-Version des EBM

Aktuelle EBM-Version online nutzen

Der Einheitliche Bewertungsmaßstab für das erste Quartal 2018 kann auf der Website der KBV als praktische Online-Version mit Suchfunktion abgerufen werden. Nutzer können sich die aktuelle Version außerdem als PDF-Dokument herunterladen – entweder als Gesamtfassung oder für einzelne Arztgruppen. Im Sicheren Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen steht der aktuelle EBM ebenfalls in digitaler Form bereit – mit integriertem Anhang 2 und weiteren Extras wie unter anderem einem Quartalsvergleich. Der EBM kann darüber hinaus mobil über die App KBV2GO! genutzt werden.

EBM
Informationen und Download-Link zur App KBV2GO!

Anhang 2 wird zum 1. April angepasst

Die Anpassung des Anhangs 2 zum EBM an die endgültige Version 2018 des Operationen- und Prozedurenschlüssels vom Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information erfolgt zum 1. April 2018. Bis dahin gilt der aktuelle Anhang 2 weiter.

Die Umstellung auf die Version 2018 erfolgt erneut erst mit dem zweiten Quartal, da zunächst die Softwarehäuser die aktuelle Fassung des EBM-Anhangs 2 in die Praxisverwaltungssysteme integrieren müssen. Ansonsten wäre ab Januar keine elektronische Dokumentation möglich.

Anhang 2 zum EBM

Das kommt: Messung der myokardialen fraktionellen Flussreserve wird Kassenleistung

Kardiologen können bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit bald auch ambulant im Rahmen einer Koronarangiographie die myokardiale fraktionelle Flussreserve messen. Sie benötigen dafür eine Genehmigung ihrer Kassenärztlichen Vereinigung für Leistungen der invasiven Kardiologie.

Der entsprechende Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses liegt noch zur Prüfung beim Bundesministerium für Gesundheit. Wird er nicht beanstandet, tritt er einen Tag nach seiner Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft. Danach hat der Bewertungsausschuss sechs Monate Zeit, die Vergütung dieser neuen Leistung festzulegen. Erst dann kann sie vom Patienten als abrechnungsfähige vertragsärztliche Leistung in Anspruch genommen werden.

PraxisNachrichten vom 23.11.2017

Beschluss des G-BA vom 17.11.2017

Das kommt: Hyperbare Sauerstofftherapie beim diabetischen Fußsyndrom ambulant möglich

Patienten mit einem schweren diabetischen Fußsyndrom können künftig auch ambulant mit der hyperbaren Sauerstofftherapie behandelt werden. Voraussetzung ist, dass bereits Standardtherapien durchgeführt wurden und diese erfolglos blieben. Zudem muss die Läsion Gelenkkapsel oder Sehnen einschließen (ab „Wagner-Stadium II“).

Der entsprechende Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses ist am 11. Januar in Kraft getreten. Allerdings dürfen Vertragsärzte die hyperbare Sauerstofftherapie erst dann durchführen und abrechnen, wenn der Bewertungsausschuss über die Vergütung im EBM verhandelt hat. Er hat dazu sechs Monate nach Inkrafttreten des Beschlusses Zeit.

PraxisNachrichten vom 28.09.2017

Beschluss des G-BA vom 21.09.2017

Ambulante spezialfachärztliche Versorgung

Rheuma und urologische Tumoren sind neue ASV-Leistungen

Die ambulante spezialfachärztliche Versorgung (ASV) wird auf weitere Krankheitsbilder ausgeweitet. Künftig können in dem sektorenübergreifenden Versorgungsbereich auch Patienten mit rheumatologischen Erkrankungen und urologischen Tumoren behandelt werden.

Das Bundesgesundheitsministerium prüft derzeit die Beschlüsse des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) vom 21. Dezember 2017. Es hat dafür zwei Monate Zeit. Sobald die Beschlüsse im Bundesanzeiger veröffentlicht wurden, können interessierte ASV-Teams für die beiden neuen Krankheitsbilder ihre Teilnahme beim erweiterten Landesausschuss anzeigen.

Derzeit können sechs Krankheitsbilder in der ASV behandelt werden: Tuberkulose, gastrointestinale Tumoren und Tumoren der Bauchhöhle, Marfan-Syndrom, pulmonale Hypertonie, gynäkologische Tumoren und Mukoviszidose. In den Anlagen zur ASV-Richtlinie ist für jedes Krankheitsbild unter anderem geregelt, aus welchen Fachrichtungen sich das behandelnde ASV-Team zusammensetzt, welche Ärzte bei Bedarf hinzugezogen werden können und welche Leistungen zum Behandlungsumfang gehören.

PraxisNachrichten vom 21.12.2017
Themenseite ASV

E-Health

Elektronische Arztbriefe: Vergütung bleibt bestehen

Die Übermittlung elektronischer Arztbriefe wird weiterhin mit 55 Cent pro Brief vergütet. Darauf hat sich die KBV mit den Krankenkassen geeinigt. Die Regelung gilt solange, bis in der Telematikinfrastruktur spezielle Dienste zum Versand der Briefe zur Verfügung stehen, längstens bis 30. Juni 2019. Die Krankenkassen zahlen laut Übergangsregelung im Bundesmantelvertrag für jeden elektronisch übermittelten Brief 28 Cent für den Versand und 27 Cent für den Empfang, wenn die Übertragung entsprechend der KBV-Richtlinie erfolgt. Ärzte müssen danach unter anderem die Briefe mit dem Heilberufsausweis qualifiziert elektronisch signieren.

PraxisNachrichten vom 21.12.2017
Themenseite eArztbrief

Neue GOP für Notfalldatenmanagement

Die ärztliche Vergütung für das Anlegen, Aktualisieren und Löschen eines Notfalldatensatzes (NFDM) auf der elektronischen Gesundheitskarte steht fest und gilt seit 1. Januar 2018. Zunächst ist jedoch die Industrie gefragt: Die Hersteller müssen die notwenige Technik für das NFDM entwickeln, testen und den Praxen zur Verfügung stellen. Erst dann können Praxen, die an die neue Telematikinfrastruktur (TI) angeschlossen sind, die Leistung abrechnen.

Das Notfalldatenmanagement ist eine der ersten medizinischen Anwendungen in der TI. Dabei geht es darum, für den Notfall wichtige Daten des Patienten auf der elektronischen Gesundheitskarte abzuspeichern.

Nach der Vergütungsvereinbarung erhalten Ärzte beispielsweise für das Anlegen eines Notfalldatensatzes 8,52 Euro (extrabudgetär). Für die notwendigen technischen Updates für das NFDM gibt es eine Pauschale in Höhe von 530 Euro. Die im Rahmen der TI gezahlte Betriebskostenpauschale erhöht sich um 4,50 Euro je Quartal. Den Abschluss der Vergütungsvereinbarung bereits bis Ende 2017 hatte der Gesetzgeber gefordert.

PraxisNachrichten vom 21.12.2017
Themenseite Telematikinfrastruktur

Anschluss an die TI bis Jahresende

Der Anschluss an die Telematikinfrastruktur hat begonnen: Bis Ende des Jahres müssen alle Praxen an das Gesundheitsnetz angebunden sein, denn ab 1. Januar 2019 ist das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) Pflicht. Der Gesetzgeber hatte die Frist im Herbst 2017 um ein halbes Jahr verlängert. Ursprünglicher Starttermin war der 1. Juli 2018.

Das VSDM ist die erste Anwendung auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK). Dabei geht es darum, die Versichertenstammdaten der gesetzlich Krankenversicherten, die auf der eGK gespeichert sind, aktuell zu halten. Bislang können diese Informationen zwar in der Praxis in das Praxisverwaltungssystem (PVS) eingelesen und dort gegebenenfalls aktualisiert werden. Mit dem VSDM werden die Versichertendaten durch den Abgleich mit den Krankenkassendaten auf der eGK aktualisiert und im Anschluss in das PVS übertragen.

Nach dem E-Health-Gesetz ist das VSDM Pflicht. Anderenfalls drohen den Ärzten und Psychotherapeuten solange Honorarkürzungen von einem Prozent, bis die Prüfung durchgeführt wird.

PraxisNachrichten vom 09.11.2017
Themenseite VSDM
Themenseite Telematikinfrastruktur

Formulare

Digitale Überweisung: Noch mehr Nutzungsmöglichkeiten für Ärzte

Ab 1. April können Ärzte bei weiteren Überweisungen das digitale Formular 6 nutzen. Der digitale Überweisungsschein darf dann für jede Arzt-zu-Arzt-Kommunikation verwendet werden, wenn beim überweisungsannehmenden Arzt kein Patientenkontakt erforderlich ist. Bislang ist dies nur für Überweisungen zum radiologischen Telekonsil möglich. Künftig kann das digitale Formular 6 auch für die Überweisung vom Chirurgen zum Pathologen genutzt werden oder beim Übersenden von Langzeit-EKG-Daten zur Auswertung durch qualifizierte Vertragsärzte. Auch das Übermitteln von Daten für ein geriatrisches Assessment kann mit dem digitalen Formular 6 künftig vollständig papierlos erfolgen.

Auf die Erweiterung der Nutzungsmöglichkeiten digitaler Vordrucke haben sich KBV und GKV-Spitzenverband als Partner des Bundesmantelvertrages geeinigt (Anlage 2b).

Themenseite Formulare
Bundesmantelvertrag-Ärzte

Ab Juli: Bedruckung von Formularen mit Personalienfeld ändert sich

Überweisungsscheine, Verordnungen oder Bescheinigungen: Zum 1. Juli ändern sich die Bedruckungsvorschriften für alle Formulare mit einem Personalienfeld. Die Anpassung betrifft das Statusfeld. Die bisher einstelligen Felder „Besondere Personengruppe“ und „DMP-Kennzeichen“ werden nunmehr zweistellig mit führender „0“ gepflegt. Ist ein Status nicht vorhanden, zum Beispiel „keine Teilnahme an einem DMP“, so wird diese Stelle nicht mehr leer gelassen, sondern mit dem Wert „00“ bedruckt. Das soll Fehlern beim automatischen Einlesen von Formularen vorbeugen.

Auf die Anpassung der Bedruckungsvorschriften haben sich KBV und GKV-Spitzenverband als Partner des Bundesmantelvertrages für Ärzte geeinigt (Anlage 4a).

Themenseite Formulare
Bundesmantelvertrag-Ärzte

Früherkennungsuntersuchungen

Früherkennung von Bauchaortenaneurysmen ist Kassenleistung

Zum 1. Januar ist das Ultraschallscreening zur Früherkennung von Bauchaortenaneurysmen gestartet. Anspruch auf die neue Früherkennungsuntersuchung haben gesetzlich krankenversicherte Männer ab 65 Jahren einmal im Leben. Eine Versicherteninformation soll die ärztliche Beratung zum Screening unterstützen.

Zur Abrechnung wurden zwei neue GOP in den EBM aufgenommen: Die ärztliche Aufklärung zum Screening und die Ausgabe der Versicherteninformation an den Patienten wird mit der GOP 01747 (57 Punkte/6,07 Euro) abgerechnet. Für die sonographische Untersuchung der Bauchaorta ist die GOP 01748 (148 Punkte/15,77 Euro) berechnungsfähig. Die Vergütung beider Leistungen erfolgt extrabudgetär.

Hausärzte, Urologen, Internisten mit und ohne Schwerpunkt, Chirurgen und Radiologen dürfen das Screening durchführen. Sie benötigen eine Genehmigung ihrer Kassenärztlichen Vereinigung zur Ultraschalluntersuchung des Bauches (Anwendungsbereich 7.1 der Ultraschallvereinbarung).

Auch Ärzte der oben genannten Fachgruppen, die keine Genehmigung für die Bauchaorta-Sonographie haben, können das Aufklärungsgespräch durchführen. Es kann beispielsweise während des „Check-up 35“ erfolgen. In diesem Fall werden die Gesundheitsuntersuchung (GOP 01732) und die Beratung separat abgerechnet.

Hinweis: Im Rahmen der Früherkennungsuntersuchung von Bauchaortenaneurysmen können bei Bedarf auch weitere Organe des Abdomens sonographisch untersucht werden. In diesen Fällen kann die GOP 01748 neben der GOP 33042 (Sonographie Abdomen) berechnet werden. Aufgrund sich überschneidender Leistungsinhalte wird jedoch ein Abschlag von 77 Punkten auf die GOP 33042 vorgenommen. Sie ist demnach mit 80 Punkten bewertet. Der Arzt kennzeichnet diese Fälle mit einem zusätzlichen „A“ (33042A). Damit reduziert sich die Prüfzeit für die Leistung von neun auf fünf Minuten.

PraxisNachrichten vom 23.11.2017

Versicherteninformation des Gemeinsamen Bundesausschusses (PDF, 306 KB) - Arztpraxen beziehen die Publikation über ihre KV.

STIKO aktualisiert Influenza-Impfempfehlung

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat ihre Influenza-Impfempfehlung präzisiert und empfiehlt für die Impfung gegen saisonale Influenza nunmehr konkret einen quadrivalenten Impfstoff. Zuvor hatte die STIKO jeweils Grippeimpfstoffe (trivalent oder quadrivalent) mit aktueller, von der WHO empfohlener Antigenkombination benannt.

Die STIKO-Empfehlung gilt ab Veröffentlichung der zugehörigen wissenschaftlichen Begründung im Epidemiologischen Bulletin 2/2018. Der Gemeinsame Bundesausschuss entscheidet dann innerhalb von drei Monaten, ob er in die Schutzimpfungs-Richtlinie die konkrete Empfehlung für den Einsatz des quadrivalenten Impfstoffes übernehmen wird.

STIKO-Vorabinformation: Influenza-Impfempfehlung aktualisiert (04.12.2017)

Qualitätssicherung

Befragung zur Vermeidung postoperativer Wundinfektionen bis 30. April

Operativ tätige Vertragsärzte, die bestimmte Eingriffe durchführen, sind seit Jahresbeginn aufgefordert, Auskunft zu ihrem internen Hygienemanagement zu geben. Diese sogenannte Einrichtungsbefragung ist Teil des 2017 gestarteten Verfahrens zur sektorenübergreifenden Qualitätssicherung (sQS) „Vermeidung nosokomialer Infektionen: Postoperative Wundinfektionen“ in Praxen und Kliniken. Ziel ist die Vermeidung von Wundinfektionen nach chirurgischen Eingriffen.

Vertragsärzte beziehungsweise Betriebsstätten, für die ab 2018 die Dokumentationspflicht zum Hygiene- und Infektionsmanagement startet, werden von ihrer Kassenärztlichen Vereinigung angeschrieben. In das QS-Verfahren einbezogen sind operativ tätige Ärzte der Fachgruppen Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie, Gynäkologie und Urologie, die Tracer-Eingriffe – das heißt vordefinierte Eingriffe und Operationen – durchführen.

Die Befragung bezieht sich auf das Jahr 2017. Abgabefrist für die ausgefüllte Einrichtungsbefragung ist der 30. April 2018. Für die Einrichtungsbefragung steht ein Webportal im Sicheren Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen zur Verfügung.

PraxisNachrichten vom 11.01.2018

DMP COPD seit 1. Januar mit neuen Inhalten

Das Disease-Management-Programm (DMP) für Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) ist zum 1. Januar aktualisiert worden. So können Ärzte ihren Patienten nun auch Programme zur strukturierten Tabakentwöhnung anbieten.

Weitere inhaltliche Änderungen sind Empfehlungen zu häufigen Begleiterkrankungen wie Osteoporose, die oftmals nicht erkannt wird. Zu neu aufgenommenen Qualitätszielen zählen außerdem ein jährlicher Lungenfunktionstest, die Vermeidung eines übermäßigen Einsatzes von inhalativen Steroiden sowie die Empfehlung zu körperlichem Training. Die Praxissoftware wurde entsprechend aktualisiert.

Bei den Tabakentwöhnungsprogrammen, die Ärzte ihren Patienten empfehlen können, handelt es sich um veröffentlichte Programme, deren Wirksamkeit nachgewiesen und dokumentiert wurde. Dazu gehören zum Beispiel das „Rauchfrei Programm“ des IFT – Institut für Therapieforschung München, der Kurs „Nichtraucher in sechs Wochen“ der Universität Tübingen und „Mein Nichtraucherprogramm“ – entwickelt vom Bundesverband der Pneumologen.

PraxisNachrichten vom 04.08.2016
Themenseite DMP

DMP Brustkrebs setzt stärker auf Nachsorge

Das überarbeitete Disease-Management-Programm (DMP) für Patientinnen mit Brustkrebs startet zum 1. Oktober in den Arztpraxen. Der Fokus liegt dann verstärkt auf der Nachsorge. Mit der Aktualisierung werden die längerfristigen Neben- und Folgewirkungen der Erkrankung und Therapie stärker berücksichtigt. Die Empfehlungen im neuen DMP zielen insbesondere auf die Unterstützung bei der Adhärenz empfohlener langandauernder Therapien, die Vermeidung von Folgeerkrankungen und die Berücksichtigung psychosozialer Aspekte.

Der Gemeinsame Bundesausschuss hatte die Änderungen im vergangenen Jahr beschlossen. Nunmehr müssen die regionalen DMP-Verträge angepasst werden, sodass das aktualisierte Programm mit neuen Dokumentationsvorgaben zum 1. Oktober in den Praxen umgesetzt werden kann.

PraxisNachrichten vom 24.08.2017
Themenseite DMP

Terminservicestellen

Terminvermittlung künftig auch für Richtlinien-Psychotherapie

Die Terminservicestellen müssen auch Termine für probatorische Sitzungen bei Psychotherapeuten vermitteln, wenn eine zeitnahe Behandlung erforderlich ist.

Das hat das Bundesschiedsamt im November 2017 gegen die Stimmen der KBV entschieden. Bevor die Änderung in Kraft treten kann, muss noch die Psychotherapie-Vereinbarung angepasst werden. Unter anderem wird das Formular PTV 11 überarbeitet.

Dann sollen sich Patienten auch an die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen wenden können, wenn sie dringend eine Richtlinien-Psychotherapie benötigen. Voraussetzung ist, dass ein Therapeut auf der individuellen Patienteninformation (PTV 11) eine zeitnahe Behandlung empfohlen hat.

Die KBV hat gegen den Beschluss des Bundesschiedsamtes Klage eingereicht.

PraxisNachrichten vom 09.11.2017
Themenseite Terminservicestellen
Themenseite Psychotherapie

Verordnungen

Ab April: Monatliche Aktualisierung der Arzneimittelsoftware

In der Verordnungssoftware ist ab 1. April eine monatliche Aktualisierung der Arzneimittelstammdaten vorgeschrieben. Der Arzt erhält einen Hinweis, wenn der Zeitpunkt des vorgesehenen Updates um fünf Arbeitstage überschritten ist. Ab April wird außerdem die Pharmazentralnummer automatisch auf das Rezept gedruckt, um Fehlinterpretationen in der Apotheke und entsprechende Rückfragen in der Arztpraxis zu vermeiden.

Die Verkürzung der Aktualisierungsfrequenz geht auf das E-Health-Gesetz zurück. Demnach sind Arzneimittelverordnungen zulasten der Krankenkassen künftig nur noch mit Software erlaubt, die aktuelle Informationen beispielsweise zu den Arzneimittelpreisen und den Inhalten der Arzneimittel-Richtlinie enthält. Der GKV-Spitzenverband hatte eine 14-tägige Aktualisierungsfrequenz bereits zum 1. Oktober 2017 gefordert. Dies konnte die KBV unter Vermittlung des Bundesschiedsamts aber verhindern.

PraxisNachrichten vom 31.08.2017

Langfristiger Heilmittelbedarf: Diagnoseliste erweitert

Die Diagnoseliste zum langfristigen Heilmittelbedarf wurde zu Jahresbeginn erweitert. Sie enthält jetzt auch die Indikationen für Ernährungstherapie bei Patienten mit seltenen angeborenen Stoffwechselerkrankungen und Mukoviszidose. Darüber hinaus erfolgten einige inhaltliche Korrekturen bei der Diagnoseliste zum langfristigen Heilmittelbedarf und auch bei Diagnoseliste der besonderen Verordnungsbedarfe (früher Praxisbesonderheiten).

PraxisNachrichten vom 07.12.2017

Ernährungstherapie bei seltenen angeborenen Stoffwechselerkrankungen verordnen

Vertragsärzte, die auf die Behandlung seltener angeborener Stoffwechselerkrankungen oder Mukoviszidose spezialisiert sind, können betroffenen Patienten seit Jahresbeginn eine ambulante Ernährungstherapie als Heilmittel verordnen. Hintergrund ist die Aufnahme der Ernährungstherapie in den Heilmittelkatalog, die der Gemeinsame Bundesausschuss beschlossen hatte. Diätassistenten, Oecotrophologen und Ernährungswissenschaftler können die Behandlung durchführen. Die neue Verordnungsmöglichkeit ist auch in den Praxisverwaltungssystemen der Vertragsärzte hinterlegt.

PraxisNachrichten vom 16.03.2017

Beschluss des G-BA vom 16.03.2017

Verordnung von Kompressionsstrümpfen: Leistungsanspruch wird erweitert

Bei der häuslichen Krankenpflege hat der Gemeinsame Bundesausschuss den Leistungsanspruch für das An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen erweitert. Ärzte können diese Leistung bald auch für Kompressionsstrümpfe der Klasse I verordnen. Bislang ist eine Verordnung erst möglich, wenn der Patient Kompressionsklasse II benötigt. Durch die Änderung der Richtlinie zur häuslichen Krankenpflege sollen Patienten berücksichtigt werden, die zum Beispiel in ihrer Motorik, Geschicklichkeit, Kraft und Beweglichkeit erheblich eingeschränkt sind.

Der entsprechende Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses liegt derzeit noch zur Prüfung beim Bundesgesundheitsministerium. Wird er nicht beanstandet, tritt er am Tag nach seiner Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft.

Häusliche Krankenpflege: Ärzte können künftig Unterstützungspflege verordnen

Im Rahmen der häuslichen Krankenpflege können Vertragsärzte demnächst auch Unterstützungspflege verordnen. Dadurch können Patienten mit schwerer Krankheit oder wegen akuter Verschlimmerung einer Krankheit Leistungen der Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung erhalten, soweit keine Pflegebedürftigkeit vorliegt.

Die neue Leistung ist nicht an Krankenhausaufenthalte, ambulante Operationen oder ambulante Krankenhausbehandlung gebunden. Voraussetzung ist, dass sich Patienten im Hinblick auf die krankheits- oder behandlungsbedingten Auswirkungen nicht selbst pflegen und versorgen können. Dann kann Unterstützungspflege in der Regel für bis zu vier Wochen je Krankheitsfall verordnet werden.

Der entsprechende Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses liegt derzeit noch zur Prüfung beim Bundesgesundheitsministerium. Wird er nicht beanstandet, tritt er am Tag nach seiner Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft.

Zweitmeinungsverfahren

Verfahren zur ärztlichen Zweitmeinung kommt

Vor bestimmten planbaren Eingriffen haben Patienten künftig Anspruch auf eine unabhängige ärztliche Zweitmeinung. Das Verfahren soll in diesem Jahr starten. Erste Indikationen sind Mandeloperationen (Tonsillektomien, Tonsillotomien) und das Entfernen der Gebärmutter (Hysterektomien). Weitere Eingriffe sollen folgen.

Der Anspruch auf Zweitmeinung geht auf das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz zurück. Die Zweitmeinung umfasst die Durchsicht vorliegender Befunde des behandelnden Arztes und ein Anamnesegespräch. Hinzu kommen körperliche Untersuchungsleistungen, die zulässigerweise ein zweites Mal durchgeführt werden dürfen, soweit sie für die Abgabe der Zweitmeinung erforderlich sind.

Näheres zu dem Verfahren hat der Gemeinsame Bundesausschuss in seiner Zweitmeinungsrichtlinie geregelt. Diese muss zunächst vom Bundesgesundheitsministerium geprüft werden und tritt erst nach der Nichtbeanstandung in Kraft. Anschließend hat der Bewertungsausschuss drei Monate Zeit, die Vergütung festzulegen. Erst dann kann diese neue Leistung in Anspruch genommen werden.

PraxisNachrichten vom 12.10.2017

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