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Psychotherapeuten können jetzt Reha und Soziotherapie verordnen

08.03.2018 - Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten können ab 1. April 2018 Leistungen zur Verordnung von medizinischer Rehabilitation und Soziotherapie abrechnen. Darauf haben sich die KBV und der GKV-Spitzenverband im Bewertungsausschuss geeinigt.

Extrabudgetäre Vergütung auch für Ärzte

Die KBV konnte in den Verhandlungen mit den Krankenkassen erreichen, dass das Ausstellen der Verordnungen extrabudgetär vergütet wird – und zwar ab April für alle abrechnungsberechtigen Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten. Bislang wird die Verordnung einer medizinischen Reha durch Ärzte aus der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung bezahlt und damit nicht zu festen Preisen. Bei der Soziotherapie wäre die Regelung zur extrabudgetären Vergütung Ende des Monats ausgelaufen.

Soziotherapie: Abrechnung und Vergütung

Nach dem Beschluss des Bewertungsausschusses erhalten Psychotherapeuten für die Erst- und Folgeverordnung einer Soziotherapie jeweils 17,90 Euro (168 Punkte). Um die Leistung abrechnen zu können, benötigen sie eine Genehmigung ihrer Kassenärztlichen Vereinigung.

Die Abrechnung der Erstverordnung erfolgt über die Gebührenordnungsposition (GOP) 30810. Die Leistung umfasst nicht nur das Ausstellen der Verordnung, sondern beispielsweise auch, dass der Psychotherapeut den Patienten bei der Auswahl des Soziotherapeuten unterstützt und an der Erstellung des Betreuungsplans mitwirkt.

Die Folgeverordnung wird über die GOP 30811 abgerechnet. Aufgabe des Psychotherapeuten ist es hierbei unter anderem, den soziotherapeutischen Behandlungsplan zu überprüfen und anzupassen sowie den Therapieverlauf abzustimmen und zu beobachten. Erst- und Folgeverordnungen erfolgen auf dem Formular 26.

Reha: Abrechnung und Vergütung

Die Verordnung einer Rehabilitation wird mit 32,18 Euro (302 Punkte) vergütet. Die Abrechnung erfolgt über die GOP 01611. Für das Ausstellen der Verordnung verwenden Psychotherapeuten das Formular 61.

Nach den Vorgaben des Gemeinsamen Bundesausschusses können Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten Leistungen zur Rehabilitation nur bei bestimmten Diagnosen verordnen. Kostenträger ist die gesetzliche Krankenversicherung. Reha-Leistungen, für die die Rentenversicherung zuständig ist und die Kosten übernimmt, dürfen weiterhin nicht verordnet werden.

Seit Juni 2017 dürfen Therapeuten verordnen

Bereits seit Juni vergangenen Jahres dürfen Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten ausgewählte Leistungen verordnen. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss beschlossen. Möglich sind danach bei bestimmten Indikationen die Verordnung von Krankenhausbehandlungen und Krankenbeförderungen und nunmehr auch von Leistungen der Rehabilitation sowie Soziotherapie.

Formulare für die Verordnung

Die Verordnungsformulare 26 (Soziotherapie) und 61 (Reha) sowie 2 (Krankenhausbehandlung) und 4 (Krankenbeförderung) sind in den Praxisverwaltungssystemen hinterlegt. Vordrucke erhalten Vertragspsychotherapeuten in der Regel bei ihrer Kassenärztlichen Vereinigung beziehungsweise über ihre regulären Bezugswege für Formulare.

Broschüre für Psychotherapeuten

Um Vertragspsychotherapeuten beim Thema Verordnung zu unterstützen, gibt die KBV eine Broschüre heraus. Das Serviceheft „PraxisWissen: Hinweise zur Verordnung für Psychotherapeuten“ wird am 10. April der PP-Ausgabe des Deutschen Ärzteblattes beigelegt.

Darin sind auf 16 Seiten wichtige Regeln zur Verordnung zusammengestellt. Vertragspsychotherapeuten erfahren, dass generell dieselben Vorgaben gelten wie für Vertragsärzte, so werden zum Beispiel die gleichen Verordnungsformulare verwendet. Doch es gibt auch Unterschiede und Besonderheiten, vor allem beim Indikationsspektrum, die vorgestellt werden.

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