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Mehr Geld für Arznei- und Heilmittel in 2019 - Rahmenvorgaben vereinbart

04.10.2018 - Das Ausgabenvolumen für Arzneimittel steigt im kommenden Jahr um 3,7 Prozent. Das ist das Ergebnis der bundesweiten Rahmenvorgaben, auf die sich KBV und GKV-Spitzenverband geeinigt haben. Für den Heilmittelbereich ergibt sich ein Plus von 0,8 Prozent.

Grund für die Steigerung sind vor allem Ausgaben für neue Arzneimittel, die beispielsweise in der Krebstherapie eingesetzt werden. Im Vergleich zu früher erfolgt nämlich gerade die Behandlung von onkologischen Patienten vermehrt ambulant, was zu höheren Arzneimittelausgaben in den Praxen führt. Kostensteigernd wirkt sich auch die Verordnungsfähigkeit von Cannabis aus.

„Mit der Erhöhung des Ausgabenvolumens ist eine wesentliche Voraussetzung geschaffen, dass Patienten mit neuen Therapieoptionen, wie sie sich insbesondere in der Onkologie zeigen, sinnvoll versorgt werden können“, sagte der stellvertretende KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Stephan Hofmeister. Gerade für schwer Kranke sei es wichtig, dass sie von Innovationen profitieren könnten.

Weitere Verhandlungen auf Landesebene

Die Rahmenvorgaben bilden die Basis für die regionalen Verhandlungen zu den Ausgabenvolumina, die die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) mit den Krankenkassen vor Ort führen. Neben den auf Bundesebene unter anderem vereinbarten Anpassungsfaktoren wie Preisentwicklung und Einsatz innovativer Arzneimittel werden bei den Verhandlungen auf der regionalen Ebene weitere Faktoren wie Alter und Anzahl der Versicherten berücksichtigt.

Steigerung auch bei den Heilmitteln

Auch bei den Heilmitteln gehen KBV und GKV-Spitzenverband im kommenden Jahr von höheren Ausgaben aus. Die vereinbarte Steigerung beträgt gegenüber dem laufenden Jahr 0,8 Prozentpunkte, die in erster Linie auf Verlagerungen zwischen den Leistungsbereichen zurückzuführen sind.

Die Vertragspartner gehen nach wie vor davon aus, dass die Modellvorhaben zur sogenannten Blankoverordnung zu Mehrausgaben führen werden. Diese wurden 2017 mit dem Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz eingeführt. Die Bewertung für 2019 soll aber durch die regionalen Verhandlungspartner erfolgen.

Wie im Arzneimittelbereich gilt im Heilmittelbereich, dass zusätzliche Faktoren regional zwischen den KVen und den Krankenkassen verhandelt werden. Hierzu zählen insbesondere die Entwicklung der Zahl und Altersstruktur der Versicherten sowie die Veränderung der Heilmittelpreise.

Die bundesweiten Rahmenvorgaben 2019 im Überblick

Arzneimittel: Regionale und bundesweite Anpassungsfaktoren

Bei den bundesweit festzulegenden Anpassungsfaktoren haben KBV und GKV-Spitzenverband für 2019 eine Steigerung von insgesamt 3,7 Prozent vereinbart. Faktoren wie Alter und Anzahl der Versicherten verhandeln die Kassenärztlichen Vereinigungen und die Krankenkassen auf der Landesebene.

Bei der Anpassung des Ausgabenvolumens sind zu berücksichtigen:

Anpassungsfaktoren Festlegung
1. Zahl und Altersstruktur der Versicherten regional
2. Preisentwicklung - 0,4 %
3. gesetzliche Leistungspflicht + 0,1 % 
4. Richtlinien Bundesausschuss 0 %
5. Einsatz innovativer Arzneimittel + 3,7 %
6. Zielvereinbarungen, indikationsbezogen regional
7. Verlagerung zwischen den Leistungsbereichen + 0,3 % 
8. Wirtschaftlichkeitsreserven, Zielvereinbarungen regional
Anpassung von 2018 nach 2019 + 3,7 %

 

Heilmittel: Regionale und bundesweite Anpassungsfaktoren

Wie in den Vorjahren haben KBV und GKV-Spitzenverband auch für das Jahr 2019 darauf verzichtet, die bundesweit festzulegenden Anpassungsfaktoren einzeln zu bewerten und auszuweisen. Für diese bundesweiten Faktoren wurde insgesamt eine Steigerung von 0,8 Prozent ausgewiesen.

Bei der Anpassung des Ausgabenvolumens sind zu berücksichtigen:

Anpassungsfaktoren Festlegung
1. Zahl und Altersstruktur der Versicherten regional
2. Preisentwicklung regional
3. gesetzliche Leistungspflicht bundesweit
4. Richtlinien Bundesausschuss bundesweit
5. Einsatz innovativer Heilmittel bundesweit
6. Zielvereinbarungen, indikationsbezogen regional
7. Verlagerung zwischen den Leistungsbereichen bundesweit
8. Wirtschaftlichkeitsreserven, Zielvereinbarungen regional
Anpassung von 2018 nach 2019 + 0,8 %

 

Zum Hintergrund der Rahmenvorgaben

KBV und GKV-Spitzenverband vereinbaren jährlich Rahmenvorgaben für Arznei- und Heilmittel. Diese Vorgaben sind bei den regionalen Verhandlungen zu den Ausgabenvolumina zwischen den KVen und den Krankenkassen zu berücksichtigen. Grundlage für die Verhandlungen bilden verschiedene Anpassungsfaktoren, die Einfluss auf die Ausgabenentwicklung haben. Dabei wird über ein Teil der Faktoren auf Bundesebene und über einen Teil auf Landesebene verhandelt.

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