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Budgetierung einschränken

Entbudgetierung: "Nur ein Euro mehr pro Behandlungsfall"

07.06.2018 - Die Abschaffung der Budgets in der Vergütung wäre aus Sicht des KBV-Vorstandsvorsitzenden Dr. Andreas Gassen „ein klares Signal“ für die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten, dass erbrachte Leistungen auch bezahlt werden. Derzeit würden in der Regel 10 bis 20 Prozent des Honorars nicht ausgezahlt, sagte der KBV-Chef in einem KV-on-Interview.

Die vollständige Abschaffung der Budgetierung wäre auch angesichts „der übervollen Kassen der Krankenkassen in einem Zug ein großer Schritt“, betonte Gassen. Deshalb habe die KBV aus seiner Sicht „moderat“ zunächst die Entbudgetierung der Grundleistungen gefordert. Darunter seien die mit dem Erstkontakt zusammenhängenden Pauschalen im haus- und fachärztlichen Versorgungsbereich zu verstehen.

660 Millionen Behandlungsfälle

Dabei gehe es nicht um eine hohe Summe, betonte Gassen und rechnete vor: „Wir haben 660 Millionen Behandlungsfälle im Jahr und fast 1,2 Milliarden Arzt-Patienten-Kontakte. Die Summe, die für die Ausbudgetierung dieser Grundleistungen erforderlich wäre, würde den Einzelfall – also die 660 Millionen Fälle – um noch nicht mal einen Euro verteuern.“ Es gehe also um eine Größenordnung von rund einer halben Milliarde Euro.

Darüber hinaus könne durch die Entbudgetierung bei „dem einen oder anderen die Motivation geweckt werden, noch mehr als die ohnehin schon große Arbeitsbelastung zu leisten“, sagte Gassen mit Blick auf die Forderung der Politik, die Sprechstundenzeiten von 20 auf 25 Stunden auszuweiten. Die Anhebung der Arbeitszeit sei jedoch „undenkbar, solange man die bisher geleistete Arztzeit nicht vollständig vergütet“.

Budgetierung ist überholt

Bei der Budgetierung werden die Preise für die durchgeführten Untersuchungen und Behandlungen an das zur Verfügung stehende Geld angepasst. Die Systematik stammt noch aus Zeiten der Ärzteschwemme.

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