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Zukunftspraxen gesucht

KBV sucht Zukunftspraxen: digitale Dienste im Arbeitsalltag testen

11.10.2018 - Die Videobrille für Hausbesuche ist nur eine von zehn technischen Neuheiten, die Praxen ab 2019 testen können. Eine Bewerbung als Zukunftspraxis ist ab sofort möglich. Das KBV-Projekt zur Digitalisierung geht damit in die nächste Phase.

„Wir wollen den digitalen Diensten direkt in der realen Versorgungspraxis auf den Zahn fühlen“, sagte Dr. Bernhard Tenckhoff, Leiter des Projektes KBV-Zukunftspraxis im Video-Interview zu KV-on. Dazu ist die KBV jetzt auf der Suche nach „innovativ orientierten Praxen“, die Lust haben, einen der Dienste in ihrer Praxis zu testen.

Im Vorfeld wurden in einem Ideenwettbewerb aus über 60 Bewerbungen zehn digitale Anwendungen ausgewählt, die das Potenzial haben, die ambulante Versorgung sinnvoll zu verbessern (die PraxisNachrichten berichteten).

Diese Dienste machen mit

Interessierte Praxen sollten sich gezielt für einen der Dienste bewerben (siehe Übersicht). Zur Auswahl stehen Innovationen im Bereich Medizinprodukte sowie Anwendungen, die die Prozessabläufe in den Praxen verbessern sollen. Außerdem geht es um Dienste, die sich mit der Dokumentation und Unterstützung für den Arzt beschäftigen, und um zwei Praxisverwaltungssysteme.

Es können grundsätzlich alle Praxen mitmachen, eine Einschränkung auf bestimmte Fachgruppen gibt es bis auf zwei Ausnahmen – DermaFC und Respiro – nicht. Auch müssen keine bestimmten technischen Voraussetzungen vorhanden sein.

So läuft der Praxistest ab

Bei der Implementierung des Dienstes und während des Testlaufes von circa 12 bis 18 Monaten werden die Praxen von der KBV eng begleitet und unterstützt. Es erfolgt eine kontinuierliche Evaluation, etwa durch Fragebögen.

Die Teilnahme soll bei den Ärzten und Psychotherapeuten zu keiner finanziellen Belastung führen, betonte Tenckhoff. Dazu trifft die KBV entsprechende Vereinbarungen mit den Anbietern und den Praxen. Der zeitliche Aufwand, etwa für Schulungen oder die Umstellung auf neue Prozesse, kann hingegen nicht vergütet werden.

Mitmachen als Praxis: Bewerbung per E-Mail

Bei Interesse an einer Teilnahme am Projekt KBV-Zukunftspraxis, senden Sie uns bitte den ausgefüllten Fragebogen an: zukunftspraxis@kbv.de

Fragebogen (DOCX, 65 KB)

KBV-Zukunftspraxis: Übersicht der Gewinner

Die folgenden Unternehmen erhalten die Chance, ihr Produkt ab 2019 in ausgewählten Zukunftspraxen zu testen:

Gewinner 1. Preis XpertEye

Hersteller: AMA Xpert Eye GmbH

Produkt: XpertEye ist eine „You see what I see“-Lösung basierend auf einer Datenbrille in Kombination mit einem Smartphone. Sie ermöglicht den Benutzern, Wissen und Expertise über Distanzen hinweg in Echtzeit zu transportieren, indem das Sichtfeld, Gesten und die Stimme übertragen und mit einem Experten geteilt werden können – beispielsweise in der Kombination Arzt in der Praxis und Pflegekraft bei Hausbesuch oder Pflegeheimbesuch.

Fokus im Praxistest: Ist eine Option für eine Verbesserung der ärztlichen Versorgung von Heimbewohnern und nicht mobilen Patienten gegeben?

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Gewinner 2. Preis Idana

Hersteller: Tomes GmbH

Produkt: Idana ist eine Software für Ärzte in Kombination mit einer App für Patienten, die Routineprozesse digital unterstützen, insbesondere die Anamnese. Die Erfragung von Informationen zur Krankengeschichte beim Patienten erfolgt über adaptive digitale Fragebögen per Smartphone-App. Die abgefragten Daten sollen automatisch in der ärztlichen Dokumentation gespeichert und zur Vorbereitung des Patientengesprächs genutzt werden können.

Fokus im Praxistest: Erfolgt eine Verbesserung der Anamnese und eine Vereinfachung der Praxisabläufe? Und wie werden diese Daten genutzt?

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Gewinner 3. Preis DermaFC

Hersteller: Magnosco GmbH

Produkt: DermaFC ist ein Gerät, das als lasergestützte Dermatofluoroskopie krankhafte Veränderungen von Krebszellen anhand des Hautfarbstoffs Melanin in einem sehr frühen Stadium erkennt. Grundlage ist die Kombination von Lasertechnologie mit künstlicher Intelligenz (KI).

Fokus im Praxistest: Stellt das Produkt eine sinnvolle Diagnoseunterstützung für Dermatologen und Hausärzte dar?

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Gewinner Aaron.ai

Hersteller: Aaron GmbH

Produkt: Aaron.ai ist ein KI-basierter Telefonassistent (Software), der Anrufe der Praxis entgegennimmt, wenn Medizinische Fachangestellte überlastet sind. Der Assistent nimmt die Wünsche des Patienten (z.B. Termin, Wiederholungsrezept) auf und verarbeitet diese zum Teil automatisiert.

Fokus im Praxistest: Ist damit ein Bürokratieabbau in den Praxen erreichbar?

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Gewinner Respiro

Hersteller: Amiko Digital Health Limited

Produkt: Respiro dient der Verbesserung der Behandlung von Atemwegserkrankungen mittels sensorbasiertem Feedback (Add-on zu den Inhalatoren) und künstlicher Intelligenz. Dabei erfasst der Inhalatorsensor beim Inhalieren entsprechende Daten, die sich der Arzt in der Sprechstunde und der Patient per Smartphone-App anzeigen lassen können. So wissen beide, ob der Patient bei der nächsten Anwendung beispielsweise länger oder tiefer inhalieren sollte. Eine Übertragung in die ärztliche Dokumentation ist geplant.

Fokus im Praxistest: Erfolgen eine subjektive Verbesserung der Therapiewirksamkeit und eine Unterstützung des Managements von chronisch erkrankten Patienten? Wie stellt sich die Akzeptanz bei Ärzten und Patienten dar?

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Gewinner intellipix

Hersteller: zollsoft GmbH

Produkt: intellipix ist eine standortübergreifende, vernetzende Gesamtlösung für dermatologisch-fachärztliche Leistungen und dermatoskopische Diagnostik mithilfe von KI. Basis ist eine Bildarchiv-Software für Dermatoskope. Die mittels Smartphone-Aufsatz von Hautveränderungen aufgenommen Bilder können so automatisch mit einem großen Archiv verglichen und mittels KI ausgewertet werden. Auch ein Abgleich mit vorherigen Aufnahmen ist möglich, um Veränderungen zu erkennen.

Fokus im Praxistest: Verbessert das Produkt die Kooperation von Fach- und Hausärzten? Unterstützt es Haus- und Hautärzte bei der internen Praxisorganisation?

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Gewinner Ada - Your Health Guide

Hersteller: Ada Health GmbH

Produkt: Ada/Dx ist eine Software für Praxen zur Ermittlung einer Vordiagnose bzw. zur Diagnoseunterstützung für seltene Erkrankungen mittels KI-gesteuertem Fragenkatalog – laut Hersteller erkennt Ada mittlerweile 1.500 Krankheitsbilder und 200 seltene Krankheiten. Der Patient gibt dazu die Parameter im Wartezimmer in die Software ein.

Fokus im Praxistest: Wie wird ein solches Tool bei Ärzten und Patienten akzeptiert?

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Gewinner KLINDO

Hersteller: KLINDO GmbH

Produkt: Die Software KLINDO dient der digitalen Erfassung und Auswertung von standardisierten psychometrischen Fragebögen (z.B. psychometrische Tests bei ADHS, Demenz oder auch Depression) in ärztlichen und psychologisch-psychotherapeutischen Praxen.

Fokus im Praxistest: Ist dies eine sinnvolle Option zur Reduktion von Bürokratieaufwand in psychotherapeutisch orientierten Praxen? Stellt dies eine sinnvolle digitale Diagnoseunterstützung dar?

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Gewinner doctorly

Hersteller: doctorly GmbH

Produkt: doctorly ist ein cloudgestütztes PVS, welches eine ganzheitliche Plattform für Ärzte und Patienten anbietet. Durch moderne Technologie und Prozessflüsse verspricht der Hersteller eine Reduzierung des administrativen Aufwandes um bis zu 50 Prozent.

Fokus im Praxistest: Wie stellen sich Nutzen und Akzeptanz einer kooperativen PVS-Ausrichtung zwischen Arzt und Patient dar?

Hinweis: Eine Evaluation kann erst nach der Zertifizierung durch die KBV als PVS gestartet werden.

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Gewinner RED Medical

Hersteller: RED Medical Systems GmbH

Produkt: RED Medical ist ein webbasiertes Cloud-PVS bzw. Arzt-Informations-System, das bereits durch die KBV zertifiziert ist. Das System wird als „Software as a Service“ (SaaS) vollständig außerhalb der Praxis geführt.

Fokus im Praxistest: Wie erweisen sich Nutzen und Akzeptanz einer solchen virtualisierten PVS-Lösung? Wird in der Praxis durch die vollständig externe Systembetreuung Zeit eingespart?

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KBV-Zukunftspraxis

Mit dem Projekt KBV-Zukunftspraxis treibt die KBV als aktiver Spieler die Digitalisierung im Gesundheitswesen weiter an. In einem Ideenwettbewerb wurden von Januar bis Juni 2018 digitale Anwendungen und Dienste gesucht, mit denen eine sinnvolle Digitalisierung der Gesundheitsversorgung in Deutschland möglich erscheint.

Eine Expertengruppe hat aus allen Bewerbern zehn Unternehmen ausgewählt, die ab 2019 in der ambulanten Versorgung getestet werden sollen. Die Tests werden evaluiert.

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