Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sie befinden sich:

 

Praxisnachrichten

Gassen: Finanzpolster der Kassen gehört in die Versorgung

06.12.2018 - Mit Empörung hat die KBV auf die weiter gestiegenen Finanzpolster der gesetzlichen Krankenversicherung reagiert und gefordert, das Geld endlich in die medizinische Versorgung zu investieren. „Die Versicherten in Deutschland zahlen nicht Monat für Monat einen hohen Beitrag, um die Kassen reicher zu machen“, kritisierte KBV-Chef Dr. Andreas Gassen.

Reserve auf 21 Milliarden Euro gestiegen

Nach aktuellen Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums verfügen die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland inzwischen über eine Rücklage von 21 Milliarden Euro – viermal so viel wie nötig. Ende Juni hatten die Reserven erstmals die Marke von 20 Milliarden Euro überschritten.

„Das Geld gehört in die Versorgung“, verlangte Gassen und sagte: „Es ist nicht zu fassen. Die Kassen horten Milliardensummen, kommen aber für die Behandlung ihrer Versicherten in den Arztpraxen nicht in voller Höhe auf. Damit muss jetzt Schluss sein.“

Honorarbudgets müssen weg

Gassen fordert die Aufhebung der Honorarbudgets. „Wenn die Krankenkassen im ersten Schritt zumindest die Grund- und Versichertenpauschalen in voller Höhe bezahlen würden, wären viele der scheinbaren Probleme vom Tisch, die Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit seinem kleinteiligen und bürokratischen Terminservice- und Versorgungsgesetz lösen will.“

Auch Spahn warf den Krankenkassen vor, das Geld der Beitragszahler zu horten. Gegenüber der Bild-Zeitung sagte er: „Sie haben inzwischen das Vierfache der Mindestreserven auf der hohen Kante. Das ist einfach zu viel.“

Der Bundesrat hatte im November ein vom Bundestag beschlossenes Gesetz passieren lassen, das unter anderem vorsieht, dass gesetzliche Kassen mit besonders großem Finanzpolster Reserven ab 2020 binnen drei Jahren abbauen müssen.

Mehr zum Thema

zu den PraxisNachrichten