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Praxisnachrichten

Preise für Behandlungen stiegen im Krankenhaus überproportional

15.02.2018 - Die Preise für ärztliche Leistungen sind seit dem Jahr 2013 im Krankenhausbereich doppelt so stark angestiegen wie in den Arztpraxen. Innerhalb von sechs Jahren erhöhten sich die Preise im Krankenhaus um insgesamt 15,8 Prozent, im ambulanten Bereich um 7,3 Prozent.

Das zeigt eine aktuelle Grafik des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi). Der Grund für die unterschiedliche Entwicklung liegt in den gesetzlichen Vorgaben zur Anpassung der Vergütung.

Kassen-Überschüsse weitergeben

Nach dem Krankenhausentgeltgesetz richtet sich die jährliche Veränderungsrate für den Basisfallwert nach dem Anstieg der Kosten. Steigen jedoch die beitragspflichtigen Löhne und Gehälter der Versicherten stärker als die Kosten, wird diese höhere Rate an die Krankenhäuser weitergeben (sogenannte Meistbegünstigungsklausel).

Im ambulanten Bereich gilt diese Klausel nicht. Zwar soll auch dort die Veränderungsrate für den Orientierungswert die Entwicklung der Praxiskosten berücksichtigen. Es fehlt aber eine Regelung wie im Krankenhausentgeltgesetz, wonach die Krankenkassen Erträge in wirtschaftlich guten Zeiten an die Praxen weitergeben müssten.

Benachteiligung der Vertragsärzte

Durch die Meistbegünstigungsklausel sollen insbesondere die Personalkosten in den Krankenhäusern finanziert werden, die etwa 66 Prozent ausmachen. Dabei stieg der Basisfallwert für die Krankenhäuser im Berichtszeitraum deutlich stärker als der Nominallohnindex des Statistischen Bundesamts, sodass im Vergleich zur allgemeinen Lohnentwicklung mehr Geld in die Krankenhäuser floss.

In den Arztpraxen liegt der Personalkostenanteil mit 75 Prozent höher als in den Krankenhäusern. Doch die Entwicklung des Orientierungswertes blieb ein Drittel hinter der allgemeinen Nominallohnentwicklung zurück.

Im Vergleich zu den Krankenhäusern sei das „eine einseitige und nicht nachvollziehbare Benachteiligung der Vertragsärzte“, kritisierte Zi-Geschäftsführer Dr. Dominik von Stillfried. „Wer die Niederlassung fördern will, muss hier ansetzen.“

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