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Praxisnachrichten

Organisiertes Zervixkarzinom-Früherkennungsprogramm ab 2020

22.11.2018 - Das Programm zur Früherkennung des Zervixkarzinoms ist komplett neu strukturiert worden. So können Frauen ab 35 Jahren künftig alle drei Jahre ein kombiniertes Screening aus zytologischer Untersuchung und HPV-Test in Anspruch nehmen.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat heute die Details beschlossen. Damit wurde nach Darmkrebs das zweite Programm entsprechend der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme zu einem organisierten Screening weiterentwickelt. Es soll am 1. Januar 2020 starten.

Der G-BA folgt damit dem Krebsfrüherkennungs- und registergesetz, das den Aufbau von organisierten Krebsfrüherkennungsprogrammen vorsieht. Diese Programme sollen unter anderem eine regelmäßige Einladung der Versicherten sowie eine verständliche Information über Nutzen und Risiken der Untersuchungen vorsehen. Auch eine Programmevaluation ist Pflicht.

Frauen ab 35 haben Anspruch auf Ko-Testung

Neu bei dem Zervixkarzinom-Programm ist unter anderem, dass Frauen ab 35 alle drei Jahre Anspruch auf ein kombiniertes Screening, eine so genannte Ko-Testung, haben. Diese besteht aus einem PAP-Abstrich und einem HPV-Test. Bei der zytologischen Untersuchung ist neu, dass sie künftig als konventioneller Abstrich oder mittels Dünnschichtverfahren durchgeführt werden kann.

Bei auffälligen Screeningbefunden können der Abstrich und/oder der HPV-Test wiederholt werden. Möglich ist auch eine Abklärungskolposkopie, die als neue Leistung im Rahmen der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs eingeführt wird.

Keine obere Altersgrenze

Unabhängig von dem Screening können Frauen ab dem Alter von 20 Jahren weiterhin jährlich die klinische gynäkologische Untersuchung in Anspruch nehmen. Frauen im Alter von 20 bis 34 Jahren haben zudem wie bisher Anspruch auf eine jährliche zytologische Untersuchung. Ab 35 erfolgt dann das kombinierte Screening. Eine obere Altersgrenze für die Teilnahme an dem Früherkennungsprogramm gibt es nicht.

Einladung und Information

Das Programm sieht zudem vor, dass die Krankenkassen anspruchsberechtigte Frauen im Alter zwischen 20 und 65 Jahren alle fünf Jahre zur Untersuchung einladen. Die Einladung dient vor allem dazu, die Versicherten regelmäßig über die Möglichkeit der Teilnahme an dem Früherkennungsprogramm für das Zervixkarzinom zu informieren.

Dieser Einladung liegt eine ausführliche Information über Vor- und Nachteile einer Früherkennungsteilnahme, über den Untersuchungsablauf und über die vorgesehene Datenverarbeitung bei.

Programmevaluation

Es ist vorgesehen, das Programm regelmäßig zu evaluieren. Die beteiligten Ärzte werden dabei verpflichtet, die Ergebnisse der Screeninguntersuchungen und der Abklärungsdiagnostik elektronisch zu dokumentieren. Die Details dazu werden noch festgelegt.

BMG prüft G-BA-Beschluss

Das Bundesgesundheitsministerium hat nunmehr zwei Monate Zeit, den G-BA-Beschluss zu prüfen. Bei Nichtbeanstandung tritt er zum 1. Juli 2019 in Kraft. Danach haben KBV und GKV-Spitzenverband sechs Monate Zeit, die Vergütung zu regeln sowie Maßnahmen zur Qualitätssicherung für die Abklärungskolposkopie festzulegen, damit das Programm Anfang 2020 starten kann. Bis dahin gelten die bisherigen Regelungen.

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