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Praxisnachrichten

Einrichtungsbefragung zur Vermeidung nosokomialer Infektionen wird vergütet

22.11.2018 - Zur Vermeidung nosokomialer Infektionen nach operativen Eingriffen laufen seit Jahresbeginn Einrichtungsbefragungen zum Hygiene- und Infektionsmanagement in Praxen und Kliniken. Der Bewertungsausschuss hat beschlossen, dass den teilnehmenden Vertragsärzten der Aufwand vergütet wird.

Betroffene Chirurgen, Orthopäden, Gynäkologen und Urologen erhalten danach rückwirkend zum 1. Januar bis zu rund 280 Euro für die Dokumentation – extrabudgetär. Der Bewertungsausschuss hat dazu die Gebührenordnungsposition (GOP) 01650 in den EBM aufgenommen.

Extrabudgetärer Zuschlag

Die neue GOP 01650 ist mit 47 Punkten bewertet (rund 5 Euro). Sie wird als Zuschlag zu den Leistungen der EBM-Kapitel 31 und 36 gezahlt, die eine entsprechende Dokumentation erfordern. Als Höchstwert je Praxis pro Quartal hat der Bewertungsausschuss 704 Punkte (rund 70 Euro) festgelegt.

Die Einrichtungsbefragung ist Teil des sektorenübergreifenden Qualitätssicherungsverfahrens zur Vermeidung von Wundinfektionen nach chirurgischen Eingriffen, das Anfang 2017 gestartet ist. Die Dokumentationspflicht für die Einrichtungsbefragung hat im ersten Quartal 2018 begonnen.

Operierende Ärzte in Praxen, Medizinischen Versorgungszentren und Krankenhäusern müssen dazu jährlich Fragen zum einrichtungsbezogenen Hygiene- und Infektionsmanagement beantworten.

Sektorenübergreifende Qualitätssicherung (sQS)

Allgemeine Infos

Viele medizinische Leistungen werden heute sowohl im ambulanten als auch im stationären Sektor durchgeführt. Auch werden Patienten im Verlauf einer Behandlung häufig in beiden Sektoren versorgt. Der Gesetzgeber hat deshalb den Gemeinsamen Bundesausschuss verpflichtet, Verfahren zur sektorenübergreifenden Qualitätssicherung zu entwickeln.

Die Qualitätssicherung betrifft sowohl Leistungen, die in Praxen und Krankenhäusern angeboten werden, als auch sektorenübergreifende Behandlungsabläufe. Ziel ist eine gleich hohe Qualität in beiden Bereichen. Bislang liegen zwei Verfahren vor: PCI/ Koronarangiographie und postoperative Wundinfektionen.

sQS-Verfahren: Vermeidung nosokomialer Infektionen

Die Vermeidung von Wundinfektionen nach chirurgischen Eingriffen ist das Ziel eines neuen Qualitätssicherungsverfahrens in Praxen und Kliniken, das zum 1. Januar 2017 gestartet ist.

Das Verfahren fußt auf zwei Säulen. Zum einen werden postoperative Wundinfektionen, die zur stationären Aufnahme geführt haben, im Krankenhaus erfasst. Durch eine Verknüpfung dieser Daten mit Sozialdaten, die den Krankenkassen vorliegen, ist es möglich, diese Wundinfektionen zurückzuverfolgen und festzustellen, wo der ambulante oder stationäre Eingriff erfolgt ist. Zum anderen beantworten operierende Ärzte in Praxen, Medizinischen Versorgungszentren und Krankenhäusern jährlich Fragen zum Hygiene- und Infektionsmanagement ihrer Einrichtung.

Einrichtungsbefragung

Vertragsärzte nutzen für die Dokumentation ein Webportal, das im Mitgliederportal der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung bereitsteht. Die Daten des gesamten Erfassungsjahres müssen jeweils bis zum 28. Februar des Folgejahres bei der Datenannahmestelle der Kassenärztlichen Vereinigung vorliegen.

Ausfüllhilfe für die konkrete Beantwortung der einrichtungsbezogenen Befragung zum Hygiene- und Infektionsmanagement mit allen Fragen, kurzen Erläuterungen, passenden Musterdokumenten und weiterführenden Links

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