Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sie befinden sich:

 

Videos

DocStop: Medizinische Unterwegsversorgung für Brummifahrer

Ohne sie rollt gar nichts. LKW und Busse bringen uns und alles täglich Benötigte von A nach B. Der Job am Lenkrad bedeutet Zeitdruck und hohe Konzentration – manchmal stundenlang. Schon ein kleiner Fehler kann schnell fatale Folgen haben. Deshalb hat er eine Initiative gegründet: DocStop heißt sie und kümmert sich medizinisch um Bus- und LKW-Fahrer. Rainer Bernickel war 40 Jahre bei der Autobahnpolizei.

O-Ton Rainer Bernickel, Initiator von DocStop: "Ich habe schon, auch während meiner gesamten Dienstzeit, immer ein Herz gehabt für die Berufskraftfahrer. Weil die Bevölkerung hat teilweise vergessen und die Wertschätzung dieser Berufsgruppe gegenüber ist sehr gering, dass man sie früher Kapitäne der Landstraße genannt hat und heute sind sie Bremsklötze auf den Autobahnen – und das zu unrecht. Viele haben vergessen, dass 78% aller unserer Konsumgüter über den LKW gebracht wird und dass wir diese Leute unbedingt brauchen, um diese Nation überhaupt mit Konsumgütern versorgen zu können."

DocStop bietet den Brummifahrern neben einer App auch eine Hotline. Dort können die Fahrer von unterwegs anrufen und werden zum nächsten Arzt gelotst. Diese Arztpraxis hat praktischerweise genug Parkmöglichkeiten für LKW und Busse. Sie gehört Torsten Vogel. Er macht mit bei DocStop. Insgesamt tun dies rund 700 niedergelassene Ärzte, Kliniken und Krankenhäuser.

O-Ton Torsten Vogel, Allgemeinmediziner in Bernau bei Berlin: "Ich hab aus dem Freundeskreis jemanden, der fährt. Und der fährt auch… also der fährt nicht mehr Ausland, der fährt nur noch Bundesrepublik und muss auch leider viel nachts fahren. Also insofern kenn ich auch die ganzen Probleme, die mit dem durcheinander gekommenen Biorhythmus, Rückenproblemen und so weiter zusammenhängen doch relativ gut. Ja, also ist vielleicht auch ein Grund deswegen… wieso ich da mitmache."

Auch den Zeitdruck der Fahrer kennt er. Deswegen hat er sich mit DocStop dazu bereit erklärt, die Fahrer möglichst sofort zu behandeln.

O-Ton Torsten Vogel, Allgemeinmediziner in Bernau bei Berlin: "Infekte, Schmerzen, also Rückenschmerzen, infektbegleitende Schmerzen… einmal Luftprobleme, also war ein Asthmatiker."

Die Behandlung können Ärzte auf drei Wegen abrechnen: einmal über die Versichertenkarte, einen Auslandskrankenschein oder in Bar. Pro Monat finden etwa 400 Kraftfahrer medizinische Hilfe bei den teilnehmenden Ärzten von DocStop – allein in Deutschland.

O-Ton Rainer Bernickel, Initiator von DocStop: "Wenn sich weitere Mediziner bereit erklären, würden wir uns natürlich sehr darüber freuen. Wir hoffen das auch ganz stark. Es ist alles auf freiwilliger Basis aufgebaut. Der heute eintritt, kann auch über-morgen wieder austreten. So dass für keinen der Mediziner, der sich beteiligen wird, eine Verpflichtung besteht."

Für ihn ist es aber Verpflichtung und Herzensangelegenheit zugleich. Er will DocStop noch weiter ins Rollen bringen und damit die Straßen sicherer machen.

Was tun LKW- und Busfahrer, wenn sie unterwegs etwa Rücken- oder Zahnschmerzen bekommen? Die Initiative DocStop gibt darauf eine Antwort. KV-on erklärt, wie genau das funktioniert und wie Ärzte die medizinische Unterwegsversorgung unterstützen können.

Weitere Informationen zum Thema