Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sie befinden sich:

 

Praxisnachrichten

Cyberkriminalität: So schützen sich Praxen vor Betrüger-E-Mails

15.11.2018 - Aktuell kursieren E-Mails mit angehängten Bewerbungen, über die ein Virus auf dem Computer verbreitet wird. Schon einfache Maßnahmen und eine erhöhte Aufmerksamkeit können vor solchen Gefahren schützen.

Ein Klick auf die beigefügte Bewerbung und der Virus verseucht das gesamte Netzwerk. Handelt es sich um einen Verschlüsselungstrojaner, werden die Systeme lahmgelegt und die Cyberkriminellen verlangen Geld für die Wiederherstellung der Daten.

Für Arzt- und Psychotherapeutenpraxen gilt wegen der sensiblen Patientendaten besondere Vorsicht – vor allem beim Öffnen von E-Mails und mitgeschickten Dateianhängen und Links.

Drei-Sekunden-Sicherheitscheck

Ein einfacher Schritt ist, immer die Identität des Absenders zu prüfen – E-Mail-Adressen lassen sich durch Cyberkriminelle leicht fälschen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfiehlt einen Drei-Sekunden-Sicherheits-Check: Ist der Absender bekannt? Ist der Betreff sinnvoll? Wird ein Anhang von diesem Absender erwartet?

Beim Absender sollten Empfänger schauen, ob es sich wirklich um die bekannte E-Mail-Adresse handelt oder beispielsweise nur der Name angezeigt wird, während eine unbekannte Adresse hinterlegt ist. Im Zweifelsfall sollte Rücksprache mit dem angeblichen Absender gehalten oder die E-Mail gelöscht werden.

Skeptisch sollte der Empfänger auch sein, wenn er per E-Mail aufgefordert wird, sich auf einer Website mit seinen Anmeldedaten einzuloggen. Die Betrüger zeichnen Nutzernamen und Passwort ganz einfach auf (Stichwort: Phishing).

Daten regelmäßig sichern, Software updaten

Sollte ein Praxisrechner von einem Virus betroffen sein, können die verlorenen Daten über ein sogenanntes Back-up wiederhergestellt werden. Für ihre Datensicherung sollte jede Praxis feste Abläufe haben und diese in einem Konzept festhalten.

Damit Schadsoftware gar nicht erst auf den Praxisrechner gelangt, müssen Betriebssystem, Browser und sämtliche genutzte Software immer aktuell sein. Regelmäßige Updates – in Kombination mit einer aktuellen Antiviren-Software – bieten Schutz.

Praxen sollten bei der Internetnutzung in jedem Fall auch eine Firewall aktivieren, die eine virtuelle Schutzmauer vor Angriffen von außen auf den eigenen Computer darstellt. Es empfiehlt sich, die Firewall von einem Fachmann konfigurieren zu lassen, damit sie richtig arbeitet und das Praxissystem schützt.

Schutz vor Cyberkriminalität: Tipps für den Praxisalltag

  • Aufklärung: Mitarbeiter für das Thema sensibilisieren (kostenlose Info-Grafiken der Allianz für Cyber-Sicherheit; Broschüre „Sicheres Surfen im Internet – so schützen Sie sich!“ der Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit)
  • Vorsicht: bei E-Mails mit Anhängen und Links – bei unbekanntem Absender oder kryptischen Mail-Adressen auf Nummer sicher gehen und Websites genau prüfen, bevor Anmeldedaten eingegeben werden (Video: Drei Sekunden für mehr E-Mail-Sicherheit des Bundesinstituts für Sicherheit in der Informationstechnik)
  • Updates: regelmäßig das Betriebssystems, den Browser und sämtliche genutzte Software aktualisieren (Leitfaden für sicheres Patch-Management des Bundesinstituts für Sicherheit in der Informationstechnik)
  • Schutz: aktuelle Antiviren-Software und Firewall nutzen
  • Datensicherung: Back-up-Konzept und regelmäßige Datensicherungen helfen im Ernstfall
  • Spezialisten fragen: Unterstützung bei der Installation einer Antiviren-Software, der richtigen Konfiguration einer Firewall oder der Implementierung eines Datensicherungskonzeptes erhalten Praxen auch bei ihrem Praxisverwaltungssystem-Hersteller
  • Versicherung überprüfen: Ärzte und Psychotherapeuten können ihren bestehenden Versicherungsschutz (z.B. Berufshaftpflicht) überprüfen und bei Bedarf eine Zusatzversicherung gegen Cyberkriminalität abschließen

Mehr zum Thema

zu den PraxisNachrichten