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Simeprevir

Handelsname: Olysio®

Anwendungsgebiet: in Kombination mit anderen Wirkstoffen zur Behandlung der chronischen Hepatitis C bei Erwachsenen*

Pharmazeutischer Unternehmer: Janssen-Cilag GmbH

Beginn des Verfahrens: 01.06.2014

Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses: 20.11.2014

Inhalt des Beschlusses:

Indikation  zweckmäßige Vergleichstherapie  Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens 
Behandlung der chronischen Hepatitis C bei Erwachsenen* a) Genotyp 1, therapienaive Patienten mit und ohne Zirrhose

(Simeprevir in Kombination mit Peginterferon alfa + Ribavirin gegenüber Peginterferon alfa + Ribavirin)
therapienaive Patienten ohne Zirrhose:
duale Therapie (Kombination aus Peginterferon alfa und Ribavirin) oder Triple-Therapie (Kombination aus einem Proteaseinhibitor (Boceprevir oder Telaprevir), Peginterferon alfa und Ribavirin)

therapienaive Patienten mit Zirrhose:
duale Therapie (Kombination aus Peginterferon alfa und Ribavirin)           

Hinweis für einen beträchtlichen Zusatznutzen







b) Genotyp 1, therapieerfahrene Patienten (Relapse)

(Simeprevir in Kombination mit Peginterferon alfa + Ribavirin gegenüber Peginterferon alfa + Ribavirin)
duale Therapie (Kombination aus Peginterferon alfa und Ribavirin) oder Triple-Therapie (Kombination aus einem Proteaseinhibitor (Boceprevir oder Telaprevir), Peginterferon alfa und Ribavirin) Hinweis für einen beträchtlichen Zusatznutzen
c) Genotyp 1, therapieerfahrene Patienten (vorherige Non-Responder)

(Simeprevir in Kombination mit Peginterferon alfa + Ribavirin gegenüber Peginterferon alfa + Ribavirin + Proteaseinhibitor (Boceprevir oder Telaprevir))
duale Therapie (Kombination aus Peginterferon alfa und Ribavirin) oder Triple-Therapie (Kombination aus einem Proteaseinhibitor (Boceprevir oder Telaprevir), Peginterferon alfa und Ribavirin) Hinweis für einen beträchtlichen Zusatznutzen
d) Genotyp 4, therapienaive und therapieerfahrene Patienten (Relapse)

(Simeprevir in Kombination mit Peginterferon alfa + Ribavirin gegenüber Peginterferon alfa + Ribavirin)
duale Therapie (Kombination aus Peginterferon alfa und Ribavirin Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen
e) Genotyp 4, therapieerfahrene Patienten (vorherige Non-Responder)

(Simeprevir in Kombination mit Peginterferon alfa + Ribavirin gegenüber Peginterferon alfa + Ribavirin)
duale Therapie (Kombination aus Peginterferon alfa und Ribavirin) Zusatznutzen ist nicht belegt
f) Genotyp 1 und 4, therapienaive Patienten (ohne Zirrhose) und therapieerfahrene Patienten (Relapse ohne Zirrhose) mit einer HIV-Koinfektion

(Simeprevir in Kombination mit Peginterferon alfa + Ribavirin gegenüber Peginterferon alfa + Ribavirin)
duale Therapie (Kombination aus Peginterferon alfa und Ribavirin) Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen
g) Genotyp 1 und 4, therapienaive Patienten (mit Zirrhose) und therapieerfahrene Patienten (vorherige Non-Responder mit/ohne Zirrhose; Relapse mit Zirrhose) mit einer HIV-Koinfektion

(Simeprevir in Kombination mit Peginterferon alfa + Ribavirin gegenüber Peginterferon alfa + Ribavirin)
duale Therapie (Kombination aus Peginterferon alfa und Ribavirin) Zusatznutzen ist nicht belegt

* Das zugelassene Anwendungsgebiet ist zusammenfassend dargestellt. Verbindlich sind die Angaben der Fachinformation.

Zusammenfassung:


Subgruppe a:

Es lagen drei randomisiert kontrollierte Studien vor (PILLAR, QUEST-1, QUEST-2), in denen sich insbesondere beim anhaltenden virologischen Ansprechen (SVR) ein statistisch signifikanter Vorteil von Simeprevir + Peginterferon + Ribavirin gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie (zVT) zeigte.

Im Kontrollarm wurde die Therapie bei einem relevanten Anteil der Patienten zu früh abgesetzt, so dass sich bezüglich der Ergebnisse zum SVR eine Unsicherheit ergab. Darüber hinaus fand sich im Hinblick auf den SVR für Patienten mit IL28B-Genotyp CC sowie für Patienten mit einem Q80K-Polymorphismus kein statistisch signifikanter Vorteil für das Simeprevir-Regime.

In der Gesamtschau sieht der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) für die Patientengruppe a) einen Hinweis für einen beträchtlichen Zusatznutzen.

Subgruppe b:

Zur Bewertung des Zusatznutzens lag eine Studie (PROMISE) vor. Auch in dieser Studie zeigte sich ein statistisch signifikanter Vorteil beim SVR für den Simeprevir + Peginterferon + Ribavirin-Arm im Vergleich zu Peginterferon + Ribavirin. Hieraus ergibt sich aus Sicht des G-BA für die Patientengruppe b) ein Hinweis für einen beträchtlichen Zusatznutzen.

Subgruppe c:

Es lag eine Studie vor (ATTAIN). Im Vergleich zur zVT fanden sich keine statistisch signifikanten Ergebnisse bezüglich des SVR. Im Simeprevir-Regime (Simeprevir + Peginterferon + Ribavirin) ergaben sich jedoch statistisch signifikant weniger schwerwiegende unerwünschte Ereignisse. Hieraus leitet der G-BA einen Hinweis für einen beträchtlichen Zusatznutzen für die Patientengruppe c) ab.

Subgruppen d und f:

Der G-BA hat Simeprevir in den Subgruppen d) und f) einen Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen trotz einarmiger Studien (RESTORE bzw. C212) zugesprochen. Bei der Bewertung spielte insbesondere eine Rolle, dass mit Simeprevir die Therapiedauer interferonhaltiger Regime verkürzt wird. Damit werden schwere Nebenwirkungen vermieden. Vor diesem Hintergrund sah es der G-BA als notwendig an, auch nicht kontrollierte, einarmige Studien zu Sofosbuvir im Vergleich mit historischen Kontrollen zu den bisherigen interferonhaltigen Behandlungsoptionen als Entscheidungsgrundlage zu berücksichtigen. In den einarmigen Studien erreichte ein hoher Anteil der Patienten den Endpunkt SVR.

Subgruppen e und g:

Für diese Patientengruppen hat der G-BA keinen Zusatznutzen festgestellt. Auch hier wurden die einarmigen Studien (RESTORE bzw. C212) für die Bewertung des Zusatznutzens zu Grunde gelegt. Zwar erreichte der größte Anteil der Patienten den Endpunkt SVR. Gemäß Fachinformation müssen jedoch die interferonhaltigen Regime sowohl bei der Kombination von Simeprevir + Peginterferon + Ribavirin als auch bei der zVT Peginterferon + Ribavirin über 48 Wochen gegeben werden, eine Verkürzung der Therapiedauer ist damit nicht gegeben.

Hinweise für die Praxis

Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung:

Die Vorgaben der Fachinformation sind zu berücksichtigen. Die europäische Zulassungsbehörde European Medicines Agency (EMA) stellt die Inhalte der Fachinformation auf ihrer Internetseite zur Verfügung.

Die Einleitung und Überwachung der Behandlung mit Simeprevir soll durch in der Therapie von Patienten mit chronischer Hepatitis-C-Virus Infektion erfahrenen Ärzten erfolgen.