Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Saxagliptin/Metformin

Der Beschluss zur frühen Nutzenbewertung von Saxagliptin/Metformin wurde aufgehoben und durch den Beschluss vom 15.12.2016 ersetzt.

Handelsname: Komboglyze®

Anwendungsgebiet: Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 als Zweifachkombination oder Dreifachkombination mit Insulin*

Pharmazeutischer Unternehmer: Astra Zeneca / Bristol-Myers Squibb

Beginn des Verfahrens: 15.11.2012

Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses: 02.05.2013

Inhalt des Beschlusses:

Indikation zweckmäßige Vergleichstherapie  Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens 
Diabetes mellitus Typ 2* a) Erwachsene, die mit Metformin allein nicht ausreichend kontrolliert sind
Metformin + Sulfonylharnstoff (Glibenclamid, Glimepirid) Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen
b) Saxagliptin/Metformin + Insulin, wenn Insulin und Metformin allein den Blutzucker nicht ausreichend senken
Humaninsulin + Metformin Zusatznutzen ist nicht belegt

* Das zugelassene Anwendungsgebiet ist zusammenfassend dargestellt. Verbindlich sind die Angaben der Fachinformation.

Zusammenfassung:

Zur Bewertung des Zusatznutzens der Zweifachkombination lagen zwei direkt vergleichende Studien vor. In einer Studie wurde die Kombination Saxagliptin/Metformin mit Glimepirid/Metformin verglichen, in der anderen mit Glipizid/Metformin.

Glipizid ist in Deutschland bereits seit 2007 nicht mehr zugelassen, es wird jedoch in anderen europäischen Ländern und in den USA noch eingesetzt. Unter anderem, weil im Therapiehinweis zum Wirkstoff Sitagliptin festgestellt wurde, dass Glipizid im Vergleich zu Glibenclamid als gleichermaßen geeignet zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 angesehen werden kann, hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) bei seiner Bewertung auch die zweite Studie berücksichtigt.

In beiden Studien zeigten sich im Vergleich zum Sulfonylharnstoff – bei einer vergleichbaren Blutzuckersenkung – statistisch signifikant weniger bestätigte symptomatische Hypoglykämien (Blutzucker ≤ 50 mg/dl). Diese Hypoglykämien zeigten sich bereits unter der geringsten Dosierung des Sulfonylharnstoffs. Der G-BA geht für Saxagliptin/Metformin daher von einer relevanten Vermeidung von Nebenwirkungen aus.

Die Ergebnissicherheit ist insgesamt eingeschränkt, da sich zum einen in einer Studie inkonsistente Ergebnisse hinsichtlich des Alters zeigten und zum anderen für einen Teil der beobachteten Hypoglykämien nicht abschließend geklärt ist, ob diese nicht doch durch die Titration im Sulfonylharnstoff-Arm bedingt sein könnten. Die Titration entspricht jedoch den Vorgaben der Fachinformationen der Sulfonylharnstoffe.

Darüber hinaus lag der als Einschlusskriterium gewählte untere Wert des HbA1c (6,5 % bzw. 7,0 %) am unteren Ende des Zielkorridors von 6,5 % bis 7,5 %, der laut Leitlinien für die Diabetes-Therapie empfohlen wird. Es erscheint daher nach heutigen Erkenntnissen fraglich, ob für einen Teil der Patienten überhaupt eine Therapieintensivierung angezeigt war. In der Gesamtschau sieht der G-BA für die Zweifachkombinationstherapie einen Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen.

Die vom pharmazeutischen Unternehmer für die Dreifachkombinationstherapie Saxagliptin/Metformin + Insulin vorgelegte Studie war aus Sicht des G-BA zur Bewertung des Zusatznutzens nicht geeignet, da insbesondere in der Vergleichsgruppe eine Anpassung der Insulintherapie an individuelle Notwendigkeiten in der ersten Behandlungsphase untersagt war. Für die Dreifachkombination sieht der G-BA den Zusatznutzen daher als nicht belegt.

Hinweise für die Praxis

Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung:

Die Vorgaben der Fachinformation sind zu berücksichtigen. Die europäische Zulassungsbehörde European Medicines Agency (EMA) stellt die Inhalte der Fachinformation auf ihrer Internetseite zur Verfügung.

Im Rahmen der Erfahrungen mit Saxagliptin seit Markteinführung sind Nebenwirkungen von akuter Pankreatitis spontan berichtet worden. Die Patienten sollten über charakteristische Symptome einer akuten Pankreatitis informiert werden.