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TI-Anbindung: "Entfristung statt Befristung muss das Motto lauten"

11.10.2018 - Die Verlängerung der Anbindungsfrist für Praxen an die Telematikinfrastruktur greift aus Sicht der KBV zu kurz. Nötig sei eine komplette Entfristung.

„Es ist gut, dass der Gesetzgeber anerkennt, dass es nicht die Ärzteschaft ist, die den Rollout verzögert, sondern die schlechte Performance der Industrie. Genau deshalb aber greift der Lösungsvorschlag zu kurz“, fassen die Vorstände der KBV ihre Position zu einem Änderungsantrag der Regierungsfraktionen zum Pflegepersonal-Stärkungsgesetz zusammen.

In dem Antrag geht es um den Anschluss der Praxen an die Telematikinfrastruktur. Die vom Gesetzgeber vorgesehenen finanziellen Sanktionen sollen demnach bis 30. Juni 2019 ausgesetzt werden, wenn der Vertragsarzt oder Vertragspsychotherapeut bereits vor dem 1. Januar 2019 die notwendigen IT-Komponenten wie Konnektor und Kartenterminal bestellt hat. Dies muss er gegenüber seiner Kassenärztlichen Vereinigung nachweisen.

„Entfristung statt Befristung muss das Motto lauten“, stellte KBV-Chef Dr. Andreas Gassen klar. „Wo sollen denn die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen bestellen, wenn es zu wenig zu bestellen gibt“, fragte er.

Hintergrund: Bis Ende des Jahres werden schätzungsweise maximal 50.000 Praxen von Ärzten, Psychotherapeuten und Zahnärzten mit den notwendigen Geräten ausgestattet sein – und das bei rund 150.000 Praxen insgesamt. Ursprünglich sollten dann alle Praxen am Netz sein.

„Wenn jemandem hier mit finanziellen Sanktionen gedroht werden muss, dann vor allem der Industrie“, erklärte KBV-Vize Dr. Stephan Hofmeister. Schließlich seien selbst große Anbieter nicht in der Lage, rechtzeitig eine ausreichende Zahl an Geräten zu produzieren.

„Mit ungerechtfertigten Drohungen gegen die Ärzte lässt sich kein Vertrauen schaffen. Erst recht nicht, wenn diese keinen Einfluss darauf haben, welche und wie viele Geräte verfügbar sind“, sagte Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel.

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