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Praxisnachrichten

Mobile Kartenterminals: Neugerät oder Update

22.11.2018 - Mobile Kartenterminals werden immer dann eingesetzt, wenn die Behandlung des Patienten nicht in der eigenen Praxis stattfindet. Noch bis Ende des Jahres können Bestandsgeräte mit einem Update für die Telematikinfrastruktur nachgerüstet werden. Dafür oder für neue Geräte erhalten Praxen eine Pauschale von 350 Euro.

Im Zuge der Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI) haben Ärzte, die Haus- und Pflegeheimbesuche durchführen, die meisten Anästhesisten sowie Praxen mit ausgelagerten Praxisstätten Anspruch auf ein mobiles Kartenterminal, das die entsprechenden Anforderungen erfüllt. Das Terminal muss unter anderem mit dem Praxisausweis (SMC-B) beziehungsweise dem elektronischen Heilberufsausweis (eHBA) kommunizieren können.

Das ist notwendig, da zukünftig bestimmte Daten auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) verschlüsselt werden. Hierzu zählen abrechnungsrelevante Daten wie „DMP-Kennzeichen“ und die Angabe der „Besonderen Personengruppe“. Zum Auslesen ist ein Praxisausweis oder eHBA erforderlich, mit dem sich Praxen als medizinische Einrichtung identifizieren.

Anders als stationäre Kartenterminals arbeiten die mobilen Geräte im Offline-Betrieb: Das heißt, die Versichertenstammdaten können von der elektronischen Gesundheitskarte eingelesen werden, eine Prüfung und Aktualisierung der Daten ist damit nicht möglich. Dies erfolgt ausschließlich in der Praxis mithilfe des Konnektors.

Hinweise zur Bestellung und Finanzierung

Ärzte können die Geräte zum Beispiel beim Hersteller oder bei dem jeweiligen Anbieter für TI-Komponenten – in der Regel ist das der Softwarehersteller – bestellen. Eine Besonderheit ist, dass es neben den Neugeräten auch die Möglichkeit gibt, bereits vorhandene mobile Lesegeräte mit einem Update aufzurüsten.

Diese Software-Updates sind in der Regel kostengünstiger als die Anschaffung eines Neugeräts. Nach Auskunft der gematik dürfen die Updates jedoch nur bis zum 31. Dezember 2018 vertrieben werden.

Die Pauschale von 350 Euro erhalten Praxen unabhängig davon, ob sie die Upgrade-Möglichkeit nutzen oder ein Neugerät anschaffen. Dazu gibt es 23,25 Euro je Quartal für den Praxisausweis, der für das mobile Kartenterminal benötigt wird.

Diese Praxen haben Anspruch

Anspruch auf die Finanzierung haben neben Anästhesisten, die Patienten in der Praxis eines anderen Arztes betreuen, alle Vertragsärzte mit mindestens hälftiger Zulassung, die im vergangenen oder aktuellen Quartal mindestens drei Hausbesuche nachweisen können oder einen Kooperationsvertrag zur Pflegeheimversorgung (nach Paragraf 119b SGB V) abgeschlossen haben.

Auch für ausgelagerte Praxisräume erhalten Ärzte die Pauschale für ein mobiles Kartenterminal.

Zweiter Kartenslot

Alte und neue mobile Kartenterminals verfügen über zwei Kartenslots: einen für die eGK und einen für den Praxis- oder Heilberufsausweis. Ein Kartenslot ist bei manchen Geräten „versteckt“ – etwa hinter der Batterieabdeckung. Bei anderen Geräten befindet er sich gut sichtbar an der Gerätekante. Hinweise dazu finden sich in der Bedienungsanleitung.

Wichtig ist, dass beim Praxisausweis der kleine Teil, der einer SIM-Karte fürs Handy ähnelt, nicht aus der Trägerkarte gebrochen wird. Bei allen aktuell zugelassenen Geräten wird die große Form benötigt.

Mobile Kartenterminals

Funktion

Ärzte, die Haus- und Pflegeheimbesuche durchführen, die meisten Anästhesisten sowie Praxen mit ausgelagerten Praxisstätten erhalten auch ein mobiles Kartenterminal. Diese Geräte arbeiten im Offline-Betrieb: Eine Aktualisierung der Versichertenstammdaten ist damit nicht möglich, dies erfolgt ausschließlich in der Praxis (vgl. Anlage 4a Bundesmantelvertrag-Ärzte). Für den Betrieb eines mobilen Kartenterminals wird ein weiterer Praxisausweis oder ein eHBA zur Identifikation benötigt.

Finanzierung

Die Geräte werden mit 350 Euro finanziert, zuzüglich der Kostenerstattung für einen weiteren Praxisausweis (23,25 Euro je Quartal) beziehungsweise einen eHBA (11,63 Euro je Quartal). Anspruch haben neben Anästhesisten, die Patienten in der Praxis eines anderen Arztes betreuen, alle Vertragsärzte mit mindestens hälftiger Zulassung, die im vergangenen oder aktuellen Quartal mindestens drei Hausbesuche (GOP 01410, 01411, 01412, 01413, 01415, 01418, 01721 und 05230) nachweisen können oder einen Kooperationsvertrag zur Pflegeheimversorgung (nach Paragraf 119b SGB V Absatz 1 SGB V) abgeschlossen haben.

Auch für ausgelagerte Praxisräume – diese werden nicht mit Konnektor und stationären Kartenterminals ausgestattet – erhalten Ärzte die Pauschale.

Die Auszahlung der Finanzierungspauschalen läuft über die jeweilige Kassenärztliche Vereinigung (KV). Sie ist erst ab dem Quartal möglich, in dem die Vertragsarztpraxis an die TI nachweislich angebunden ist, also das erste Versichertenstammdatenmanagement erfolgt und dies mit der Abrechnung an die KV übertragen wird.

Update oder neues Gerät

Die Geräte können beispielsweise beim Hersteller oder – sofern vorhanden – bei dem jeweiligen Anbieter für TI-Komponenten bestellt werden. Eine Besonderheit ist, dass es neben den Neugeräten auch die Möglichkeit gibt, bereits vorhandene mobile Lesegeräte mit einem Update aufzurüsten – voraussichtlich aber nur bis Ende 2018.

Auf der Internetseite der gematik (Filter Produkttyp = mobKT) kann eine Praxis sich über die zugelassenen Updates und Neugeräte informieren. Aktuell sind folgende Geräte zugelassen:

Updates:

  • „ORGA 930 M“ (Ingenico Healthcare GmbH)
  • „ZEMO VML-GK2“ (Zemo GmbH)

Neugeräte:

  • „ORGA 930 M“ (Ingenico Healthcare GmbH)
  • „ZEMO VML-GK2“ (Zemo GmbH)
  • „CHERRY ST-1530“ (Cherry GmbH)

Bestellzeitpunkt

Ein mobiles Kartenterminal funktioniert unabhängig vom Konnektor. Es ist also möglich, bereits vor der Anbindung der Praxis an die TI ein neues mobiles Kartenterminal zu nutzen. Auch eine Anschaffung nach der Anbindung der Praxis an der TI ist möglich, z.B. wenn die Praxis erst zu einem späteren Zeitpunkt die Anspruchsvoraussetzungen für die Pauschale erfüllt.

Fristen für die TI: Keine Sanktionen bis 30. Juni 2019, Bestellfrist bis 31. März 2019

Für das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz, das voraussichtlich am 1. Januar 2019 in Kraft tritt, wurde ein Antrag zur Fristverlängerung zur TI eingebracht: Dieser besagt, dass bis zum 30. Juni 2019 keine Honorarkürzungen erfolgen sollen. Ärzte und Psychotherapeuten müssen die notwendigen Komponenten für den Anschluss an die TI allerdings bis spätestens 31. März nächsten Jahres verbindlich bestellen und dies gegenüber ihrer Kassenärztlichen Vereinigung nachweisen.

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