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Praxisnachrichten

Offene Punkte beim Honorar

Abschluss der Honorarverhandlungen: So geht es jetzt weiter

30.08.2018 - Die bessere Vergütung von Hausbesuchen ist eines der Themen, über das KBV und Krankenkassen nach Abschluss der Honorarverhandlungen für das Jahr 2019 weiter beraten werden. Im Video-Interview mit KV-on stellt KBV-Vize Dr. Stephan Hofmeister vor, was außerdem auf der Agenda steht.

Nach Darstellung Hofmeisters geht es neben den Hausbesuchen vor allem um zusätzliche Ausgaben der Praxen für Datensicherheit, Hygiene und Digitalisierung, für die die KBV zusätzliches Geld gefordert hat. Darüber hinaus sollen die Chronikerpauschalen überarbeitet werden.

Die KBV hatte diese Themen in die Honorarverhandlungen eingebracht, abschließende Beschlüsse wurden nicht gefasst. Zunächst soll geprüft werden, inwieweit neben dem Orientierungswert andere Vergütungsregelungen den zusätzlichen Aufwand abbilden können.

Damit habe die KBV erreicht, dass der GKV-Spitzenverband grundsätzlich anerkannt hat, dass Handlungsbedarf besteht. Das Institut des Bewertungsausschusses erhielt dementsprechend mehrere Prüfaufträge.

Änderungsbedarf bei Chronikerpauschalen

Bereits am 18. September steht das Thema Chronikerpauschalen auf der Tagesordnung des Bewertungsausschusses. Die KBV bringt erneut einen Vorschlag zur Überarbeitung dieser Leistungen ein. „Die Chronikerregelung macht vor allem im hausärztlichen Bereich erhebliche Probleme“, sagte Hofmeister im Video-Interview.

KBV hält an besserer Vergütung für Hausbesuche fest

Über eine höhere Vergütung für Hausbesuche werden KBV und Kassen im Zuge der EBM-Weiterentwicklung erneut beraten. Dafür erhebt das Institut des Bewertungsausschusses die notwendigen Zahlen.

„Bei den Hausbesuchen werden wir mit Nachdruck darauf drängen, dass die Positionen im EBM nachhaltig mit mehr Geld hinterlegt werden“, betonte Hofmeister.

Kosten für Datensicherheit und Hygiene

Zwei große Kostenblöcke in den Praxen sind die Ausgaben für Datensicherheit und Hygiene. „Diese sind auch als solche anerkannt worden“, sagte Hofmeister. Das gleiche gelte für Kosten für die Digitalisierung, die nicht durch andere Regelungen abgedeckt seien, zum Beispiel durch die Finanzierungsvereinbarung zur Telematikinfrastruktur.

Dazu werde ab März 2019 anhand neuer Zahlen weiter beraten. „Entstandene Kosten werden natürlich berechnet und gewertet, das heißt, die gehen nicht verloren“, sagte Hofmeister.

Vergütung steigt um 620 Millionen Euro

Am 21. August sind die jährlichen Honorarverhandlungen zwischen KBV und GKV-Spitzenverband offiziell beendet worden. Der Orientierungswert wird zum 1. Januar 2019 auf 10,8226 Cent angehoben (aktuell 10,6543 Cent). Damit steigt die Vergütung für alle ärztlichen und psychotherapeutischen Leistungen um rund 1,58 Prozent. Das bedeutet etwa 550 Millionen Euro mehr für die Versorgung gesetzlich krankenversicherter Patienten.

Voraussichtlich weitere rund 70 Millionen Euro mehr müssen die Krankenkassen bereitstellen, um den wachsenden Behandlungsbedarf ihrer Versicherten zu finanzieren. Die genauen Berechnungen zu den regionalen diagnose- und demografiebezogenen Veränderungsraten laufen noch. Die Raten sollen Mitte September beschlossen werden.

Auf einen Blick: Die Ergebnisse

  • Orientierungswert: Der Orientierungswert steigt zum 1. Januar 2019 um 1,58 Prozent auf 10,8226 Cent (aktuell: 10,6543 Cent). Die Gesamtvergütung wächst damit um rund 550 Millionen Euro.
  • Behandlungsbedarf: Das Klassifikationsmodell zur Ermittlung der regionalen diagnose- und demografiebezogenen Veränderungsraten wurde beschlossen, die Raten sollen am 18. September beschlossen werden. Für den steigenden Behandlungsbedarf wird ein zusätzlicher Vergütungsumfang von 70 bis 80 Millionen Euro erwartet.
  • Anerkennung weiterer Kosten: Zusätzliche Ausgaben, die den Praxen für die Einhaltung von Vorschriften zur Hygiene und zum Datenschutz (Datenschutz-Grundverordnung) entstehen, wurden im Grunde anerkannt; es sollen jetzt weitere Berechnungen erfolgen. Das gleiche gilt für Kosten für die Digitalisierung, die nicht durch andere Regelungen abgedeckt sind, zum Beispiel durch die Finanzierungsvereinbarung zur Telematikinfrastruktur.
  • Besuche: Der GKV-Spitzenverband hatte in der ersten Verhandlungsrunde einen Beschlussantrag der KBV zur besseren Honorierung von Besuchen abgelehnt. Die Beratungen sollen jetzt im Zuge der EBM-Weiterentwicklung geführt werden.

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