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Praxisnachrichten

Ärztemonitor 2018: Bürokratielast ist ungebrochen hoch

06.09.2018 - Bürokratie ist ein echter Zeitfresser in den Praxen der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten. Das belegen neue Zahlen, die die KBV vorab aus dem Ärztemonitor 2018 veröffentlicht hat.

Danach verbringen Ärzte pro Woche 7,4 Stunden mit Verwaltungstätigkeiten, bei den Psychotherapeuten sind es 7 Stunden. „Das ist eindeutig zu viel“, betonte Dr. Thomas Kriedel, Vorstandsmitglied der KBV im Vorfeld des KBV-Symposiums „Bürokratieabbau im Gesundheitswesen“ am kommenden Dienstag in Berlin.

Kriedel: Keine neue Bürokratie schaffen

„Jede Minute mehr an Bürokratie fehlt in der Patientenversorgung und frustriert die Ärzte“, sagte Kriedel in Richtung Politik und fügte hinzu: „Hier muss man ansetzen, wenn man mehr Behandlungszeit generieren will.“ Ziel müsse es sein, Bürokratie kontinuierlich abzubauen und nicht – wie es die Regelungen des Terminservice- und Versorgungsgesetzes befürchten lassen – weiter zu erhöhen.

Verwaltungstätigkeit auf Platz 2

Mit rund sieben Wochenstunden hat die Verwaltungstätigkeit nach der Patientensprechstunde den größten Anteil an ärztlicher und psychotherapeutischer Arbeitszeit, wie der Ärztemonitor zeigt. Damit ist die Bürokratielast ungebrochen hoch.

Gleichzeitig sagten 57 Prozent der befragten Ärzte und Psychotherapeuten aus, dass sie nicht ausreichend Zeit für die Behandlung ihrer Patienten zur Verfügung haben. Das sind etwas mehr als bei der Befragung vor zwei Jahren, wo dies von 56 Prozent bemängelt worden war.

Für den Ärztemonitor wurden deutschlandweit rund 11.000 Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten zu Themen rund um die Praxis befragt. Die kompletten Ergebnisse werden im Oktober vorgestellt.

Aktueller Bürokratieindex kommt im November

Im November veröffentlicht die KBV zudem ihren aktuellen Bürokratieindex für die vertragsärztliche Versorgung. Mit der auf dem Standardkosten-Modell basierenden Erhebung stellt sie jährlich dar, wie viel Zeit die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten im Jahr für welche bürokratischen Dokumentationspflichten aufwenden.

Symposium zum Bürokratieabbau

Bei dem Symposium der KBV wird es um Maßnahmen für einen wirkungsvollen Abbau von Bürokratie im Gesundheitswesen gehen. Neben Vorträgen und einer Podiumsdiskussion sind mehrere Workshops geplant. Unter anderem soll die Frage nach einem verbindlichen Bürokratie-Abbauziel in der Selbstverwaltung diskutiert werden.

Ärztemonitor der KBV

Der Ärztemonitor ist eine der deutschlandweit größten Befragungen ambulant tätiger Ärzte und Psychotherapeuten. Die KBV lässt dazu vom Institut für angewandte Sozialwissenschaft (infas) Telefoninterviews mit rund 11.000 per Zufallsprinzip ausgewählten Ärzten und Psychotherapeuten zu deren Arbeitssituation durchführen.

Es handelt sich bereits um die vierte Befragung dieser Art, die die KBV in Kooperation mit dem NAV-Virchow-Bund durchführt. Die vollständigen Ergebnisse des Ärztemonitors 2018 werden im Oktober vorgestellt.

Online-Forum „Mehr Zeit für Patienten“

Ärzte und Psychotherapeuten, die konkrete Vorschläge für den Bürokratieabbau in der Praxis haben, können diese der KBV über das Online-Forum „Mehr Zeit für Patienten“ mitteilen. Das Online-Forum sammelt Hinweise, wie sich der Verwaltungsaufwand in den Praxen reduzieren lässt und macht sie öffentlich.

Die KBV setzt sich mit den Vorschlägen auseinander und prüft, inwieweit sie umsetzbar sind. Das Portal ist über das Sichere Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen erreichbar.

Besucher des Online-Forums geben nach der Anmeldung im Sicheren Netz in das Browser-Fenster die Adresse http://buerokratieabbau.kv-safenet.de ein, oder gehen über das Portal ihrer KV und den dort eingestellten Link zum Online-Forum.

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