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Systemische Therapie: G-BA stellt Weichen für erweitertes Versorgungsangebot

22.11.2018 - Für die ambulante psychotherapeutische Behandlung von Patienten könnte es künftig mit der systemischen Therapie ein weiteres Richtlinienverfahren geben. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat dazu heute eine erste Entscheidung getroffen.

Mit seinem Beschluss stellte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) den sektorenübergreifenden Nutzen und die medizinische Notwendigkeit der systemischen Therapie als Psychotherapieverfahren fest. Damit ist eine entscheidende Hürde für die anstehenden Beratungen genommen, um das wissenschaftlich anerkannte Verfahren in die psychotherapeutische Versorgung aufzunehmen.

Die KBV hatte sich bereits frühzeitig für eine Anerkennung des Nutzens der systemischen Therapie ausgesprochen und konnte sich mit dieser Position durchsetzen.

Systemische Therapie ist etabliertes Verfahren

Die systemische Therapie ist ein psychotherapeutisches Verfahren, dessen Fokus auf dem sozialen Kontext psychischer Störungen liegt. Bei der Behandlung des Patienten kommen beispielsweise sogenannte Genogramme und zirkuläre Fragen zum Einsatz.

Mit der Aufnahme der systemischen Therapie in die Psychotherapie-Richtlinie stünden den Patienten alle derzeit vom Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie für die vertiefte Aus- und Weiterbildung empfohlenen Verfahren in der ambulanten psychotherapeutischen Behandlung zur Verfügung.

Aktuell sind dies die Verhaltenstherapie sowie die beiden psychodynamischen Verfahren der analytischen und tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie.

Die nächsten Schritte

Der G-BA will zeitnah die weiteren Beratungen zu Nutzen und Wirtschaftlichkeit aufnehmen. Erst dann kann die systemische Therapie in die Psychotherapie-Richtlinie aufgenommen und beispielsweise die Kontingente für die Behandlung in Einzel- und Gruppentherapie festgelegt werden – die PraxisNachrichten werden informieren.

Systemische Therapie

Die systemische Therapie ist ein psychotherapeutisches Verfahren, dessen Fokus auf dem sozialen Kontext psychischer Störungen liegt. Dabei werden zusätzlich zu einem oder mehreren Patienten („Indexpatient“) weitere Mitglieder des für den Patienten bedeutsamen sozialen Systems einbezogen. Die Therapie fokussiert auf die Interaktion zwischen Mitgliedern der Familie oder des Systems und deren weitere soziale Umwelt. (Quelle: Psychotherapeutenkammer NRW)

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