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Arzneiverordnungssoftware: ab August auch Verbandmittel gelistet

19.07.2018 - Ab 1. August sind in der Verordnungssoftware neben Arzneimitteldaten die Daten für Verbandmittel gelistet. Angezeigt werden dann auch die weiteren Produkte, die in die Arzneimittelversorgung einbezogen werden, wie Teststreifen oder bilanzierte Diäten zur enteralen Ernährung.

Dadurch bietet die Arzneimittelverordnungssoftware Ärzten deutlich mehr Informationen als bisher. Die Erweiterung geht zurück auf das im April 2017 in Kraft getretene Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz (HHVG).

Damit wurde erstmals die gesetzliche Grundlage für entsprechende verbindliche Vorgaben durch die KBV und den GKV-Spitzenverband geschaffen. Der Anforderungskatalog, den die Hersteller von Arzneimittelverordnungssoftware beachten müssen, wurde entsprechend aktualisiert.

Vollständige Angaben erst ab Juli 2019

Es kann sein, dass ab August 2018 die Angaben einzelner Verbandmittel zunächst noch unvollständig sind und beispielsweise eine Preisangabe noch nicht angezeigt wird. Die Vollständigkeit aller Angaben in der Arzneimittelverordnungssoftware muss erst ab 1. Juli 2019 gewährleistet sein.

Hintergrund ist, dass aktuell noch nicht alle benötigten Angaben bei der Informationsstelle für Arzneispezialitäten vorliegen. KBV und GKV-Spitzenverband haben sich deshalb darauf verständigt, dass die laut HHVG vorgesehene Vollständigkeit der Angaben erst ab 1. Juli 2019 zu gewährleisten ist.

Künftig leichterer Wechsel der Verordnungssoftware

Bislang ist es Praxen quasi nicht möglich, ein anderes – zum Beispiel günstigeres oder passenderes – Verordnungsmodul in ihr Praxisverwaltungssystem (PVS) zu integrieren. Auch der Wechsel des gesamten PVS ist aufwendig.

Künftig werden Praxen das Arzneiverordnungsmodul austauschen können, ohne das gesamte PVS wechseln zu müssen. Dazu hat die KBV eine einheitliche Schnittstelle für den Wechsel der Arzneimittelverordnungssoftware festgelegt. Dadurch werden Ärzte zumindest bei der Arzneimittelverordnung nicht mehr automatisch an den Hersteller ihres PVS gebunden.

Allerdings dauert die Umsetzung noch: Die KBV hat am 30. Juni 2018 die einheitliche Schnittstelle für den Wechsel der Arzneimittelverordnungssoftware festgelegt. Nun haben alle PVS- und Verordnungssoftwarehersteller zwei Jahre Zeit, diese in ihren Systemen umzusetzen.

Anbieter von PVS und Verordnungssoftware können die technischen Informationen zur Festlegung der Schnittstelle hier herunterladen.

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