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Praxisnachrichten

Probleme mit ungültigen Gesundheitskarten

Ärger mit ungültigen Chipkarten - KBV stellt Praxisplakat bereit

22.11.2018 - Nicht einlesbare Gesundheitskarten sorgen beim Arztbesuch immer wieder für Ärger. Mit einem Poster der KBV können Praxen ihre Patienten ab sofort darauf hinweisen, dass sie stets nur die aktuelle Chipkarte mitbringen und ihre alte vernichten, sobald sie von ihrer Krankenkasse eine neue erhalten.

Anlass für die Aktion ist, dass die Krankenkassen alte elektronische Gesundheitskarten (eGK) zwar vorschriftsmäßig sperren, die Versicherten mitunter aber nicht wissen, dass sie nur noch die neue Chipkarte nutzen dürfen. Ungültige Karten können in den Praxen jedoch nicht eingelesen werden, was zu Verzögerungen bei der Anmeldung führt.

Kriedel vermisst Information der Krankenkassen

Nach Ansicht der KBV unternehmen die Krankenkassen zu wenig für die Information ihrer Versicherten. Es würden zwar neue Karten zugeschickt, es werde aber nicht oder nicht sehr deutlich darauf hingewiesen, dass die alten Karten nicht mehr gültig seien, sagte KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel in einem Video-Interview. Und da das nicht bekannt sei, gingen viele Patienten weiter mit der alten Karte in die Praxis und das führe zu Ärger.

Die KBV hat sich wiederholt an den GKV-Spitzenverband gewandt, damit dieser seine Mitglieder informiert. Viele Krankenkassen hätten daraufhin auch nochmal Schreiben an ihre Versicherten geschickt, nur die neue Karte zu benutzen, berichtete Kriedel. Das reiche aber nicht aus, weshalb die KBV den Praxen jetzt Infos für Patienten anbietet.

Plakat und Infokarte für das Wartezimmer

Das Plakat mit der Aufschrift „Sie brauchen nur eine Karte: Die neueste“ soll Patienten darauf aufmerksam machen, dass sie alte Chipkarten nicht mehr verwenden dürfen. Es steht gedruckt im DIN-A3-Format oder als Download im Internet bereit. Alternativ zum Plakat bietet die KBV eine Infokarte für den Praxistresen oder das Wartezimmer an. Beide Produkte können kostenfrei bestellt werden.

Ungültige eGK – was nun?

Zum Hintergrund: Die Krankenkassen sperren alte Karten, sobald sie ihren Versicherten eine neue ausstellen. Wenn der Patient eine Praxis mit der alten Karte aufsucht, wird die Sperrung beim Online-Abgleich (Versichertenstammdatenmanagement) bemerkt und die Karte wird in der Praxissoftware als ungültig angezeigt.

Für betroffene Patienten heißt das, sie können kein gültiges Versichertenverhältnis mit ihrer Krankenkasse nachweisen. In solchen Fällen empfiehlt es sich, dass Praxismitarbeiter die Patienten zunächst fragen, ob sie bereits eine neue Karte erhalten und nicht daran gedacht haben, diese mitzubringen.

Denn spätestens bis Ende des Quartals müssen sie eine gültige Karte oder einen anderen gültigen Anspruchsnachweis vorlegen, anderenfalls erhalten sie eine Privatrechnung. Ärzte und Psychotherapeuten können diese frühestens zehn Tage nach der Behandlung ausstellen.

Plakat und Infokarte zur eGK bestellen

Das Plakat und die Infokarte „Sie brauchen nur eine Karte: die neueste!“ können kostenfrei per E-Mail bei der KBV bestellt werden (versand@kbv.de). Die Produkte stehen auch online hier bereit.

Was passiert, wenn die Karte ungültig ist?

Ist die elektronische Gesundheitskarte (eGK) ungültig, wird sie automatisch gesperrt. Ziel ist es, Betrug zu verhindern und ungültige Karten aus dem Verkehr zu ziehen.

Für den Patient heißt das, er kann kein gültiges Versichertenverhältnis mit seiner Krankenkasse nachweisen. Er sollte prüfen, ob er bereits eine neue gültige Karte erhalten hat und diese zu Hause liegt. Anderenfalls muss er sich zur Klärung an seine Krankenkasse wenden. Die Praxis kann nach zehn Tagen eine Privatvergütung für die Behandlung verlangen.

Legt der Patient bis Ende des Quartals eine gültige eGK oder einen anderen gültigen Anspruchsnachweis vor, wird die Privatabrechnung nichtig. Veranlasste Leistungen können mit dem Vermerk „ohne Versicherungsnachweis“ privat verordnet werden.

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