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Telematikinfrastruktur: Zweiter Konnektor ist da

28.06.2018 - Zur Anbindung der Praxen an die Telematikinfrastruktur wurde ein weiterer Konnektor zugelassen. Das Gerät soll nach Angaben des Herstellers jetzt noch unter realen Bedingungen erprobt werden, bevor es flächendeckend auf den Markt kommt. Dies wird für August erwartet.

Zweiter Konnektor zugelassen

Die für den Aufbau der Telematikinfrastruktur (TI) zuständige Gesellschaft gematik hatte Anfang der Woche mitgeteilt, dass der Konnektor der T-Systems International GmbH eine Zulassung erhalten hat.

Damit könnten mehr Ärzte und Psychotherapeuten ihre Praxis möglichst bald an die TI anschließen lassen, sagte KBV-Vorstand Dr. Thomas Kriedel in einem Video-Interview mit KV-on. Mit Blick auf die Preise der Anbieter betonte er, dass das den Wettbewerb belebe.

Höhere Erstausstattungspauschalen ab Juli

Erst Ende Mai konnte sich die KBV mit dem GKV-Spitzenverband unter Vermittlung des Bundesschiedsamtes darauf einigen, dass die Erstausstattungspauschale ab Juli deutlich angehoben wird (die PraxisNachrichten berichteten). Danach müssen die Krankenkassen für einen Konnektor und ein stationäres Kartenterminal im dritten Quartal 2.154 Euro zahlen. Das sind für den Konnektor knapp 1.000 Euro mehr als zuvor vereinbart war.

Kriedel wies darauf hin, dass die beiden großen Konnektor-Hersteller bereits erklärt hätten, ihre Geräte innerhalb der neu vereinbarten Pauschalen liefern zu wollen. Diese Zusage gelte allerdings zunächst nur für das dritte Quartal. Auch berichteten einige Ärzte von PVS-Anbietern, die höhere Preise verlangten.

KBV schaltet Branchenverband ein

Der Vorstand der KBV hat sich deshalb Anfang der Woche mit einem Schreiben an den Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e. V. – gewandt und ihn aufgefordert, seinen Mitgliedern zu empfehlen, von ihren Kunden nur die Beträge zu verlangen, die durch die Zahlungen der Krankenkassen gedeckt seien. Die Ärzte seien zu Recht empört, dass sie für das offensichtlich gleiche Produkt einen Aufpreis zahlen sollten.

Empfehlung für Praxen

Generell rät Kriedel den Praxen, die notwendige TI-Ausstattung jetzt bei ihrem PVS-Hersteller oder IT-Betreuer zu bestellen. „Bei den meisten am Markt befindlichen Systemen ist es kein Problem, weil die Hersteller schon auf ihrer Internetseite erklärt haben, dass sie die Erstattungspreise auch nicht überschreiten werden“, erläutert Kriedel in dem Video-Interview.

Wo das nicht der Fall ist, sollten Ärzte sich in einer Klausel zusichern lassen, dass sie nur so viel bezahlen müssen, wie sie von den Krankenkassen erstattet bekommen. Andernfalls sollten Praxen mit der Bestellung noch warten.

Kriedel betonte in dem Zusammenhang erneut, dass die KBV sich bei der Politik dafür einsetze, dass die Frist zur Anbindung an die TI um mindestens ein halbes Jahr verlängert wird. Nach der jetzigen Planung müssten alle Praxen bereits bis Jahresende angeschlossen sein. Dies sei angesichts der nur schleppend vorangehenden Ausstattung der Praxen durch die Industrie und immer noch bestehenden Lieferschwierigkeiten nicht zu schaffen.

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