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Sitagliptin/Metformin

Der Beschluss zur frühen Nutzenbewertung von Sitagliptin/Metformin wurde aufgehoben und durch den Beschluss vom 15.12.2016 ersetzt.

Handelsname: Janumet® / Velmetia®

Anwendungsgebiet: Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2*

Pharmazeutischer Unternehmer: MSD SHARP & DOHME

Beginn des Verfahrens: 01.04.2013

Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses: 01.10.2013

Inhalt des Beschlusses:

Indikation  zweckmäßige Vergleichstherapie  Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens 
Diabetes mellitus Typ 2* a) Erwachsene, die mit Metformin allein nicht ausreichend kontrolliert sind
Metformin + Sulfonylharnstoff (Glibenclamid oder Glimepirid) Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen
b) Sitagliptin/Metformin + Sulfonylharnstoff, wenn Insulin und Metformin allein den Blutzucker nicht ausreichend senken
Humaninsulin + Metformin Zusatznutzen ist nicht belegt
c) Sitagliptin/Metformin + Insulin, wenn Insulin und Metformin allein den Blutzucker nicht ausreichend senken
Humaninsulin + Metformin Zusatznutzen ist nicht belegt

* Das zugelassene Anwendungsgebiet ist zusammenfassend dargestellt. Verbindlich sind die Angaben der Fachinformation.


Zusammenfassung:

Die Nutzenbewertung der Fixkombination Sitagliptin/Metformin in den oben genannten Indikationen erfolgte anhand derselben Studien, die auch für die korrespondierenden Indikationen in der Bewertung von Sitagliptin herangezogen wurden.

Für das Anwendungsgebiet a) legte der pharmazeutische Unternehmer zum einen eine direkt vergleichende Studie (P803) vor, in der Glimepirid im Vergleichsarm in 1- bis 2-mg-Schritten titriert und Sitagliptin in fester Dosierung verabreicht wurde. Die HbA1c-Werte im Studienverlauf zeigten in beiden Studienarmen weitgehend ein einheitliches Bild. Symptomatische Hypoglykämien traten unter Sitagliptin statistisch signifikant seltener auf als unter Glimepirid. Die Therapieabbruchrate wegen unerwünschten Ereignissen war unter Sitagliptin statistisch signifikant häufiger als unter der Vergleichstherapie.

Zum anderen wurde eine Studie (P024) bewertet, in der Sitagliptin + Metformin gegenüber Glipizid + Metformin untersucht wurde. Im Vergleichsarm mit Glipizid erfolgte eine Dosistitration, während Sitagliptin in fester Dosierung verabreicht wurde. Wieder bestand ein weitgehend einheitliches Bild hinsichtlich der zeitlichen HbA1c-Verläufe. Bei der Gesamtmortalität, den symptomatischen Hypoglykämien und den schweren Hypoglykämien zeigte sich ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Sitagliptin. Alle neun Todesfälle, zu denen es in der Studie kam, traten bei Männern auf (unter Sitagliptin 1 Todesfall; unter Glipizid 8 Todesfälle).

Vor diesem Hintergrund kam der Gemeinsame Bundesausschuss zu dem Ergebnis, dass für Erwachsene, die mit Metformin allein nicht ausreichend kontrolliert sind (Subgruppe a), ein Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen von Sitagliptin/Metformin vorliegt. Begründet wurde dies mit der statistisch signifikant geringeren Rate von bestätigten symptomatischen Hypoglykämien unter Sitagliptin. Die Ergebnisse zur Gesamtmortalität und zu den schweren Hypoglykämien sind nicht in die Bewertung des Zusatznutzens eingegangen. Der Unterschied bei der Gesamtmortalität konnte nur in einer Studie (P024) gezeigt werden, in der anderen Studie (P803) dagegen nicht. Darüber hinaus waren die Studien nicht darauf angelegt, Unterschiede in der Gesamtmortalität aufzeigen. Auch die Ergebnisse zu den schweren Hypoglykämien waren nur in der Studie P024 statistisch signifikant. Dem gegenüber stand eine höhere Rate von Therapieabbrüchen wegen unerwünschten Ereignissen unter Sitagliptin in der Studie P803.

Die Aussagesicherheit wurde in die Kategorie „Anhaltspunkt“ eingeordnet, da unter anderem für einen Teil der Patienten fraglich war, ob eine Therapieintensivierung angezeigt war.

Für die Subgruppe b) lagen keine Daten vor, weshalb der Zusatznutzen nicht belegt ist. Für die Subgruppe c) legte der Hersteller eine Studie vor, deren Studienpopulation nicht mit der Zielpopulation übereinstimmte. Die Studienpatienten erhielten neben Insulin + Metformin noch andere orale Antidiabetika. Für diese Begleitmedikation ist Sitagliptin + Insulin jedoch nicht zugelassen. Der Zusatznutzen ist daher nicht belegt.

Hinweise für die Praxis

Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung:

Die Vorgaben der Fachinformation sind zu berücksichtigen. Die europäische Zulassungsbehörde European Medicines Agency (EMA) stellt die Inhalte der Fachinformation auf ihrer Internetseite zur Verfügung: Janumet bzw. Valmetia.

Nach Markteinführung gab es Spontanberichte von Fällen akuter Pankreatitis als Nebenwirkung von Sitagliptin. Die Patienten sollen über charakteristische Symptome einer akuten Pankreatitis informiert werden.

In einer aktuellen Stellungnahme der EMA wird hinsichtlich Pankreaskarzinomen in Zusammenhang mit einer GLP1-basierten Therapie (u.a. Sitagliptin) ausgeführt, dass die klinischen Daten zwar nicht auf ein erhöhtes Risiko dieser Substanzen hinweisen, eine abschließende Bewertung des Risikos aufgrund der kurzen Studiendauer und der geringen Fallzahlen jedoch nicht vorgenommen werden kann.