Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sie befinden sich:

 

Praxisnachrichten

Kassen stellen ab 2019 mehr Geld für Sozialpsychiatrie bereit

05.07.2018 - Die teamübergreifende sozialpsychiatrische Behandlung von Kindern und Jugendlichen wird künftig besser vergütet. Die sogenannte Sozialpsychiatrie-Pauschale wird ab 1. Januar 2019 von bisher 163 Euro auf 186 Euro je Behandlungsfall angehoben.

Darauf haben sich KBV und GKV-Spitzenverband am Mittwoch unter Moderation des Bundesschiedsamtes verständigt. Die Erhöhung der Sozialpsychiatrie-Pauschale auf 186 Euro je Behandlungsfall (ab dem 351. Behandlungsfall: 139,50 Euro) entspricht einer Steigerung um 14,1 Prozent.

Versorgung psychisch kranker Kinder gesichert

Insgesamt sei das ein gutes Ergebnis, sagte KBV-Vorstandschef Dr. Andreas Gassen. „Damit haben wir erreicht, dass die steigenden Kosten in dem Bereich zumindest teilweise gedeckt sind und die qualifizierte ambulante sozialpsychiatrische Behandlung weiter erfolgen kann“, betonte er. Dies sei angesichts der zunehmenden Zahl von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Erkrankungen ein enormer Wert.

Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Dr. Stephan Hofmeister wies darauf hin, dass die Sozialpsychiatrie-Pauschale seit Einführung des Behandlungsangebotes vor neun Jahren nicht mehr angepasst worden war. „Eine solche Hängepartie wird es künftig nicht mehr geben“, sagte er und wies darauf hin, dass die die Sozialpsychiatrie-Vereinbarung und damit auch die Pauschalen künftig jährlich überprüft werden sollen.

Die KBV konnte durchsetzen, dass die Sozialpsychiatrie-Vereinbarung um eine sogenannte Anpassungsklausel ergänzt wird: So überprüfen KBV und GKV-Spitzenverband zukünftig jährlich – erstmals mit Wirkung ab 2020 – ob und inwieweit eine Anpassung der Vereinbarung erforderlich ist.

Erste Erhöhung nach neun Jahren

Die KBV hatte das Schiedsamt zu Beginn des Jahres angerufen, da die Verhandlungen zwischen GKV-Spitzenverband und KBV zur Anpassung der Vergütung in der Sozialpsychiatrie-Vereinbarung gescheitert waren.

Streitpunkt war die Sozialpsychiatrie-Pauschale, die die Ärzte insbesondere zur Deckung ihrer überdurchschnittlich hohen Personalkosten erhalten. Nach der Sozialpsychiatrie-Vereinbarung sollen dem Praxisteam mindestens ein Heilpädagoge und ein Sozialarbeiter beziehungsweise eine entsprechende Zahl von Mitarbeitern mit jeweils vergleichbaren Qualifikationen angehören. Zudem müssen sie für den Bedarfsfall die Kooperation mit psychologischen Psychotherapeuten, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, Sprach-, Ergo- und Physiotherapeuten nachweisen.

Die Sozialpsychiatrie-Pauschale in Höhe von bislang 163 Euro (ab dem 351. Behandlungsfall 122,25 Euro) wurde seit Abschluss der Vereinbarung im Jahr 2009 nicht mehr angepasst. Die KBV hatte aufgrund der gestiegenen Kosten für diesen interdisziplinären Ansatz eine deutliche Erhöhung gefordert. Zudem hatte sie auf eine jährliche Anpassung der Pauschale gedrängt. Das ursprüngliche Angebot des GKV-Spitzenverbandes hätte nur einen Bruchteil der Kostensteigerungen der vergangenen Jahre aufgefangen.

Bessere Versorgungssituation durch interdisziplinäre Zusammenarbeit

Die 2009 getroffene bundeseinheitliche Sozialpsychiatrie-Vereinbarung als Anlage zum Bundesmantelvertrag zwischen Ärzten und Krankenkassen beinhaltet langfristig ausgerichtete Maßnahmen zur Förderung einer qualifizierten ambulanten sozialpsychiatrischen Behandlung von Kindern und Jugendlichen. Diese zeichnen sich vor allem durch ihren interdisziplinären Ansatz aus.

So ermöglichen sozialpsychiatrische Praxen durch die Zusammenarbeit zwischen Ärzten und unter anderem Heilpädagogen und Sozialarbeitern eine bessere Versorgungssituation für die Patienten, da neben den medizinischen Aspekten auch das soziale Umfeld der Kinder und Jugendlichen berücksichtigt wird.

Mehr zum Thema

zu den PraxisNachrichten