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Praxisnachrichten

Einheitlichkeit bei ePA gefordert

KBV fordert einheitliche elektronische Patientenakte

15.02.2018 - Die elektronische Patientenakte muss aus Sicht der KBV einheitliche Standards haben. „Für uns ist ganz wichtig, es kann nur eine Patientenakte geben – eine Technik und eine inhaltliche Gestaltung“, sagte KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel in einem KV-on-Interview.

Für Kriedel ist denkbar, dass es auf der Grundlage einheitlicher Standards durchaus verschiedene elektronische Patientenakten (ePA) geben könne, zum Beispiel der Krankenkassen. Entscheidend sei jedoch, dass die Akten inhaltlich und technisch gleich aufgebaut seien.

Er verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass die ePA von der gematik (Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte) zertifiziert werden müsse. Danach dürften nur Anbieter, die die Voraussetzungen erfüllten, eine Akte bereitstellen.

KBV plant keine ePA

Die KBV plant nach den Worten Kriedels keine eigene elektronische Patientenakte. Dazu gebe es keine Rechtsgrundlage. Zudem stelle sich die Frage, „ob aus Versichertengeldern, aus Honoraren der Vertragsärzte so etwas entwickelt werden sollte“.

Mehraufwand vergüten

Für die Praxen rechnet der KBV-Vorstand zunächst einmal mit einem Mehraufwand, wenn die Daten von der Praxissoftware auf die elektronische Gesundheitskarte übertragen werden sollen. „Für den Aufwand werden wir eine entsprechende Honorierung oder Kostenerstattung fordern“, kündigte Kriedel an. Auch dabei sei entscheidend, dass „es nur eine Technik und eine Semantik“ gebe, um den Aufwand gering zu halten, fügte er hinzu. „Anders ist dieses Problem sonst nicht zu handeln.“

Datenhoheit der Patienten

Die elektronische Patientenakte, in der Gesundheitsdaten aus Arztpraxen, Kliniken und anderen Gesundheitseinrichtungen gesammelt werden, ist bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen eines der wichtigsten Vorhaben. Sie ist im 2015 verabschiedeten E-Health-Gesetz verankert und soll den Datenaustausch im Gesundheitswesen verbessern und beschleunigen.

Bei der ePA hat der Patient die Hoheit über Daten und Zugriffsrechte. Da somit nur er die Vollständigkeit der eingestellten Daten gewährleisten kann, ist die elektronische Patientenakte eine Ergänzung zu bereits bestehenden Dokumentations- und Kommunikationswegen. Sie ersetzt nicht die digitale Patientenakte, die Ärzte in ihrem Praxisverwaltungssystem führen.

In einem weiteren KV-on-Video wird in die digitale Zukunft geblickt und dargestellt, wie die elektronische Patientenakte möglicherweise funktionieren könnte.

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