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Praxisnachrichten

Konzept zur intersektoralen Versorgung von Krebspatienten vorgelegt

18.01.2018 - Für eine bessere Versorgung von Krebspatienten hat die KBV gemeinsam mit Berufsverbänden ein neues Konzept erarbeitet. Dieses soll eine koordinierte Behandlung von Patienten durch ein Team von Belegärzten ermöglichen und dabei den ambulanten und stationären Sektor nahtlos verbinden.

Das von KBV, dem Berufsverband der Niedergelassenen Hämatologen und Onkologen in Deutschland (BNHO) und dem Berufsverband der Belegärzte (BDB) entwickelte Modell sieht vor, dass Krebspatienten, die kurzzeitig stationär aufgenommen werden müssen, wenn möglich auch im Krankenhaus durch den Arzt versorgt werden, der sie ambulant betreut.

Belegärztliche Teams übernehmen die Versorgung

Dazu sollen jeweils mehrere Belegärzte ein Netzwerk bilden, dem auch onkologisch qualifizierte Medizinische Fachangestellte und gegebenenfalls Fachleute für Psychoonkologie angehören. Diese Teams sollen die Patienten die gesamte Zeit der Erkrankung behandeln und so eine kontinuierliche Versorgung gewährleisten.

„Mit diesem Konzept haben wir einen konkreten Vorschlag entwickelt, wie Versorgung aus einer Hand unabhängig von Sektorengrenzen funktionieren kann“, sagte KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen am Mittwoch vor Journalisten. Für den Patienten sei es ein enormer Vorteil, dass die Versorgung – egal ob ambulant oder stationär – stets von ein und demselben Team organisiert werde, betonte BDB-Vorstand Dr. Andreas W. Schneider.

Modernisiertes Belegarztwesen hebt starre Grenzen auf

Der KBV-Chef bezeichnete die starren Grenzen zwischen ambulantem und stationärem Sektor als „nicht mehr nachvollziehbar“ und diese müssten dringend durchbrochen werden. Ein modernisiertes neugefasstes Belegarztwesen, „wie wir es in KBV 2020 vorgedacht haben und nun Schritt für Schritt weiterentwickeln, kann genau diesem Anspruch gerecht werden“. Dafür seien gesetzliche Änderungen nötig – beispielsweise, „dass der Erlaubnisvorbehalt für das Belegarztwesen gekippt“ werde.

Gerade in der Krebsbehandlung sei die sektorenübergreifende Versorgung von großer Bedeutung, hob auch BNHO-Vorstand Professor Wolfgang Knauf hervor. Dank medizinischer Fortschritte würden einige Tumorerkrankungen heute chronifiziert auftreten. Dabei wechselten sich ambulante und stationäre Phasen häufig ab. Deshalb sei es für den Patienten wichtig, einen behandlungsführenden Arzt zu haben, der ihn durch beide Phasen führen könne.

„Blaupause“ für andere Versorgungsbereiche

Das onkologische Vertragskonzept bildet aus Sicht des stellvertretenden KBV-Vorstandsvorsitzenden Dr. Stephan Hofmeister „eine Blaupause für andere Versorgungsbereiche“. In Zukunft würden angesichts der demografischen Entwicklung und der zunehmenden Ambulantisierung auch Hausärzte bei der belegärztlichen Versorgung eine immer stärkere Rolle spielen.

Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit

Das von der KBV und den beiden Verbänden entwickelte Konzept trägt der Komplexität von Krebserkrankungen und deren Behandlung in den verschiedenen Versorgungsebenen Rechnung. So können beispielsweise die in der onkologischen Therapie besonders wichtigen Medikationen nahtlos weitergeführt werden.

Zudem sollen die Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit und regelmäßige Versorgungskonferenzen des aus Belegärzten bestehenden Kompetenzteams die Lebensqualität der Patienten verbessern. Der Versorgungsvereinbarungsentwurf soll den Bundesmantelvertrag Ärzte als Anlage ergänzen und somit allen Versicherten offenstehen.

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