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KBV-Vorstand gegen Angleichung der Arzt-Honorare bei Kassen- und Privatpatienten

15.02.2018 - Die Angleichung der Arzt-Honorare für die Behandlung von gesetzlich und privat Versicherten lehnt die KBV ab. „Kein Patient würde dadurch besser versorgt werden“, sagte KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ zu den Plänen der angehenden Koalitionäre.

Das Gerechtigkeitsproblem im deutschen Gesundheitssystem sei nicht die unterschiedliche Bezahlung, sondern dass Leistungen für Kassenpatienten durch Budgets gedeckelt seien, stellte Gassen klar. In der privaten Krankenversicherung könne ein Arzt alle erforderlichen Leistungen verordnen. Bei einem gesetzlich Versicherten müsse er zwangsläufig darauf achten, ob er mit einer Verordnung sein Budget überschreite. Zudem werde ein Teil der Arztbesuche durch die Honorarbudgetierung gar nicht bezahlt.

Er könne verstehen, wenn Kollegen dreimal überlegten, „ob sie noch die letzten Patienten aufnehmen, die um fünf vor fünf vor der Praxistür warten, wenn das Budget ausgeschöpft ist“, betonte Gassen. Um das Gesundheitssystem gerechter zu machen, müssten die Budgets abgeschafft werden.

Vorschläge bis Ende 2019

CDU, CSU und SPD haben sich in den Koalitionsverhandlungen auf eine Modernisierung des Vergütungssystems verständigt und für die Vorbereitung eine wissenschaftliche Kommission vorgeschlagen. Diese soll bis Ende 2019 unter Berücksichtigung aller damit zusammenhängender medizinischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Fragen Vorschläge erarbeiten, über deren Umsetzung danach entschieden werden soll.

Schrittweise Entbudgetierung

Die KBV schlägt eine schrittweise Aufhebung der Honorarbudgets vor. Zunächst müsse dafür gesorgt werden, dass jeder Erstkontakt des Patienten mit dem Arzt bezahlt werde, sagte Gassen. Dafür seien weniger als 500 Millionen Euro nötig. „Wenn die Politik von uns verlangt, dass wir Patienten schneller Termine anbieten sollen und, dass Versicherte mehr Leistungen in Anspruch nehmen sollen, dann muss sie dafür auch Geld auf den Tisch legen. Alles andere wäre unlauter.“

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